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Baggersee lädt nicht nur zum Schwimmen ein

Heidesee-Route: Silvia Boye zeigt ihre Heimat vom Fahrrad aus. Die Strecke verbirgt viel Geschichte.

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Erst vor Kurzem eingeweiht: Silvia Boye steht vor dem neuen Willkommenstor des Heidesees. Mit den Aufschriften „Gauen Dag!“ und anderseits mit „Bit´n änner Maol!“, begrüßt und verabschiedet es alle Besucher. Fotos: Kreimer

Erst vor Kurzem eingeweiht: Silvia Boye steht vor dem neuen Willkommenstor des Heidesees. Mit den Aufschriften „Gauen Dag!“ und anderseits mit „Bit´n änner Maol!“, begrüßt und verabschiedet es alle Besucher. Fotos: Kreimer

Sommer, Sonne, Wasser und 27 Grad – die besten Voraussetzungen für einen Ausflug mit dem Fahrrad. Silvia und Werner Boye erklären, dass die „Heidesee-Route“ nicht nur Urlaubsgefühle auslöst, sondern auch viele Geschichten verbirgt.

Sie grüßen jeden, der ihnen entgegenkommt. Silvia Boye, Ratsvorsitzende und stellvertretende Bürgermeisterin von Holdorf und ihr Mann Werner Boye, ehemaliger Waffenmechaniker bei der Bundeswehr, sind bekannt in ihrer Heimat. Die beiden sind viel mit dem Fahrrad unterwegs. Da ist es auch kein Wunder, dass sie gleich den einen oder anderen Schlenker für die Route vorschlagen.

Unser Startpunkt ist das Rathaus in Holdorf. Von da aus fahren wir in Richtung Fladderlohausen. Die erste Station auf unserer Route ist der Heidesee. Dort schauen wir uns das neu erbaute Eingangstor an, welches erst kürzlich, als krönender Abschluss einer Aufwertungsaktion des Areals rund um den Heidesee, erbaut und zu einem großen Teil durch Förderprogramme finanziert wurde, erklärt Silvia Boye. Anstatt nur am Heidesee vorbei zu fahren, nehmen wir einen Weg, der direkt um den Heidesee führt. Am Gebäude vom Tennisverein vorbei, ist der Waldweg schon zu sehen, bei dem trockenen Wetter aber schwer zu befahren. Von dort kann der Heidesee von der anderen Seite betrachtet werden.

Aus jeder Perspektive schön: Der Holdorfer Heidesee lädt zum Entspannen ein, egal auf welcher Seite.Aus jeder Perspektive schön: Der Holdorfer Heidesee lädt zum Entspannen ein, egal auf welcher Seite.

Danach geht die Fahrt weiter nach Fladderlohausen, dort legen wir bei der evangelischen Kirche eine kleine Pause ein. Bänke im Schatten bieten eine perfekte Möglichkeit um kurz zu verschnaufen. Raus aus Fladderlohausen fahren wir die Wenstruper Straße. Als wir an zwei Apfelbäumen vorbei kommen, erklärt Silvia Boye „Hier ist jeder eingeladen, sich ein paar Äpfel zu pflücken.“ Auf der Route besteht also sogar die Chance auf kostenlose Verpflegung. Wir kommen am Hof Heil vorbei, an diesem Punkt erklärt Silvia Boye, dass dort immer wieder Schulklassen zu Besuch kommen, um die Landwirtschaft kennen zu lernen. Der „Plattenweg“, beziehungsweise Fladder und Lorser Weg, bringt uns nach Langwege. Danach machen wir einen Stopp bei einem Gedenkstein. Er soll an zwei russische Soldaten erinnern, die sich dort versteckten und 1944 im Krieg fielen. „Es gab immer wieder Diskussionen über die Pflege des Mahnmals“, erklärt Silvia Boye, „aber seitdem es wieder zusammengefügt wurde, ist es super erhalten“, ergänzt sie.

Kurze Pause: In Richtung Langwege haben die Anwohner selber einen Rastplatz gebaut.Kurze Pause: In Richtung Langwege haben die Anwohner selber einen Rastplatz gebaut.

Entlang der Feldwege auf dem Weg nach Langwege, haben die Anwohner einen Rastplatz erbauen lassen, der in einer schattigen Lage zu einer gemütlichen Pause einlädt. Die Strecke bringt uns durch den Ort am Kriegerdenkmal vorbei. Unser nächstes Ziel ist Ihorst. „Die Route ist auch bei hohen Temperaturen gut zu fahren, weil sie aus vielen schattigen Straßen besteht“, sagt Silvia Boye.

Der Weg bringt uns direkt zum Gut Ihorst. „Hier war früher ein Café und Antiquitätenladen drin“, erzählen Werner Boye und seine Frau, „wir sind oft für eine Tasse Kaffee hergefahren. Heute dient das Gut Ihorst als Wohnraum. Aber die Kapelle auf dem Grundstück kann man noch buchen“, ergänzen sie.

Von dort aus fahren wir dann wieder in Richtung Holdorf. Entlang der B214 zeigt Silvia Boye die Flächen, wo schon bald ein neues Industriegebiet entstehen soll. Nach drei Stunden sind wir wieder in der Nähe vom Startpunkt angekommen und stärken uns zum Abschluss mit einem Kaffee, Brötchen und Stück Kuchen bei der Bäckerei Overmeyer in Holdorf. „Eine idyllische Route mit weiten Blickmöglichkeiten“, ziehen Silvia und Werner Boye ihr Fazit.

Fakten

  • Die Rundtour (Länge 25,9 Kilometer) verläuft fast ausschließlich entlang ruhig gelegener Feldwege und bietet viel Weitblick.
  • Geeignete Startpunkte sind das Rathaus Holdorf oder der Holdorfer Heidesee.
  • Landkreis, Städte und Gemeinden haben das Radwegeleitsystem vollständig erneuert.
  • Jetzt kann nach Zahlen geradelt werden: 150 durchnummerierte Knotenpunkte weisen den Weg.
  • Übersicht bietet eine neue Radwanderkarte. Sie ist im Buchhandel und in den Tourist-Informationen Nordkreis Vechta und Dammer Berge erhältlich.
  • Download aller Touren: www.oldenburgermuensterland.de/ tourismus/entdecken/ radtouren/routen/

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