Autofahren bei Schnee und Eis – TÜV Nord gibt Tipps
Frost und Glätte sorgen für Schwierigkeiten auf den Straßen. Ganz besonders in diesem Winter.
Oliver Hermes | 04.02.2026
Frost und Glätte sorgen für Schwierigkeiten auf den Straßen. Ganz besonders in diesem Winter.
Oliver Hermes | 04.02.2026

Symbolfoto: dpa
Eisige Temperaturen und winterliche Straßenverhältnisse fordern Autofahrer im Winter immer wieder heraus, in diesem Jahr ganz besonders. Von schwächelnden Batterien bis zu tückischer Reifglätte – die kalte Jahreszeit verlangt volle Konzentration und ein technisch einwandfreies Fahrzeug. Jelto-Hayung Noosten, Leiter der Tüv-Nord-Station Cloppenburg, gibt deshalb Praxistipps für eine sichere Fahrt durch den Frost. Durchblick ohne Kratzer Starthilfe: So bleibt die Elektronik heil Risiko Blitzeis Vorsicht beim Überholen von Räumfahrzeugen Schlaglöcher: die unsichtbare Gefahr
Vereiste Scheiben sind ein Sicherheitsrisiko. Wer zum Eiskratzer greift, sollte mit wenig Druck von oben nach unten arbeiten, um Schäden am Glas zu vermeiden. „Verzichten Sie beim Enteisen unbedingt auf heißes Wasser. Der thermische Schock kann die Scheibe sofort reißen lassen“, warnt Noosten. Vorbeugend helfen können Abdeckplanen. Wichtig: Das Fahrzeug muss vor dem Start vollständig von Eis und Schnee befreit sein, sonst drohen Bußgelder.
Wenn die Batterie bei Minusgraden kapituliert, hilft oft nur Starthilfe. Damit die Bordelektronik keinen Schaden nimmt, ist die richtige Reihenfolge entscheidend. Das rote Kabel wird an den Pluspol des Spenderfahrzeugs und dann an den Pluspol des Pannenautos geklemmt. Das schwarze Kabel gehört an den Minuspol des Spenderfahrzeugs und das andere Ende an ein unlackiertes Metallteil am Motorblock oder Karosserieteil des liegengebliebenen Autos – niemals direkt an die entladene Batterie, da Explosionsgefahr durch Knallgas besteht. Zum Abschluss: Motor des Spenderfahrzeugs starten, kurz warten, dann das Pannenauto anlassen. Schließlich wird das Kabel in umgekehrter Reihenfolge entfernt und die Batterie durch eine längere Fahrt oder gezieltes Nachladen wieder stabilisiert.
Blitzeis bleibt oft unsichtbar und hebelt selbst Winterreifen oder Assistenzsysteme aus. Wer bei extremen Wetterwarnungen unnötige Fahrten vermeidet, erhöht nicht nur die eigene Sicherheit, sondern bewahrt auch seinen Versicherungsschutz, da bei grober Fahrlässigkeit Leistungskürzungen drohen können. „Sollte das Fahrzeug dennoch rutschen: Ruhe bewahren, auskuppeln beziehungsweise Fuß vom Gas nehmen und behutsam in die Richtung lenken, in die das Heck ausbricht“, rät der Tüv-Experte. Reifglätte droht besonders auf Brücken und in Waldschneisen; hier sind sanftes Beschleunigen und großer Abstand unbedingt einzuhalten.
Streufahrzeuge haben im Winter Vorrang. Zwar ist Überholen erlaubt, wird aber nicht empfohlen. „Hinter dem Pflug ist die Fahrbahn geräumt, davor herrscht oft Chaos. Zudem behindern aufgewirbeltes Salz und Schnee die Sicht enorm“, erklärt der Stationsleiter. Sicherheit geht in jedem Fall vor Schnelligkeit.
Frost sprengt den Asphalt auf. Wer ein Schlagloch übersieht, riskiert Schäden an Felgen, Fahrwerk oder Reifen. Falls es zum Kontakt kommt: „Dokumentieren Sie den Schaden und das Schlagloch umgehend mit Fotos. Unabhängige Gutachten wie vom Tüv helfen später bei der Beweissicherung und bei allen Haftungsfragen“, empfiehlt Jelto-Hayung Noosten abschließend.
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