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Aus Weltensternen werden Notensterne

Ein Ehepaar aus Essen-Brokstreek bastelt kleine Kunstwerke für Kirchengemeinde und Chor. Ausgangsmaterialien sind ein alter Atlas und ein Gesangbuch.

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Notensterne für den Gemischten Chor Essen: Das Ehepaar Josef und Hildegard Langenhorst fertigte die kleinen Kunstwerke an. Foto: Sperveslage

Notensterne für den Gemischten Chor Essen: Das Ehepaar Josef und Hildegard Langenhorst fertigte die kleinen Kunstwerke an. Foto: Sperveslage

Aus einem alten Atlas „Weltensterne“ zu basteln, diese Idee kam Hildegard Langenhorst aus dem Essener Ortsteil Brokstreek im vergangenen Jahr. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Josef wollte sich Hildegard Langenhorst mit diesen Sternen bei der katholischen Kirchengemeinde Hengelage bedanken, die das Ehepaar stets zu den Hochfesten der Kirche mit kirchlichen Informationen versorgt.

„Die Weltensterne sollten ein Symbol für Menschen sein, die für andere Gutes tun."Hildegard Langenhorst, Hobby-Künstlerin

Auf einer Buchausstellung hatte Hildegard Langenhorst das erste Mal solche Papiersterne gesehen und Informationen über die Technik der Herstellung eingeholt. Daraufhin holte sie aus ihrem Archiv einen alten Atlas und fing an, daraus „Weltensterne“ zu basteln. „Sie sollten ein Symbol für Menschen sein, die für andere Gutes tun“, erklärt die Hobbybastlerin. Als das Material knapp wurde, unterstützte sie Josef Schade aus Essen mit alten Straßenkarten. Bis zum Weihnachtsfest konnten insgesamt rund 100 dieser sogenannten Bascetta-Sterne ins Pfarrbüro geliefert werden, die dann verteilt wurden. Pfarrer Lintker bedankte sich im Namen aller Beschenkten bei der fingerfertigen Bastlerin für die gelungene Überraschung.

Jeder Zacken wird zehnmal gefaltet

Die positive Resonanz auf die Bastelarbeiten inspirierte die Hobbykünstlerin, nun auch aus alten Notenblättern Sterne zu basteln. Sie erinnerte sich daran, dass sich in ihren Unterlagen noch viele alte Notenblätter des Hengelager Chores befanden, der seit etwa zwanzig Jahren nicht mehr existiert. Nun sollte der Gemischte Chor Essen, in dem Josef und Hildegard Langenhorst Mitglieder sind, „Notensterne“ bekommen. So durften sich 40 Chormitglieder zum Weihnachtsfest über die kleinen Kunstwerke freuen. Auch hier war die Resonanz groß. Es gab Anrufe, Karten und Briefe als Dank.

Doch: „Der Chor hat 70 Mitglieder und eigentlich sollten alle einen Stern zum Weihnachtsfest bekommen. Das war aus zeitlichen Gründen aber nicht möglich und so bekommen die restlichen Sängerinnen und Sänger jetzt einen Stern zum Osterfest“, erzählt die Bastlerin. Die Herstellung eines Sternes, der aus 30 Teilen besteht, ist recht zeitaufwändig. Allein ein Zacken muss nach dem Ausschneiden zehnmal gefaltet werden .Unterstützt wird die eifrige Bastlerin von ihrem Ehemann Josef. Der hatte bereits vor einigen Jahren sein künstlerisches Talent bewiesen, indem er aus ausrangierten Kirchenbänken der St.-Paulus-Kirche in Hengelage kunstvolle Engelsfiguren in verschiedenen Größen anfertigte, die reißenden Absatz fanden.

Beim Falten entfaltet Ehemann Josef sein Talent

Beim Falten entfaltet Ehemann Josef nun sein Talent, indem er die ersten drei Faltungen der Sternenzacken macht. „Die restlichen sieben bleiben mir“, schmunzelt seine Frau. Neben den „Notensternen“ hat das Ehepaar zudem für den Palmsonntag gemeinsam Biedermeiersträuße angefertigt. Über die Bedeutung der Sterne schlägt das Ehepaar einen Bogen in die jetzige Zeit. „Wie bei dem Stern jede gefaltete Spitze wichtig ist, da er sonst auseinanderfällt, ist es in der heutigen Zeit von großer Bedeutung, dass alle Menschen zusammenhalten.“

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