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Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes im Kreis Vechta beginnt

Vodafone wird als Betreiber des Glasfasernetzes des Landkreises sukzessive auch Mobilfunkzellen aufrüsten. Am Stoppelmarkt in Vechta gibt es die neue Technik zuerst.

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Die erste Mobilfunkstation im Kreis, die Vodafone auf 5G aufrüstet, steht am Stoppelmarkt in Vechta. Bis Ende Oktober soll am Funkmast (im Bildhintergrund) die Technik installiert sein. Foto: Kühn

Die erste Mobilfunkstation im Kreis, die Vodafone auf 5G aufrüstet, steht am Stoppelmarkt in Vechta. Bis Ende Oktober soll am Funkmast (im Bildhintergrund) die Technik installiert sein. Foto: Kühn

Der Ausbau des Glasfasernetzes „ist in vollem Gange“, versichert Vodafone-Sprecher Thorsten Höpken. Bis zum Jahr 2022 erhält der Landkreis Vechta ein hochmodernes Glasfasernetz für 11.000 Haushalte. Der Telekommunikationsriese Vodafone hatte eine europaweite Ausschreibung der Breitbandinitiative Landkreis Vechta gewonnen, und wird das kreiseigene Netz bauen und betreiben. Erste Tiefbaumaßnahmen für das neue Breitbandnetz, das künftig Übertragungsraten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde möglich macht, waren im Juli in Holdorf gestartet.

Die Verlegung des Glasfaserkabels durch von Vodafone beauftragte Firmen soll sukzessive auch das Mobilfunknetz im Kreis verbessern, das nach und nach auf die 5G-Technik aufgerüstet werden soll. Noch bis zum Ende dieses Jahres will Vodafone zunächst sieben Funkzellen "optimieren und verbessern", erklärt Höpken auf Anfrage. "Wir erhöhen die Kapazität für mobile Datendienste wesentlich, das bringt die ultraschnellen Datenverbindungen auch auf Smartphones und Tablets." Vodafone plane in den kommenden Jahren den Neubau oder die Erweiterung von insgesamt 28 Mobilfunkzellen, kündigt der Sprecher an. Um die hohen Übertragungsraten von 5G zu erreichen, ist der Anschluss an ein Glasfasernetz zwingend erforderlich.

Vodafone verringert die Zahl der Standorte für 5G

Vodafone scheint seine Pläne allerdings ein wenig abgespeckt zu haben, sprach man in einer Mitteilung im August noch davon, an insgesamt 32 Standorten im Kreis 5-G-Technik zu installieren. Bei der Auftaktveranstaltung zum Bau des neuen Netzes in Holdorf hatte der für das Vodafone-Glasfasergeschäft zuständige Stefan Andrien mit Blick auf den Mobilfunkausbau davon gesprochen, dass der Konzern "viel eigenes Geld" in die Hand nehmen werde, um den Kunden hohe Übertragungsraten im Mobilbereich anbieten zu können.

Bis zum Ende dieses Jahres will Vodafone nun erst einmal sieben Mobilfunkstandorte "neu bauen", sagt Höpken. Mit Neubau meint das Unternehmen dabei nicht ausschließlich die Errichtung neuer und eigener Funkmasten im Kreis, sondern insbesondere die Installation der notwendigen Technik an bestehenden Masten. Um den Schritt zu den höchsten Übertragungsraten technisch zu meistern, werden in aller Regel zunächst Funkzellen aufgebaut, in denen im LTE-Bereich (4G) übertragen wird. Bereits das erhöhe die Datenraten in der Zelle "enorm" und sei in der Regel auch an vielen Standorten ausreichend, erklärt der Sprecher, denn auch die mobilen Empfangsgeräte der Nutzer müssen für die neuen Übertragungsraten technisch ausgerüstet sein. Das sei derzeit weniger der Fall.

Die sieben Standorte in Lüsche, Lutten, Wulfenau, Damme-Glückauf, an der Raststätte Dammer Berge, im Osten Visbeks und im Nordosten Vechtas (Stoppelmarkt) werden daher zunächst mit der LTE-Technik ausgerüstet. Danach folgt laut Höpken "die sukzessive Aufrüstung auf 5G".

Die zeitliche Abfolge der Aufrüstungsarbeiten konnte Höpken nicht nennen. Aber es stehe fest, dass die erste Basisstation im Kreis, die von Vodafone auf 5G erweitert wird, die am Stoppelmarkt sein wird. Diese soll "voraussichtlich bis Ende Oktober" technisch hergestellt sein.

"Wir bleiben nicht stehen."Thorsten Höpken, Vodafone-Sprecher

Für die ab 2021 noch offenen 21 weiteren 5G-Funkzellen konnte Höpken weder einen Zeitplan noch die künftigen Standorte im Kreis angeben. "Wir bleiben nicht stehen", meinte er, "wir werden dort, wo es technisch möglich ist, auch erweitern, doch ein flächendeckendes 5G-Mobilfunknetz von heute auf morgen können wir natürlich nicht versprechen".

Es könne durchaus noch Jahre dauern, bis es im letzten Winkel des Kreises 5G gebe. Die Neuerungen benötigten immer Bauzeit, insbesondere, wenn es um die Errichtung eines völlig neuen Funkmasten gehe. In "fünf Monaten eben mal ein 5G-Netz aus dem Boden zu stampfen" sei schlicht nicht möglich. Auch der Richtfunk, der über Antennen an Masten Daten direkt übertrage, sei "für 5G nicht geeignet", nahm Höpken die Hoffnung, dass es schon bald an jeder Milchkanne im Kreis das ultraschnelle 5G-Netz gibt.


Die Generationen digitaler Mobilfunktechnik:

  • 2G – Grundversorgungstechnik mit bis zu 64 Kbit/s, die genügt, um etwa bei WhatsApp zu chatten oder eine Website zu öffnen.
  • 3G – auch als UMTS-Netz bezeichnet, bietet Übertragungsraten bis zu 42 MBit/s, damit ist zum Beispiel Videotelefonie möglich. Alle aktuellen Smartphones unterstützen diesen Standard.
  • 4G – auch LTE genannt, ist der derzeit schnellste in Deutschland flächendeckend für Private verfügbare Mobilfunkstandard. Die Datenübertragungsraten hängen vom Netzbetreiber ab, bis zu 1000 Megabits pro Sekunde (Mbit/s) sind möglich - theoretisch sogar drei Gigabit pro Sekunde (GBit/s).
  • 5G – Ziel sind Übertragungsraten von bis zu 20 GBit/s, die etwa autonomes Autofahren oder die Echtzeit-Kommunikation von Maschinen in der industriellen Produktion möglich machen.

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