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Ärztemangel: Kein Nachfolger für Cloppenburger Kinderärztin in Sicht

Fachärztin Marzenna Kulinski geht zum 1. April in den Ruhestand. Wie es dann mit der Praxis weiter gehen wird, ist noch unklar. Denn es gibt noch keinen Nachfolger.

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Der letzte Monat vor der Rente: Marzenna Kulinski gibt ihre Praxis in Cloppenburg zum 31. März 2021 auf. Foto: Bernd Götting

Der letzte Monat vor der Rente: Marzenna Kulinski gibt ihre Praxis in Cloppenburg zum 31. März 2021 auf. Foto: Bernd Götting

40 Jahre hat sie gearbeitet, 30 davon als Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin in Cloppenburg. Nun möchte Marzenna Kulinski es etwas ruhiger angehen lassen und in einen neuen Lebensabschnitt wechseln. Die 66-jährige Medizinerin hat in den vergangenen Jahren intensiv versucht, einen qualifizierten Nachfolger oder eine Nachfolgerin für ihre Praxis am Antoniusplatz zu finden. Bislang ohne Ergebnis. „Für viele Ärzte ist es eine große Herausforderung, die wachsende Bürokratie, ständige Veränderungen, Digitalisierung, Datenschutz und Personalführung zu bewältigen“, berichtet die Ärztin und ergänzt: „Ein bekanntes Problem ist auch der Ärztemangel.“

Die Work-Life-Balance ist auch Ärzten wichtig

Die Work-Life-Balance sei immer mehr Kollegen sehr wichtig. Wegen der Ausgewogenheit zwischen Beruf und Familienpflichten würden beispielsweise viele Ärztinnen mit reduzierter Arbeitszeit arbeiten, um den Zusammenhalt der eigenen Familie zu gewährleisten. Dennoch würde sie sich bis zum Schluss bemühen, einen Nachfolger für die Praxis zu finden, die über fünf Behandlungsräume und ein kleines Labor verfügt. „Vielleicht findet sich noch jemand“, so ihre Hoffnung. Der letzte Arbeitstag wird wohl am 31. März 2021 sein. Bis dahin können die Patienten der Praxis dort auch ihre Akten bzw. ihre Dokumentationen abholen. Ihre Arbeitsjahre in Cloppenburg hat Marzenna Kulinski offenkundig genossen, auch wenn sie oft bis in die späten Abendstunden gingen. Anfangs arbeitete sie mit dem bekannten Kinderarzt Dr. Hellmut Tschepke zusammen.

Familien unterschiedlicher Herkunft und Kulturen haben ihre Arbeitsleben bereichert

„Es war für mich eine große Freude, die Kinder auf ihrem Lebensweg und in all ihren Entwicklungsphasen ärztlich zu begleiten“, erinnert sie sich lächelnd. Aber auch die Kinder dieser Kinder seien schon wieder bei ihr in Behandlung, was sie als besonders großes Vertrauen wertet. Ohnehin hatte die Begegnung mit den Menschen für sie einen hohen Stellenwert. „Es war für mich eine große Bereicherung, Familien unterschiedlicher Herkunft und Kulturen zu begleiten“, sagt Marzenna Kulinski. Besonders verbunden ist sie den vielen Weggefährten in ihrem Arbeitsleben und bedankt sich bei ärztlichen Kollegen, Therapeuten, Apotheken, Kindergärten, Schulen und vielen Institutionen für die treue und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ganz zu Ende ist ihr beruflicher Weg noch nicht: Sie unterstützt das Krankenhaus mit ihrer Berufserfahrung und wird dort Neugeborene untersuchen.

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