Bei Stephan Keppler, Schulleiter des Artland Gymnasiums in Quakenbrück, steht das Telefon nicht mehr still: "Bei mir sind in den letzten beiden Tagen sehr viele besorgte Nachfragen von Eltern und Schülern eingegangen." Wie bereits berichtet, ist bei vier Schülern eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Die Folge: Der Schulbetrieb ist erst einmal bis einschließlich Dienstag komplett herunterfahren worden. Am Montag wurde zudem bestätigt: Unter den vier Schülern ist auch eine Jugendliche aus der Gemeinde Essen.
Das Artland-Gymnasien ist auch im Cloppenburger Südkreis beliebt. Von den aktuell 855 Schülerinnen und Schülern stammen 136 (16 Prozent) aus dem Landkreis, die meisten von ihnen reisen morgens aus der Gemeinde Essen an. „Darüber freuen wir uns natürlich“, sagt Schulleiter Keppler. Er hofft nun, dass die Infektionskette möglichst rasch unterbrochen wird, damit der Unterricht bald wieder aufgenommen werden kann.
In einem Brief an die Eltern stellte Keppler noch am Sonntag klar, dass lediglich zwei Klassen in zwei Jahrgängen von den vier Coronafällen direkt betroffen seien. Die Kreisverwaltung Osnabrück sprach am Sonntag von sechs Klassen und 16 Lehrern, die Kontaktpersonen der infizierten Schüler sein sollen.
Nicht alle Schüler und Lehrer erreichbar
Das Problem: Der Gesundheitsdienst des Landkreises Osnabrück konnte am Sonntag nicht alle betroffenen Schüler und Lehrer erreichen, um bei ihnen Tests vorzunehmen. Dies soll nun nachgeholt werden. "Seit Samstagmittag ermittelt die erweiterte Schulleitung Kontaktpersonen aus dem Umfeld der Schule", erklärte der Schulleiter in dem Elternbrief. Die direkten Kontaktpersonen müssten sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben.
Spurensuche: Wie kam das Virus an die Schule?
Wie das Coronavirus seinen Weg in die Schule fand, ist noch unklar, Dies müsse durch die Kontaktverfolgung des Gesundheitsamtes in den nächsten Tagen weiter untersucht werden. Am Montag und Dienstag soll nach Aussage des Schulleiters das weitere Vorgehen beraten werden. Es werde kein Präsenzunterricht angeboten. Sollte es Betreuungsbedarf geben, können sich betroffene Eltern an die Schulleitung wenden.
Eltern und Schüler sollten sich in dieser Zeit fortlaufend über das Intranet der Schule informieren. "Für eine mögliche Phase des Homelearnings waren und sind wir vorbereitet. Ich bitte dennoch um Verständnis, wenn wir in der aktuellen unklaren Situation für die Organisation und Umsetzung noch zwei bis drei Tage benötigen", erklärte Keppler.
Schulleitung hatte Szenario vorbereitet
Gleichwohl habe sich die Schule auf eben so einen Fall auch vorbereitet. Drei Szenarien wurden während der Sommerferien erarbeitet. Der Unterricht begann im Szenario A - dem eingeschränkten Regelbetrieb: Dafür seien Kohorten gebildet worden. Bei erhöhten Infektionszahlen im Landkreis Osnabrück war das Szenario B vorgesehen. Dann würde der Unterricht wieder, wie zum Ende des letzten Schuljahres, wechselweise zu Hause und in den Klassenzimmern stattfinden. Seit Montag greift nun das Szenario C: der Shutdown. Dann gilt ausschließlich das Lernen zu Hause.