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Abstecher in die Holdorfer Südsee inklusive

Auf einem Teilstück der Tour „Rund um die Dammer Berge“ unterwegs mit Museumsleiterin Ulrike Hagemeier.

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Wunderschöner Streckenabschnitt: Der sehr gut ausgebaute Weg zwischen Nellinghof und Wittenberg bietet für Ausflügler abwechslungsreiche Aussichten und gehörte zu den Highlights der Tour mit Museumsleiterin Ulrike Hagemeier. Foto: Honkomp

Wunderschöner Streckenabschnitt: Der sehr gut ausgebaute Weg zwischen Nellinghof und Wittenberg bietet für Ausflügler abwechslungsreiche Aussichten und gehörte zu den Highlights der Tour mit Museumsleiterin Ulrike Hagemeier. Foto: Honkomp

Ulrike Hagemeier ist Expertin für die Industriegeschichte der Region. Die hauptamtliche Leiterin des Industriemuseums Lohne lebt im Holdorfer Ortsteil Handorf-Langenberg. Sie weiß genau, wie auch die hiesige Landschaft die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises Vechta geprägt hat; mit Erfindergeist und Risikobereitschaft der Menschen, die noch vor 100 Jahren dem Moor, den Wäldern, den Wiesen und Äckern ihre Existenzgrundlage in harter Arbeit abrangen.

Doch bei unserem Ausflug heute dürfen wir diese Landschaft genießen, sogar die Pedale drehen sich schneller als gewohnt. Wir haben uns entschieden, ein Teilstück der Tour „Rund um die Dammer Berge“ mit E-Bikes – genauer: mit Pedelecs – zurückzulegen.

Ulrike Hagemeier ist regelmäßig mit einem solchen Gefährt unterwegs. Wenn Wetter und Termine es zulassen, fährt sie mit dem Rad von Handorf-Langenberg zur Arbeit nach Lohne. Ich habe mir im Dammer Fachhandel ein E-Fahrrad ausgeliehen und bin etwas skeptisch, ob ich damit klar komme.

Für uns beide ist das „Radeln nach Zahlen“ eine Premiere: „Ich bin wirklich gespannt, wie das neue Knotenpunktsystem in der Praxis funktioniert“, sagt Ulrike Hagemeier, als wir uns verabreden. Unser Startpunkt ist der erste Test: Wir haben uns beim Knotenpunkt 27 verabredet – und finden ihn problemlos. Das Hinweisschild mit Nummer samt Übersichtskarte und Wegweisern steht in Holdorf an der Grandorfer Straße beim Eingang zum Naturlehrpfad am Mühlenbach. Ein kleines Naturparadies mit Wald, Bachlauf und Streuobstwiese, das der Verein Natur-Erlebnis liebevoll und fachkundig hegt und pflegt. Gern würden wir nach dem im Wald versteckten fünf Meter hohen Totempfahl des Dammer Kettensägenkünstlers Hans-Jürgen Pille suchen. Aber das verschieben wir lieber auf die nächste Tour. Wir wollen endlich los.

Hobbyreiterin sattelt um: Am Naturlehrpfad in Holdorf startete die Radtour mit Ulrike Hagemeier. Foto: HonkompHobbyreiterin sattelt um: Am Naturlehrpfad in Holdorf startete die Radtour mit Ulrike Hagemeier. Foto: Honkomp

Mein Gefährt mit Elektroantrieb begeistert mich in kürzester Zeit: Ich hatte befürchtet, die Fahrt damit sei so langweilig wie Mofafahren. Doch nichts da. Wie auf einem ganz normalen Fahrrad muss ich in die Pedale treten – und ich merke schnell, mit diesem Zweirad kann ich richtig Strecke machen. Das macht Spaß. Die optimale Kombination der Handhabung von Acht-Gang-Schaltung und Vier-Gang Akku in Wechselbeziehung zur Beschaffenheit der Strecke hat sogar einen gewissen sportlichen Reiz – dagegen ist Mofafahren wirklich langweilig. Wir fahren entgegen dem Uhrzeiger in Richtung Knotenpunkt 37 beim Heidesee.

Den Verlockungen der Holdorfer Südsee können wir nicht widerstehen. Im gemütlichen Campingplatz-Bistro von Martin Bahlmann gönnen wir uns einen ersten Kaffee und studieren die Karte – und stellen fest: Ortsunkundige finden auf dem offiziellen Plan zum Knotenpunktsystem nur vage Anhaltspunkte hinsichtlich ihres Aufenthaltsortes. Wer einen Wegweiser übersehen hat, ist navigatorisch schnell im Blindflug unterwegs. Aber wir schaffen das. Bevor wir am Knotenpunkt 56 in Richtung Wenstrup abbiegen und in eine gerade malerische Landschaft eintauchen, besichtigen wir noch schnell die Christus-Kirche in Fladderlohausen; sehr idyllisch gelegen und tagsüber für eine stille Pause geöffnet.

Gut 40 Kilometer später sind wir überzeugte Fans des „Radelns nach Zahlen“. Wir haben gelernt, dass wir auch auf die kleinen Radwegweiser achten müssen, um nicht verloren zu gehen; wir haben besonders den wunderbaren Abschnitt zwischen Nellinghof und Wittenberg im hellen Sonnenlicht genossen; und wir haben im wunderschönen Südkreis-Astrup vor dem beeindruckenden Hof Hoffmann mit Kunigunde Hoffmann und ihrem Mann Heinrich geplaudert. Gesprächsstoff gibt es reichlich, erst recht nachdem Ulrike Hagemeier den Fahrradhelm abnimmt und prompt erkannt wird. Denn: „Wir sind doch gerade noch im Industriemuseum Lohne gewesen“, erzählen die beiden. Auch so verknüpfen Knotenpunkte.

Fakten

  • Info: www.oldenburgermuensterland.de/ tourismus/entdecken/ radtouren/routen/
  • Landkreis, Städte und Gemeinden haben das Radwegeleitsystem vollständig erneuert. Jetzt kann nach Zahlen geradelt werden: 150 durchnummerierte Knotenpunkte weisen den Radfahrern den Weg.
  • Eine Übersicht über die Verknüpfung der Knotenpunkte bietet eine neue Radwanderkarte. Sie ist im Buchhandel und in den Tourist-Informationen Nordkreis Vechta und Dammer Berge erhältlich.
  • Die Tour „Rund um die Dammer Berge“ mit einer Gesamtstrecke von 54,6 Kilometern führt entlang einer abwechslungsreichen Landschaft mit großen Waldgebieten, Wiesentälern und Gewässern.
  • Dabei werden die vier Kommunen des Erholungsgebietes Dammer Berge besucht: das sind die Stadt Damme sowie die Gemeinden Holdorf, Neuenkirchen-Vörden und Steinfeld.

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