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Abstecher gewährt Blick ins urwüchsige Lethetal

Ludwig Middendorf (81) hat die schönsten seiner 50 Wandertouren für unsere ­Leserinnen und Leser ausgewählt. Heute geht es an die Ahlhorner Fischteiche.

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Wandern im OM: Heute geht es an die Ahlhorner Fischteiche. Foto: dpa/Pförtner

Wandern im OM: Heute geht es an die Ahlhorner Fischteiche. Foto: dpa/Pförtner

Dieser Weg zeigt abseits der üblichen Wanderwege an den Ahlhorner Fischteichen die Lethe in ihrem natürlichen Verlauf.

Anfahrt:

Über die Bundesstraße 213 von Cloppenburg aus in Richtung Ahlhorn kurz vor der Autobahnauffahrt links der Ausschilderung „Teichwirtschaft“ folgen und am Ende am Wanderparkplatz halten.

Wegbeschreibung:

Ein kurzes Stück auf der Straße, von der man gekommen ist, zurückgehen und in den ersten Waldweg nach rechts gehen. Von diesem breiten Weg an der vierten Wegkreuzung nach rechts abbiegen. Man kommt an einer Gasförderstation vorbei und erreicht die Querstraße. Hier nach links, und nach zirka 50 Metern rechts in den Feldweg einbiegen, der uns immer parallel zur Lethe bis zur Straße Beverbruch-Sage führt. Es lohnt sich übrigens, einmal einen kurzen Abstecher nach rechts zu machen und einen Blick in das urwüchsige Lethetal zu werfen. Auf der Hauptstraße Beverbruch-Sage gehen wir rechts, über die Lethebrücke und an der nächsten Straße „An der Lethe“ wieder nach rechts. An der Hühnerfarm vorbei geht es in Richtung Wald. Dort angekommen, geht nach links ein Weg am Waldrand, danach ein zweiter links ab.

Rund um die Fischteiche: Die rund 9,8 Kilometer lange Wanderung führt auch entlang der Lethe, einer Natur, die vor gut 100 Jahren noch aus Heideland bestand. Grafik: OpenStreetMapMTOerRund um die Fischteiche: Die rund 9,8 Kilometer lange Wanderung führt auch entlang der Lethe, einer Natur, die vor gut 100 Jahren noch aus Heideland bestand. Grafik: OpenStreetMap/MT/Oer

Aber dort erst den dritten Weg nach links nehmen. Dieser verläuft zwischen mittlerweile trocken gelegten Teichen und gabelt sich am Ende. Hier rechts halten und rechts auf der Straße weitergehen, bis diese einen Bogen nach rechts macht. An dieser Stelle in den Weg nach links abbiegen. Der Weg endet an einem breiten Querweg, der parallel zum Ableitergraben verläuft. Hier ein paar Meter nach links und dann nach rechts auf dem Pfad hinunter - und bei der Gabelung rechts weiter zur Lethe gehen. Die Brücke führt zur anderen Seite der Lethe und dann wieder hinauf zu dem hohen Gelände. Wir erreichen wieder den Wanderparkplatz.

Wissenswertes zur Gegend:

Die Lethe beginnt im Bereich Halen und mündet bei Osternburg in die Hunte. Schon auf dem kurzen Weg bis Ahlhorn liefert sie genug Wasser, um die Fischteiche zu versorgen. Diese wurden vor mehr als 100 Jahren von der oldenburgischen Regierung angelegt, um die Bevölkerung mit eiweißreicher Nahrung zu versorgen. Gleichzeitig entstand ein herrliches Naturparadies.

Die Lethe bildet aber auch eine Kulturgrenze. Westlich liegt das „schwarze“ Südoldenburg, östlich das protestantisch ausgerichtete „Alt“-Oldenburger Land. Kontakte über diese Grenze hinweg wurden noch in den 1950er Jahren misstrauisch beäugt. Dazu ein Döntchen: In Wildeshausen unterhalten sich zwei Frauen: „Hess‘t hört? Meyers Lina hieroatet (heiratet) een Schwatten!“ „Oh Gott, wo kommt der denn her? Van Togo?“ „Nee, van Vechta!“ Gut, dass diese Zeiten vorbei sind.

Das Land westlich der Lethe, heute gut bewirtschaftetes Ackerland, war vor gut 100 Jahren noch weitgehend karges ­Heideland. Dies bezeugte auf einer Wanderung auch TVC-Altherren-Sportkamerad Horst Schulze: „Diese Flächen zwischen der Straße Kellerhöhe/Beverbruch und der Lethe waren nach dem Zweiten Weltkrieg noch mit Heide bedeckt. Ich war als junger Mann dort bei einem Bauern beschäftigt und musste die Heidefläche umbrechen und zu Ackerland machen.“ Er belegt somit als Zeitzeuge, dass die heute intensiv genutzten landwirtschaft­lichen Flächen erst in der jüngeren Vergangenheit entstanden sind.

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