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Abschied von einem Küster, der irgendwie zaubern kann

Die Evangelische Kirchengemeinde St. Michael in Lohne verabschiedet Heinrich Markheim aus ihrem Diensten. 27 Jahre kümmerte er sich darum, dass alles in und um die Kirche herum reibungslos lief.

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Ein bisschen bleibt er doch: Heinrich Markheim (Mitte) ist auch  Kontaktmann zur "Versammlung evangelischer Brüder und Schwestern", die sich in St. Michael treffen. Pfarrer Christian Jaeger und seine Kollegin Ute Young nahmen die Aussegnung des Küsters vor. Foto: Steinke

Ein bisschen bleibt er doch: Heinrich Markheim (Mitte) ist auch  Kontaktmann zur "Versammlung evangelischer Brüder und Schwestern", die sich in St. Michael treffen. Pfarrer Christian Jaeger und seine Kollegin Ute Young nahmen die Aussegnung des Küsters vor. Foto: Steinke

Küster, Hausmeister und Friedhofswärter: Das alles war Heinrich Markheim 27 Jahre lang für die evangelische St. Michaelsgemeinde Lohne. In einem feierlichen Gottesdienst auf dem Freigelände neben der Kirche wurde er jetzt in den Ruhestand verabschiedet.

Die Aussegnung nahm Pfarrer Christian Jaeger mit seiner Kollegin Ute Young vor. Anschließend wurde Nachfolger Ansgar Krogmann in sein neues Amt eingesegnet.

Unter Pastor Martin Meyer begann der aus der Sowjetunion stammende Markheim seinen Dienst, in dessen Verlauf er zehn Pastorinnen und Pastoren kommen und gehen sah. Einer von ihnen, der heutige Marinepfarrer Marcus Christ (Wilhelmshaven), lobte in einem Grußwort zur Verabschiedung, Markheim sei „der beste Mitarbeiter gewesen, den ich je gehabt habe“.

Auch Jaeger ging in seiner Predigt auf Markheims Wirken ein: „Du wolltest die christliche Gemeinde mitbauen und hast deinen Dienst mit Begeisterung für den Glauben angetreten.“ Deshalb sei für die Gemeinde ein Glück, dass Markheim ihr erhalten bleibt – als Kontaktmann zu der „Versammlung evangelischer Brüder und Schwestern“, die sich jeden Sonntagnachmittag in der St. Michaelskirche treffen.

Markheim ließ sich viel einfallen, um allen Gläubigen eine gute Sicht zu bieten

Nachdem der scheidende Küster sein Ruhestandalter erreicht hat, fasste Jaeger zusammen: „Was bleibt, ist ein gut gepflegter Friedhof, schöne Pflanzen rund um die Kirche und viele technische Lösungen.“ Gerade diese werden dem Pastor im Gedächtnis bleiben als Symbole der „schnellen und unkomplizierten Hilfe.“ Dass es dabei manchmal sehr individuell zuging, erläuterte er anhand des Lagerhäuschens auf der Kirchwiese oder des höhenverstellbaren Lesepults der Kanzel, um schmunzelnd die Kirchenbeleuchtung anzufügen. Diese kann einen Meter nach oben gefahren werden, um den den Beamer sichtfrei einzusetzen. „Was du dir da ausgedacht hast, ist wohl einmalig in deutschen Kirchen.“

Nach dem Gottesdienst überbrachte Barbara Grabkowsky die Glückwünsche des Gemeindekirchenrates: „Das Wort Küster leitet sich von dem Lateinischen ,custos' ab und bedeutet ,Wächter'. Als Wächter oder auch wachsamer Hüter hast du stets nach Psalm 26, Vers 8 gehandelt: „Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.“ Von A wie Altar bis Z wie Zaubern könne seine Arbeit gegliedert werden: „Ein wenig wie Zauberei erschien es mir oft, wenn plötzlich in der Kirche alle Kerzen zum Gottesdienst brannten, Zelt und Stühle im Garten standen, Gemeindehaus und Friedhof zu jeder Zeit gepflegt aussahen und Heinrich Markheim ebenfalls top gepflegt im Anzug, niemals ein Zeichen von Hektik oder Stress . . .“

Mit Bildgeschenken, die Bezug auf die Tätigkeiten Markheims nahmen, verabschiedete sie ihn – nicht ohne Ehefrau Erika Markheim mit einem großen Blumenstrauß ebenfalls zu danken.

Der Neu-Rentner selbst blickte scheidend ein wenig nachdenklich auf seine Tätigkeit zurück: „Das Wertvollste war für mich immer der Mitternachtsgottesdienst am Heiligen Abend. Alle Kerzen brannten. Ich konnte mich in die noch leere Kirche setzen und alles in Ruhe Revue passieren lassen…“ Wer ihn kennt weiß: typisch Heinrich Markheim.

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