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Abschied aus St. Michael: Kantorin Barbara Völkel geht in den Ruhestand

Die evangelische Kirchengemeinde St. Michael verabschiedet die Vokalpädagogin am Sonntag (14. März) mit einem Gottesdienst. Die Stelle soll spätestens im Herbst neu besetzt werden.

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Sie bildet junge Stimmen aus: Barbara Völkel beendet ihre Tätigkeit als Kantorin für das Singen mit Kindern und Jugendlichen im Kirchenkreis Oldenburger Münsterland. Am Sonntag (14. März) wird sie in der Kirche St. Michael in Lohne verabschiedet. Archivfoto: Scholz

Sie bildet junge Stimmen aus: Barbara Völkel beendet ihre Tätigkeit als Kantorin für das Singen mit Kindern und Jugendlichen im Kirchenkreis Oldenburger Münsterland. Am Sonntag (14. März) wird sie in der Kirche St. Michael in Lohne verabschiedet. Archivfoto: Scholz

Ihren Abschied hatte sie sich sicherlich ganz anders vorgestellt: Mit Ablauf dieses Monats geht Barbara Völkel in den Ruhestand. Die Osnabrückerin hat in den vergangenen 5 Jahren im Kirchenkreis Oldenburger Münsterland die neu geschaffene Stelle der Kantorin für das Singen mit Kindern und Jugendlichen – neuer Name: "Junge Stimmen" – aufgebaut und geprägt.

Wie der Lohner Pfarrer Christian Jaeger mitteilt, wird Völkel am Sonntag (14. März) um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Michael im Beisein von Landeskirchenmusikdirektorin Beate Besser (Oldenburg) verabschiedet. "Wegen der Pandemie können nur wenig Gäste teilnehmen – zumal es Barbara Völkel wichtig ist, dass 16 Kinder bei diesem Anlass nacheinander singen", sagt Jaeger.

Jene Personen, die die evangelische Kirchengemeinde unter anderen Umständen gerne eingeladen hätte, seien gebeten worden, ihre Wünsche für die Musikpädagogin mitzuteilen. Der Geistliche bedankt sich im Namen des Gemeindekirchenrats für Völkels Einsatz. Sie habe auch nach Beginn der Corona-Pandemie nicht aufgesteckt, sondern "unermüdlich und erfolgreich nach dem Machbaren gesucht".

Sie bildet weiter Erzieherinnen im Singen in der Kita fort: Barbara Völkel. Foto: Thomas VölkelSie bildet weiter Erzieherinnen im Singen in der Kita fort: Barbara Völkel. Foto: Thomas Völkel

Neubesetzung der Stelle voraussichtlich im Spätsommer/Herbst 2021

Jaeger sagt, die evangelische Kirchengemeinde sei sehr froh, "dass diese übergemeindliche Stelle in Lohne angesiedelt ist, weil wir in unserer mittelfristigen Gemeindeaufbau-Perspektive den Fokus auf junge Familien legen". Er rechnet laut eigener Aussage damit, die Stelle im Spätsommer/Herbst neu besetzen zu können.


Anlässlich ihres Abschieds hat OM online mit Barbara Völkel ein schriftliches Interview geführt, in dem sie über ihre Erfahrungen, ihre Zukunft und ihre Wünsche für Lohne berichtet.

Frau Völkel, welche Erfahrungen haben Sie in Lohne gemacht?
Es war nicht einfach, den seit 2016 im Aufbau befindlichen Kinderchor in der Kirchengemeinde St. Michael, der offen für alle Kinder ist, bekannt zu machen. Die Musikschule und die Angebote der Freilichtbühne waren Eltern bekannt und das Interesse an einem weiteren Angebot nicht sehr groß. Auch meine Bestrebungen, über die Grundschulen und Kindergärten Kinder und Eltern für das Singen im Chor zu interessieren, wurden nur im gemeindeeigenen Kindergarten St. Katharina und an der Von-Galen-Schule längerfristig unterstützt. Ich hätte mir außerdem gewünscht, dass mein Angebot, in den Kindergärten zu singen, mehr Resonanz erfahren hätte. Allerdings nahm die Chorszene in Lohne uns auf und ermöglichte uns einen Auftritt beim Freundschaftssingen der Lohner Chöre 2018. Auch das Caritas-Sozialwerk in Lohne war dankbar für unsere Initiative, in der Adventszeit bei Menschen, die es betreut, zu Hause zu singen. Es organisierte die Fahrten zu den Wohnungen und Vertreterinnen begleiteten uns. Für alle Beteiligten waren das positive Erfahrungen – ganz besonders für die Kinder, die erleben konnten, wieviel Freude sie mit ihren Liedern geben können. Die gute Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring im Rahmen des Ferienpasses und eine finanzielle Förderung des Luther-Musicals 2017 durch die Stadt sind weitere positive Erfahrungen in Lohne.

Wie empfanden Sie die Arbeit in der Kirchengemeinde?
Die Arbeit in der Lohner Kirchengemeinde gestaltete sich angenehm und getragen von den Mitarbeitenden, die für Hilfen und Problembewältigungen immer ein offenes Ohr hatten und ehrliche Stellungnahmen. Ich habe die Freiheit innerhalb meines Arbeitsgebietes sehr geschätzt und konnte mich andererseits auf den Rückhalt in der Gemeinde verlassen. Regelmäßige Auftritte machten dies sichtbar: Herausragend waren 2 Musicalaufführungen in dieser Zeit; eine 3. zu meinem Abschied war leider wegen der Pandemie nicht umzusetzen. Zu regelmäßigen Aktionen wurden die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes am 2. Advent und die Terminierung eines Taufgottesdienstes im Mai, da der Kinderchor besonders gern in Gottesdiensten sang, in denen getauft wurde.

Wie geht es für Sie weiter?
Davon ausgehend, dass ich wieder in Präsenz mit Menschen singen kann, bleibt mir meine freiberufliche Tätigkeit erhalten, die ich gegenwärtig lediglich online praktiziere, da das miteinander Singen noch verboten ist. Neben meinem Lehrauftrag an der Hochschule in Osnabrück liegt mein Schwerpunkt in der Erwachsenenbildung im Singen mit Kindern und dort besonders in der Fortbildung von Erzieherinnen und Erziehern im Singen in der Kita. Sehr gern biete ich Workshops, Seminare und Teamschulungen auch in Lohne an, wenn ich dazu eingeladen werde.

Was möchten Sie den Lohnerinnen und Lohnern mitgeben?
Meine Stelle wird wieder besetzt werden, sodass die ‚Jungen Stimmen Lohne‘ nicht verstummen. Mein Wunsch ist, dass die Lohnerinnen und Lohner – seien es Kinder, Eltern, Verantwortliche bei den Kirchen und im Rathaus, in Schule und Kindergarten – dieses Angebot wahrnehmen und als ‚eine zu pflegende Pflanze‘ unterstützen. Der Kinderchor in Lohne sollte sich zum Jugendchor erweitern und wesentlich mehr Zulauf erfahren. Ich möchte den Menschen in Lohne mitgeben, dass es sich für unsere Kinder lohnt, wenn sie darauf achten, dass das Singen in Gemeinschaft gepflegt wird.

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