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Ab dem zweiten Satz kam der Durchblick

Tischtennis oder Fußball? Tischtennis und Fußball lautet die Antwort von Manfred Garwels, der beide Sportarten seit der Jugend betreibt. Im Interview erinnert er sich an seinen schönsten Sportmoment.

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Mehrfacher Kreismeister: Manfred Garwels beherrschte jahrelang die Tischtennisszene des Kreises Cloppenburg. 1985 gewann er als 18-Jähriger seinen ersten Titel. Foto: Matthias Garwels

Mehrfacher Kreismeister: Manfred Garwels beherrschte jahrelang die Tischtennisszene des Kreises Cloppenburg. 1985 gewann er als 18-Jähriger seinen ersten Titel. Foto: Matthias Garwels

Die Frage, wie viele Kreismeistertitel er in seiner Tischtennis-Karriere eingefahren hat, vermochte er nicht auf Anhieb zu beantworten. An seinen ersten Titel im Männerbereich erinnert sich Manfred Garwels indes noch bestens.

Erstmals im Seniorenbereich an den Start gehend, hatte ihn bei den Titelkämpfen 1985 in der Cloppenburger Sporthalle wohl keiner auf der Rechnung. Der Youngster vom BV Essen galt im 32er-Feld der Herren-A-Klasse als krasser Außenseiter. Doch gleich in seinem ersten Spiel ließ der 18-Jährige aufhorchen. Gegen den damals schon zu den Etabalierten zählenden Molberger Josef Bruns landete Garwels einen, wenn auch knappen, Erfolg. Was folgte, waren Siege gegen Jens Weyland, Hans-Georg Koopmeiners und Raimund Meinders.

Im Endspiel wartete der Barßeler Detlef Schulte, der sich aufmachte, den bereits zweimal gewonnenen Wanderpokal mit Sieg Nummer drei endgültig in seinen Besitz zu bringen. Der Topfavorit hatte allerdings die Rechnung ohne den ohne jede Scheu vor großen Namen daherkommenden Essener gemacht.

„Die Besonderheit war, dass bei den Kreismeisterschaften über drei Gewinnsätze gespielt wurde.“
Manfred Garwels, BV Essen

Garwels erinnert sich. „Die Besonderheit war, dass über drei Gewinnsätze (damals noch bis 21) gespielt wurde. Schultes Spezialität waren seine Aufschläge. Er warf den Ball bis zu drei Metern in die Höhe. Ich schaute immer nur auf den Ball und wurde durch die Hallenbeleuchtung leicht geblendet.“ Resultat war ein lockerer Satzerfolg von Schulte, doch dann kam bei Garwels der Durchblick. „Ich sollte immer nur auf den Schläger schauen, hat mir irgendeiner zugerufen“, schmunzelt er. Danach lief‘s wie am Schnürchen: Mit 21:16, 21:16 und 21:17 ließ er Schulte keine Chance und sicherte sich seinen ersten von in den kommenden Jahren noch fünf weiteren Kreismeistertiteln.

Nach sechs weiteren Jahren beim BV Essen wechselte Garwels 1991 in die damalige Tischtennis-Hochburg zum TTV Garrel-Beverbruch. Zehn erfolgreiche Jahre in der Verbandsliga, Oberliga und sogar Regionalliga, danach kehrte der heute 53-Jährige nach einem kurzen Gastspiel beim SV Petersdorf 2002 zum BV Essen zurück, wo er noch heute im Bezirksligateam im oberen Paarkreuz spielt.

Als Fußballer blieb der als Fahrdienstleister bei der Deutschen Bahn beschäftigte Garwels seinem BVE über mehr als vier Jahrzehnte treu. In der E-Jugend begonnen, war er als Torhüter über viele Jahre fester Bestandteil der Essener Reserve. „Für die erste Mannschaft hat es nicht gereicht, ich hatte immer Ferdi Nortrup vor mir“, schmunzelt Garwels.

Foto: © Matthias GarwelsFoto: © Matthias Garwels

Nachhaltig in Erinnerung ist ihm ein Altherrenturnier. Im Mai 2003 hatte sich das Essener Ü32-Team für die Niedersachsenmeisterschaft in Barsinghausen qualifiziert. Erst im Finale unterlag der als krasser Außenseiter gestartete BVE dem TSV Havelse im Elfmeterschießen. Garwels: „Wir haben sieben Spiele á 30 Minuten absolviert. 208 Minuten war ich ohne Gegentor, doch zwei Minuten vor Schluss haben wir nach unserer Führung durch Stefan Germann noch den Ausgleich kassiert und dann im Elfmeterschießen unglücklich 3:4 verloren.“

Somit bleibt es auch nach Corona dabei: Tischtennis und Fußball soll‘s schon sein...

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