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86-jähriger Barßeler Franz Josef Hibben wagt Sprung aus 4300 Metern Höhe

Franz Josef Hibben aus Barßel ist für besondere Abenteuer zu haben: Der 86-Jährige ist am Flugplatz Varrelbusch aus 4300 Metern Höhe gesprungen.

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Bereit für den Absprung: Franz Josef Hibben (links) wird standesgemäß von Sprungpartner Sascha Herold gesichert. Foto: Passmann

Bereit für den Absprung: Franz Josef Hibben (links) wird standesgemäß von Sprungpartner Sascha Herold gesichert. Foto: Passmann

Von Nervosität keine Spur: Ein wenig Anspannung gehört aber dazu. "Ja, das schon, aber ich würde es jederzeit wieder machen", sagt Franz Josef Hibben. Der Barßeler hat sich einen großen Sprung aus luftiger Höhe zugetraut. Im Alter von 86 Jahren sprang er mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug.

Sich aus knapp 4300 Metern aus dem Flugzeug zu stürzen, ist nicht jedermanns Sache – erst recht nicht in einem solch hohen Alter. Doch Hibben war schon immer abenteuerlustig – und ein bisschen verrückt, wie er sagt. "Fallschirmspringen ist jetzt schon mal abgehakt", meint der ehemalige Obermeister der Cloppenburger Tischlerinnung. Er habe kein Zeitgefühl mehr gehabt, denn er sei so richtig vor sich hin geschwebt, bevor sich der Fallschirm geöffnet habe. "Ich kann das gar nicht richtig in Worte fassen", sagt der Tischlermeister, "besonders als sich die Luke des Flugzeugs geöffnet hat und ich in die Tiefe geschaut habe, wusste ich, es gibt kein Zurück mehr", so Hibben.

Schon immer wollte er am Flugplatz Varrelbusch einen Tandemsprung machen. Das habe ihn gereizt. Doch bisher wurde das Vorhaben immer wieder wegen schlechter Witterung abgesagt. Bei wunderbarem Wetter war es nun aber soweit. Um 14 Uhr traf Hibben mit seiner Tochter am Flugplatz in Varrelbusch ein. Nach einer kurzen Wartezeit ging es an die Vorbereitung des Sprungs. "Jeder von uns bekam einen Tandemmaster zugeteilt, mit dem wir dann zusammen aus dem Flugzeug sprangen. Am Boden wurde uns dann noch genau erklärt, wie wir uns zu verhalten haben", sagt Hibben. Wichtigste Anweisung: Immer die Beine oben halten, damit man sich bei der Landung nicht verletzt. Das wurde ihm deutlich von seinem Tandempartner Sascha Herold erklärt.

Tochter blickt gespannt vom Boden aus zu

Im Laufe des Nachmittags war es dann soweit: Das Flugzeug hob ab und brachte Franz Josef Hibben auf rund 4300 Meter Höhe. Und die Tochter blickte gebannt in den Himmel, wann nun ihr Vater vom Himmel fallen würde. "Im Flugzeug war ich immer noch nicht nervös", sagt der wagemutige Barßeler. Doch kurz vor dem Sprung sollte sich der Puls dann doch noch erhöhen. "Als ich dann das Loch sah, aus dem wir springen mussten, wurde mir dann doch etwas anders. Aber egal, ich wollte das jetzt machen", erzählt Hibben.

Mit einem speziellen Passagiergurtzeug, fest mit dem Tandemmaster verbunden, ging es dann raus in den blauen Himmel. Der freie Fall dauert bei diesen Sprüngen ungefähr zwischen 35 und 45 Sekunden. In einer Höhe von rund 1500 Metern öffnete sich dann sanft der extra große Tandemschirm und Hibben trudelte der Erde entgegen.

"Das war einfach ganz toll. Ein Erlebnis, das jeder einmal in seinem Leben gemacht haben sollte. Ich würde es sofort wieder machen", betont der 86-Jährige. Nicht ganz klappte es mit dem formvollendeten Landen auf dem Gelände. "Ein wenig wurden wir vom Wind abgetrieben und landeten dann auf einer Wiese neben einem Maisfeld. Doch alles ist gut gegangen", so Hibben.

Für besondere Abenteuer ist der Barßeler immer zu haben. So unternimmt er schon seit Jahren als leidenschaftlicher Motorradfahrer Touren im In- und Ausland. Er liebt sein Motorrad der Marke BMW R 1000 RT über alles. Rund 140.000 Kilometer habe der Tischlermeister damit schon auf den Straßen Europas zurückgelegt, erzählt er. Nach diesem Erlebnis zeigte sich, dass Hibben nicht nur auf der Straße zu Hause ist.

  • Info: Die Tandemsprünge werden am Flugplatz Varrelbusch von der Fallschirmsportgruppe Wildeshausen angeboten, die jedes Jahr mehrere Hundert Sprünge organisiert. Weitere Informationen gibt es auf www.fsg-wildeshausen.de.

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