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Wolfgang Rose-Heine macht Romberg zum Roman

Der Autor widmet sich dem in Vechtaer geborenen Komponisten in einem fiktiven Werk. Dieses hat er nun Vechtas Bürgermeister übergeben.

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Romberg in Romanform: Wolfgang Rose-Heine (rechts) übergab nun sein Werk über den Künstler an Vechtas Bürgermeister Kristian Kater. Foto: Gerecke

Romberg in Romanform: Wolfgang Rose-Heine (rechts) übergab nun sein Werk über den Künstler an Vechtas Bürgermeister Kristian Kater. Foto: Gerecke

Seine Publikation über das Leben von Andreas Romberg hat am Mittwoch Wolfgang Rose-Heine an Vechtas Bürgermeister Kristian Kater übergeben. Der Autor hat die Biografie des Komponisten und Violinisten mit einer fiktiven Geschichte verwoben und damit das Leben unterhaltend und bildlich dargestellt.

Neben der Habilitationsschrift von Kurt Stephenson von 1937, die als Grundlage für die Biografie verwendet wurde, und der Veröffentlichung von Professor Dr. Martin Blindow, gibt es kaum Veröffentlichungen über das Leben und Wirken Rombergs. Dabei geht es in diesem Buch weniger um musikwissenschaftliche Details.

Der gebürtige Vechtaer Romberg verbrachte seine Kindheit in Münster und wurde mit seinem Vetter Bernhard zum Musiker ausgebildet. In der Bonner Hofkapelle lernte er von 1790 bis 1793 unter anderem Ludwig van Beethoven kennen. In den Konzertreisen der 1790er Jahre besuchte er auch Joseph Haydn in Wien. Eine Anekdote verrät, dass Haydn zu Beginn eines Konzertabends in einem der Musik liebenden Häuser ein neues Streichquartett vorstellte und damit das Publikum begeisterte. Auf Nachfrage der Hausherrin erklärte er dann dem erstaunten Publikum, dass das Werk nicht von ihm, sondern von Andreas Romberg – an der Violine konzertierend – stammte.

Autor sammelte fast 20 Jahre Daten für sein Werk

Von 1800 bis 1815 wirkte Romberg als freischaffender Künstler zusammen mit seinem Vetter in Hamburg und prägte das Musikleben der Hansestadt entscheidend mit. Bernhard Romberg zog es weiter nach Paris, wo er Professor am Konservatorium wurde. Andreas Romberg trieb es aufgrund der französischen Invasion Napoleons über den Komponisten Louis Spohr ins provinzielle Gotha, wo er Hofkapellmeister wurde. Was wäre wohl geschehen, wenn er in seiner erfahrenen Schaffensperiode in einem prosperierenden Hamburg hätte bleiben können? Antworten erhält man im Werk von Rose-Heine.

Fast 20 Jahre sammelte Wolfgang Rose-Heine Daten, um seine Erzählung über Romberg in romanhafter Form zu verwirklichen. Durch seinen damaligen Schulfreund Axel Amberger, in vielen Chören Vechtas als engagierter und erfahrener Chorsänger geschätzt, wurde Rose-Heine zu Beginn der 2000er durch Konzerte im Kreishaus Vechta, die Professor Dr. Karl-Heinz Höfer aufführte, auf Romberg aufmerksam.

Der ehemalige Deutsch- und Musiklehrer will durch sein Buch dazu beitragen, dass der Künstler Romberg, aber auch die Komponistin Emilie Mayer, die im 19. Jahrhundert die einzige Komponistin von Sinfonien war, nicht in Vergessenheit geraten. Romberg war ein zu Lebzeiten hoch geschätzter Violinist und Komponist, der sich in vielen Städten in Deutschland und Europa einen Namen machte. Beispielsweise findet sich der Name Romberg (sowohl Andreas als auch Bernhard) unter den häufig genannten Komponisten in den Leipziger Konzertprogrammen zwischen 1800 und 1840.

  • Info: Wolfgang Rose-Heine: "Der Künstler / Die Komponistin", Ibidem-Verlag, 05/2020; ISBN-13: 9783838214528; 16,90 Euro.

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