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Wie eine Leiter die Kunstszene inspiriert

„Theaoter-Müse von Aite“ unterhalten mit „Murks in't Museum“ auf dem Hof Westerkamp in Telbrake.

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Murks in ́t Museum: „Das ist expressionistische Dramaturgie par excellence“, sagt Charlotte Bitterhehn (Susanne Osterloh, rechts) zu Fiona Nöötpickel (Birga Hellmann) über das vermeintliche Kunstwerk. Gemeint ist die Leiter mit Thermoskanne, Salamibrot und Gurken. Foto: Heinzel

Murks in ́t Museum: „Das ist expressionistische Dramaturgie par excellence“, sagt Charlotte Bitterhehn (Susanne Osterloh, rechts) zu Fiona Nöötpickel (Birga Hellmann) über das vermeintliche Kunstwerk. Gemeint ist die Leiter mit Thermoskanne, Salamibrot und Gurken. Foto: Heinzel

„An modernen Gemälden muss das wichtigste zu sehen sein – die Signatur“, verkündet die reiche, aber absolut ahnungslose Kunstsammlerin Klarissa von Stoltenfels (Vera Helms). Sie ist mit ihrem italinischen Lover Gigi Santana (Daniel Groß) auf der Suche nach einem neuen Kunstwerk für ihre Sammlung. Eine Skulptur hat es ihr angetan, sie erkennt aber nicht, dass es ein Feuerlöscher ist. Eine Szene aus „Murks in't Museum“. Das Stück ist eine bitterböse und unglaublich witzige Satire auf die Kunstbranche und ihre Auswüchse.

Die Theatergruppe des Heimatvereins Oythe brachte das Ganze jetzt auf die Bühne. Die „Theaoter-Müse von Aite“ spielten die Plattdeutsche Komödie von Andreas Wening in der Übersetzung von Heino Buerhoop auf dem Hof Westerkamp in Telbrake. Das Besondere an der Aufführung war ein guter Schuss Lokalkolorit. So tauchten in den witzigen Dialogen etwa Claus Dalinghaus oder die Oldenburgische Volkszeitung auf.

Inhaltlich geht es um Miroslav Murks (Andreas Diers), der seiner Heimatstadt ein Kunstwerk schenken will. Museumsmitarbeiter Olaf von der Heide (Hannes Lücker) und seine Chefin Fiona Nöötpickel (Birga Hellmann) sind begeistert und lassen von Rosi und Peter Zaletzki (Mechthild Helms und Rolf Aumann) die Räumlichkeiten herrichten. Leider werden die „Fachkraft für Purität“ (Putzfrau) und der „Facility Manager“ (Hausmeister) zur Geburt ihres Enkelkindes gerufen. Sie lassen alles stehen und liegen.

Kunstkritikerin Charlotte Bitterhehn (Susanne Osterloh) und Fiona Nöötpickel besichtigen die Räumlichkeiten und denken, dass die Leiter das erwartete Kunstwerk von Miroslav Murks sei und loben es in den höchsten Tönen: „Das Salamibrot! Das steht für die Vergänglichkeit des Lebens“, meint Bitterhehn und fährt fort: „Der Eimer und der Wischmopp stehen für das Verlangen nach Reinheit.“ So schlagen sie das vermeintliche Kunstwerk für den Preis des „Goldenen Tinnef“ vor.

Was folgt, ist ein herrliches Irrspiel mit tollen Dialogen. Das Ensemble, zu dem auch die beiden Museumshelfer (Markus Diers und Ingo Bahlmann) gehören, spielt mit Begeisterung.

Die einzelnen Rollen sind hervorragend besetzt. Der eine oder andere Hänger wird charmant überspielt.

Die drei Akte des Stückes vergehen wie im Fluge. Das Zwerchfell hat bei der Pointendichte nur wenig Gelegenheit zur Erholung. Selbst Menschen, deren Muttersprache nicht Plattdeutsch ist, können den Dialogen gut folgen. Insgesamt ist es eine urige und durchaus intime Atmosphäre in der Scheune auf dem Hof Westerkamp in Telbrake.

Wer wissen möchte, was sich hinter Mittelfinger-Yoga verbirgt oder welche Gemeinsamkeit der VfL Oythe und die Mafia haben, muss sich das Stück ansehen. Oder um es mit Andreas Diers zu sagen: „Wenn es Euch gefallen hat, erzählt es weiter, ansonsten haltet die Klappe.“ Ersteres ist hiermit getan.

Bis Mitte März wird es sechs weitere Vorstellungen in Telbrake geben.

Info:

Die nächste Aufführung ist am Samstag (22. Februar) um 19.30 Uhr.

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