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Visbek verabschiedet "Alte Bekannte" mit Standing Ovations

Das zweistündige Konzert in der vollen St.-Vitus Kirche war abwechslungsreich, humorvoll und sprühte vor mitreißenden Liedern. Die Chemie zwischen Musikern und Publikum stimmte definitiv.

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Alte Bekannte: Björn Sterzenbach (von links), Friedemann Petter, Ingo Wolfgarten, Daniel Dickopf und Clemens Schmuck. Foto: Heinzel

Alte Bekannte: Björn Sterzenbach (von links), Friedemann Petter, Ingo Wolfgarten, Daniel Dickopf und Clemens Schmuck. Foto: Heinzel

Ein Liebeslied für Kuschelhasen, 2-Jährige als kleine Terroristen und eine Montagsallergie thematisierten die „Alten Bekannten“ jetzt in der Pfarrkirche St. Vitus. Das vom Kulturkreis Visbek organisierte Konzert der A-cappella-Gruppe musste aufgrund der Pandemie zweimal verschoben werden. Die Kirche war voll, wie Hausherr Pfarrer Hermann Josef Lücker erfreut feststellte – das sei „immer schön“.

Die Band besteht aktuell aus Clemens Schmuck (Bariton), Daniel „Dän“ Dickopf (Bariton), Ingo Wolfgarten (Bariton), Friedemann Petter (Baritenor, seit 2020) und Björn Sterzenbach (Bass mit Beatfunktion). Ingo Wolfgarten und Björn Sterzenbach hatten den Abend mit einem Instagram-Song angekündigt. Darin sangen sie beispielsweise „Kauf Dir keinen Big Mäck, kauf lieber Tickets für Visbek. Kauf Dir keinen VW-Bus, komm einfach in die Kirche St. Vitus!“ Ein Reim, der vom stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Visbek, André Hüttemeyer, in seinen Begrüßungsworten aufgegriffen wurde. Jedenfalls meinte er über die Alten Bekannten: „Ich war total beeindruckt. Die Jungs haben es richtig drauf.“ Eine Tatsache, die die Band anschließend eindrucksvoll demonstrieren sollte.

Die Musiker setzten gleich zu Beginn den richtigen Ton und sangen „Wir sind Alte Bekannte. Schön, Euch wiederzusehen. Lasst etwas Neues entstehen.“ Vier der fünf Sänger präsentierten 2018 ihre erste CD „Wir sind da“ in der St.-Vitus-Kirche in Visbek. Im Vergleich zu ihrem damaligen Konzert haben die „Alten Bekannten“ noch einmal eine ordentliche Schippe draufgelegt. Die Choreographien sind verfeinert und ausgeprägter. Eine Lichtshow sorgt für Atmosphäre und die Moderationen sind gewohnt humorvoll und charmant. Darin erläuterten die Bandmitglieder, welche Verbindung „Dän“ zu Visbek hat, warum sie ein „Mehrgenerationenprojekt“ seien und was Friedemann Petter mit „The Voice of Germany“ zu tun habe.

Bunte Socken hieß es nicht nur musikalisch bei den Alten Bekannten in Visbek.
Foto: Heinzel
Daniel Dän Dickopf singt Bariton und moderierte über große Teile die Übergänge zwischen den einzelnen Liedern.
Foto: Heinzel
Die lebende Beatbox: Clemens Schmuck (Bariton) demonstrierte seine Bandbreite am virtuellen Schlagzeug.
Foto: Heinzel
Baritenor Friedemann Petter ist seit zwei Jahren bei den Alten Bekannten.
Foto: Heinzel
Björn Sterzenbach sang u.a. Leben und leben lassen.
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Bariton Ingo Wolfgarten offenbarte sein komödiantisches Talent.
Foto: Heinzel
Alte Bekannte: Top-Gesang mit Lichtshow und Choreographie in der Pfarrkirche St. Vitus.
Foto: Heinzel

Ihr größtes Pfund sind jedoch die tollen Stimmen. Die fünf wechselten sich dabei bei den einzelnen Liedern als Hauptstimme ab. Friedemann Petter sang etwa „Du hast mich in Dich verliebt“, Clemens Schmuck „Bunte Socken“ und die „Ode an die Schnarchnasen“, Björn Sterzenbach „Leben und leben lassen“, Ingo Wolfgarten „Nicht mein Zirkus“ und Daniel „Dän“ Dickopf „Das Leben“. Letzteres behandelt ein besonders intensives Erlebnis, da „Dän“ den Song mit der vielsagenden Textzeile „Das Leben ist das, was passiert, während andere Pläne machen“ mit der Information anmoderiert hatte, dass er im Dezember einen Schlaganfall erlitten habe. Dadurch bekam das ruhige Lied irgendwie mehr Wucht.

Bei der Musikauswahl spielte die aktuelle CD „Bunte Socken“ eine große Rolle. Vielen noch in Erinnerung waren Lieder der ersten CD wie „Ich habe kein Tattoo“, „Verboten“, „Der Dings“, „Kleiner Terrorist“ oder die „Montagsallergie“,  die die Alten Bekannten ebenfalls zum Besten gaben. Doch die Band besang zudem „Billige Jeans“, die Eifel als Wohnort und präsentierte ein Medley. Natürlich durften während des Auftritts Wise-Guys-Klassiker wie „Das Sägewerk Bad Segeberg“ oder „Deutsche Bahn“ nicht fehlen. Die „Alten Bekannten“ gründeten sich schließlich 2017 als Nachfolgeband der „Wise Guys“. Ihren letzten Song des Abends sangen die fünf Musiker ohne Mikrofonverstärkung mitten im Publikum. Anschließend bedankten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer mit Standing Ovations bei der Band. In Anlehnung an ihren DB-Song könnte man zu ihrem Auftritt in Visbek sagen: „Thank you for singing with 'Alte Bekannte'!“

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