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Vechtakind begeistert mit satirischen Memes

Heimatliebe mit Humor:  Die Seite "Vechtakind" auf Instagram postet seit September 2019 lustige Beiträge mit einem lokalen Bezug. In der Corona-Krise schlägt der User nun aber ernste Töne an.

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Humoristisches Mengendiagramm zum Stoppelmarkt: Diese „Vechtatorten“ sind als Memes ein Markenzeichen des Instagram-Satire-Accounts Vechtakind. Grafik: Vechtakind

Humoristisches Mengendiagramm zum Stoppelmarkt: Diese „Vechtatorten“ sind als Memes ein Markenzeichen des Instagram-Satire-Accounts Vechtakind. Grafik: Vechtakind

Wo kennt jeder jeden, wo wird der Alkohol zu jeder Tages- und Nachtzeit ausgeschenkt und wo stößt man dann mitunter noch auf verkleidete Menschen in bunten Kostümen? Für das Vechtakind ist die Antwort klar: „Natürlich auf dem Stoppelmarkt!“

Das Vechtakind? – So nennt sich eine satirische Seite auf der Social-Media-Plattform Instagram. „Heimatliebe mit Humor“ steht in der Beschreibung. Denn der Spaß-Account veröffentlicht regelmäßig sogenannte Memes mit einem lokalen Bezug zur Stadt oder dem Landkreis Vechta.

Als Memes werden im Internet vor allem lustige und unterhaltsame Bilder bezeichnet, die eine bestimmte Pointe oder Botschaft ausdrücken.

4800 Menschen folgen dem unbekannten Betreiber

„Bin ich deine Nachbarin, dein Frisör, dein Enkel oder deine Chefin? Wer weiß das schon“, schreibt der Betreiber auf Nachfrage der OV. Er möchte unerkannt bleiben, das sei die Idee hinter dem Account. „Ich nutze die Seite eigentlich nur als kreativen Ausgleich, weil es mir Spaß macht, andere Leute zum Lachen zu bringen.“

Mit Erfolg: Obwohl die Seite erst seit September 2019 existiert und trotz des anonymen Nutzers im Hintergrund, folgen dem Vechtakind bereits fast 4800 Menschen. „Das Besondere ist ja, dass meine Follower alle aus dem Kreis Vechta kommen, weil man sonst die Witze gar nicht versteht“, betont der User.

Corona-Krise: Vechtakind gibt Tipps gegen den drohenden Lagerkoller

In der Corona-Krise schlägt der anonyme Nutzer aber seit Kurzem einen anderen Ton an, um „die Reichweite auch mal sinnvoll zu nutzen“, wie er sagt. Frühling, bestes Wetter und Sonnenschein – da wolle trotz Virus niemand zuhause bleiben, sondern lieber Grillen oder Zeit mit Freunden verbringen. „Ich hatte das Gefühl, dass viele die Warnungen lange nicht ernst nahmen oder zumindest unterschätzten“, sagt das Vechtakind und ergänzt: „Dem wollte ich entgegenwirken.“

Deshalb sammelt der Nutzer auf seiner Instagram-Seite Tipps gegen die Langeweile. Interaktiv können die knapp 4800 Follower dabei mitmachen, und werden so motiviert, zuhause zu bleiben. Die eingereichten Tipps veröffentlicht die Seite später in ihrer Instagram-Story. „Die Resonanz ist sehr groß, ich komme nicht mal dazu alle Vorschläge zu teilen.“

Unter dem Hashtag #vechtahältzusammen bündelt der Spaß-Account Liefer- und Abholdienste

Unterdessen ruft das Vechtakind auch zur Unterstützung des Einzelhandels auf. Dazu hat der Account den Hashtag #vechtahältzusammen ins Leben gerufen. „Es ist nicht die Südoldenburger Art zu sagen: Alles doof, die Läden müssen schließen, warten wir mal bis Olaf Scholz das Portemonnaie aufmacht“, so der Betreiber.

Unternehmen und Geschäfte, die einen Liefer- oder Abholdienst anbieten, haben sich beim Vechtakind gemeldet und wurden ebenfalls in der Story geteilt. So konnten sich Vechtaer in den sozialen Medien unter #vechtahältzusammen informieren, wo sie weiter einkaufen können.

„Irgendwann habe ich dann Moin Vechta kontaktiert“, berichtet der User weiter. Moin Vechta, das Stadtmarketing, und die Stadt Vechta haben diese Idee dann aufgegriffen und mit dem Hashtag eine Kampagne für den Einzelhandel gestartet.

Betreiber warnt in Corona-Krise vor Fake-News

Trotz des Erfolgs und des Spaßes warnt das Vechtakind aber auch vor Fake-News: „Social Media bedeutet im Wesentlichen, dass jeder Knallkopp mit Internetzugang mehr oder weniger ungefiltert seinen Mumpitz ins Netz laden kann.“ Um Informationen weiterzugeben oder auf Projekte hinzuweisen, sei das ein Vorteil.

Der Nachteil sei, dass Menschen das ausnutzen, etwa um Angst oder Verschwörungstheorien zu verbreiten. Der User hoffe daher, dass Menschen Beiträge kritischer hinterfragen, bevor sie sie teilen.

Dennoch überwiegen für ihn die Vorteile der sozialen Medien. Die Follower können sich daher auch künftig auf neue Vechtakind-Memes freuen.

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