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Vechtaer Museum ist in die Jahre gekommen

Die Dauerausstellung der städtischen Einrichtung soll grundlegend überdacht werden. Die Durchführung einer Konzept- und Machbarkeitsstudie durch ein externes Fachbüro könnte rund 30.000 Euro kosten.

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Alte Zeichnungen, neue Visionen: Museumsleiter Kai Jansen schwebt eine Umstrukturierung der mittelalterlichen Dauerausstellung vor. Ohne die Hilfe von externen Kräften lässt sich ein Konzept seinen Angaben zufolge aber nicht entwickeln.  Foto: Speckmann

Alte Zeichnungen, neue Visionen: Museumsleiter Kai Jansen schwebt eine Umstrukturierung der mittelalterlichen Dauerausstellung vor. Ohne die Hilfe von externen Kräften lässt sich ein Konzept seinen Angaben zufolge aber nicht entwickeln.  Foto: Speckmann

Das Museum im Zeughaus gehört zu den kulturellen Aushängeschildern Vechtas. Hauptattraktion sind zweifelsohne die vielfältigen Elemente, die sich mit der Geschichte der Stadt und der Region auseinandersetzen. Doch nach Auffassung der Einrichtungsleitung ist die umfangreiche Dauerausstellung in die Jahre gekommen. Das Erscheinungsbild soll nun komplett neu überdacht und gestaltet werden.

Der Ausschuss für Kultur und Erwachsenenbildung hat sich am Montagabend in seiner ersten Sitzung in der neuen Ratsperiode für die Erstellung einer Konzept- und Machbarkeitsstudie zur Neugestaltung der Dauerausstellung in der städtischen Einrichtung ausgesprochen. Die Arbeit soll ein externes Fachbüro übernehmen. Für den Auftrag sollen 30.000 Euro im Haushaltsplan 2022 veranschlagt werden.

Für Museumsleiter Kai Jansen entspricht die Ausstellung sowohl in didaktischer als auch gestalterischer Hinsicht nicht mehr den heutigen Erwartungen. „Die steigenden Ansprüche der unterschiedlichen Zielgruppen und Nutzer, ihre Sehgewohnheiten sowie die Standards der Museumseinrichtung und die Vermittlungsformen haben sich in den zurückliegenden 25 Jahren zu einem großen Teil erheblich verändert“, sagt er.

Der mittelalterliche Charakter der Ausstellung soll erhalten bleiben. Aber die Präsentation könnte durch das Einbeziehen neuer interaktiver Elemente ein anderes Gesicht bekommen.   Foto: SpeckmannDer mittelalterliche Charakter der Ausstellung soll erhalten bleiben. Aber die Präsentation könnte durch das Einbeziehen neuer interaktiver Elemente ein anderes Gesicht bekommen.   Foto: Speckmann

Auch wenn es ein historisches Museum sei, heiße dies nicht automatisch, dass es altmodisch sein müsse, so Jansen weiter. In den vergangenen Jahren habe es immer wieder kleine Veränderungen gegeben. Aber es seien eben nur Korrekturen gewesen. Diese genügten mit Blick in die Zukunft nicht. Nun gehe es um ein grundsätzliches Neudenken der Dauerausstellung.

„Wir sollten nicht Gefahr laufen, dass es zu einer Abstimmung mit den Füßen kommt und die Menschen abwandern.“Museumsleiter Kai Jansen

Auf die Notwendigkeit einer Neuausrichtung habe nicht zuletzt auch der Museumsverband Niedersachsen und Bremen hingewiesen, so der Einrichtungsleiter. Die Stadt müsse sich dringend auf den Weg begeben, denn sonst könne das Haus aufgrund mangelnder Attraktivität an Zuspruch verlieren. „Wir sollten nicht Gefahr laufen, dass es zu einer Abstimmung mit den Füßen kommt und die Menschen abwandern.“

Für Jansen geht es keineswegs darum, sich von den mittelalterlichen Inhalten der Ausstellung zu verabschieden. Ihm schwebt vielmehr vor, einen neuen und frischen Blick auf die bisherigen Themen zu richten. Durch das Erarbeiten und Einbeziehen neuer Gesichtspunkte und Geschichten mit den dazugehörigen Exponaten soll die Angebotspalette in den drei Geschossen erweitert werden.

„Durch Gegenwartsbezüge könnten verstärkt Brücken zum Leben der Besucher gebaut werden. Anhand eindrucksvoller Inszenierungen, durch das Einbeziehen neuer interaktiver Elemente und die Überarbeitung der Mitmachstationen würde die Dauerausstellung auf einen modernen Stand gebracht und damit das Museum auch zukunftsfest gemacht werden“, ist der Einrichtungsleiter überzeugt.

Doppelungen mit anderen Museen vermeiden

Um eine solide Grundlage für die Neuausrichtung zu haben, regt Jansen eine Einbeziehung von externen Experten an. Sie sollten zunächst eine Bestandsaufnahme vornehmen und dann eine Machbarkeitsstudie entwickeln. Ziel müsse es sein, ein Alleinstellungsmerkmal für die Einrichtung in Vechta herauszuarbeiten. Inhaltliche Doppelungen mit anderen Museen in der Region seien zu vermeiden.

Ohne fremde Hilfe sei eine solche Konzept- und Machbarkeitsstudie jedoch nicht zu machen, meint Jansen. Für entsprechende Arbeiten verfüge die Stadt Vechta über kein eigenes Personal, und die Mitarbeiter des Museums könnten diese umfangreichen Arbeiten nicht nebenbei erledigen. Darüber hinaus habe sich für entsprechende Studien die Sichtweise einer außenstehenden Person bewährt.

Ausschuss steht voll und ganz hinter den Plänen

Fest steht bereits jetzt, dass es sich bei dem Vorhaben um einen langwierigen Prozess handeln wird. Laut Jansen könnte es durchaus sechs bis sieben Jahre dauern, bis sämtliche aus dem Konzept abgeleiteten Maßnahmen umgesetzt seien. Die Arbeiten müssten im laufenden Museumsbetrieb erfolgen. Darüber hinaus müssten für die einzelnen Schritte auch die finanziellen Mittel bereitstehen.

Der Ausschuss für Kultur und Erwachsenenbildung um seine neue Vorsitzende Ilka Middelbeck (Grüne) steht voll und ganz hinter den Plänen. Die Mitglieder haben in der öffentlichen Beratung die Bedeutung des Museums mit seinem mittelalterlichen Bezug zur Stadt Vechta hervorgehoben. Zur Einleitung des Prozesses bedarf es jetzt noch der Zustimmung des Verwaltungsausschusses.

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