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Und "Klick!": Robert Lindemann tourt als Fotograf um die Welt

Robert Lindemann ist in Damme aufgewachsen. Jetzt verdient er seinen Lebensunterhalt als Fotograf für große Marken. Aber er steht auch selbst vor die Kamera - selbstironisch und notfalls hüllenlos.

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Robert Lindemann ist immer auf Motivsuche. Foto: Röttgers

Robert Lindemann ist immer auf Motivsuche. Foto: Röttgers

„Bei einem Foto geht es oft nicht nur um das Bild als solches, sondern auch um das ganze Drumherum“,  sagt Robert Lindemann. Der 30 Jahre alte Fotograf hat seine Kindheit und Jugend in Damme verbracht. Nach dem Abitur zog es den gebürtigen Kieler dann aber doch wieder weiter in Richtung Norden, in seine „Traumstadt Hamburg“. Er machte eine Ausbildung zum Fotografen.

Heute arbeitet er selbstständig – nicht nur als Fotograf, sondern auch als Videograf und Digital Operator. Heißt: Er übernimmt für andere Fotografen den digitalen Aufgabenpart, bearbeitet Bilddaten auf dem Rechner vor, sortiert unscharfe Aufnahmen aus, archiviert und sorgt dafür, dass die Bilder beim Kunden landen.  „Daneben mache ich noch recht viel auf Instagram, wo ich zwar mit 6500 Followern jetzt nicht unbedingt sehr viele habe, aber meine Comedyvideos doch recht viele Leute erreichen“, findet Lindemann. 

Tausende Flugmeilen zu sammeln, das gehört zum Job

"Das bringt auch den angenehmen Nebenaspekt mit sich, dass ich sehr viel herumkomme", blickt Lindemann auf das vergangene Jahr zurück. Allein in den Wochen, bevor Corona im März alles in einen kollektiven Lockdown versetzte, sei er für Aufträge in Mexiko, auf Sansibar, auf Teneriffa und 2 Mal in Kapstadt gewesen.

„Ein Foto bedeutet für mich daher, neben dem eigentlichen Bild vor allem spannende Begegnungen mit Menschen, Kulturen und fernen Ländern. So habe ich Freunde in aller Welt“, sagt der 30-Jährige. „Außerdem habe ich jetzt als Darsteller meine erste Hauptrolle in einem Werbespot gespielt.“ Mehr darf er nicht verraten.

Neben den kommerziellen Produktionen – vor allem zum Thema Mode – schätzt der Fotograf die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern. „Das Anfertigen von Covern oder Musikvideos macht mir Freude. Da ich selber durch Hip-Hop sozialisiert wurde, arbeite ich daher sehr gerne mit Rappern zusammen.“  Und so gilt für Lindemann: Ausgestattet mit der Sony A7IIIr geht er „immer mit offenen Augen durch die Welt und entdeckt oft Motive oder Fotohintergründe“, wo viele andere nichts Besonderes sehen würden.

Die Handykamera – für den Profi Fluch und Segen

Lindemann hatte sich schon in früher Jugend sehr für Filme interessiert. Durch die Filmtheorie kam er zum Fotografieren. Jedem Fotofreund rät er heute: "Einfach machen. Übung macht den Meister!" Es komme auch nicht primär auf das Equipment an. "Jeder hat heute eine Kamera in seinem Handy in der Tasche immer dabei." Das sei Fluch und Segen zugleich. "Das macht mir als Fotograf das Leben schwerer, weil die Digitalisierung und eben der Fakt, dass heute jeder jederzeit ein korrekt belichtetes Foto machen kann, den Markt etwas kaputt gemacht hat."

Da muss er als Fotograf eben Besonderes liefern. In Anlehnung an den Rapper „MC Smook“, der schon seit 5 Jahren einen eigenen Kalender veröffentlicht, hat Lindemann jetzt seinen eigenen „Erotik-Kalender“ für 2021 herausgegeben. „Da ich durchaus eine etwas narzisstische Seite habe und mich vor der Kamera mindestens genauso wohlfühle wie dahinter, ist irgendwann dieser Kalender entstanden“, erklärt Lindemann

Er zeigt sich in dem Kalender zum Teil hüllen- und „bisweilen schonungslos unverblümt“: „Gerade bei meinen Kunden kam der Kalender sehr gut an, weil er unsere Branche natürlich leicht ironisch kommentiert. Ich arbeite in einer Branche, in der wir primär schöne, perfekte Menschen ablichten. Daher hat mein Kalender natürlich die ironische Komponente, dass nun statt der Models ein Typ mit Bierbauch zu sehen ist. Und das zum Teil an den gleichen Locations, auf denen zuvor die Modelle fotografiert wurden. Die meisten Bilder entstanden nämlich auf Jobreisen.“

Die erschienenen 500 Kalenderexemplare sind inzwischen ausverkauft. Ein Trost für alle Fans: Es wird nach seinen Worten bestimmt einen neuen Kalender geben.

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