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Theatergruppe Goldenstedt bietet Show mit Knalleffekt

Die neue Spielzeit in Goldenstedt startet mit „Alles wegen Lara“. Der Erlös ist für einen „Wünschewagen“ der Malteser bestimmt.

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Ein Dorn im Auge ist Berta (Britta Middelbeck, von links) die „verflixte Sauferei“ ihres Mannes Tommy (Marcel Stüttelberg) mit seinem Freund Gustav (Manfred Schneider). Foto: Lauer

Ein Dorn im Auge ist Berta (Britta Middelbeck, von links) die „verflixte Sauferei“ ihres Mannes Tommy (Marcel Stüttelberg) mit seinem Freund Gustav (Manfred Schneider). Foto: Lauer

Vieles ist neu: die versetzt angeordnete Bestuhlung, Hochstühle zum Probesitzen in der letzten Reihe, eine um 25 Zentimeter erhöhte Bühne (alles für eine bessere Sicht), ein neues Bühnenbild, für das es spontanen Beifall gibt, und schließlich die Premiere an einem Freitag. Geblieben ist ein äußerst zufriedenes Publikum, das sich gut unterhalten fühlt und nicht mit Beifall und Bravo-Rufen geizt – die Theatergruppe Goldenstedt ist erfolgreich in die neue Spielzeit gestartet.

„Alles wegen Lara“ heißt die plattdeutsche Komödie in drei Akten von Günther Müller, die das Ensemble noch bis zum 28. März im Saal Grimm (Hotel „Zur Schmiede“) zeigt. Im Mittelpunkt der Handlung steht der Frührentner Gustav Eilers, der eine uneheliche Tochter aus einer vorehelichen Liebesbeziehung („Jeder hat mal zehn schwache Minuten“) erfunden hat, die er unterstützen muss. Das Geld bekommt er monatlich von seiner Ehefrau Rosa, die ihn ansonsten finanziell äußerst knapphält. Das Geld verprasst Gustav allerdings gemeinsam mit seinem Freund Tommy Ricksen beim Stammtisch in der Kneipe. Verzwickt wird die Situation, als Gustavs damaliger „Fehltritt“ Malwiene Kröger mit ihrer Tochter Laura auftaucht. Zumal sich Gustavs und Rosas Sohn Heinz in die – vermeintliche – Halbschwester verliebt. Der eigentliche Knalleffekt der Geschichte kommt allerdings erst am Schluss.

Nur einer spricht Hochdeutsch

Mit sehr viel Körpereinsatz spielt Manfred Schneider den gequälten Ehegatten Gustav. Einerseits froh, dass „die Geldmaschine immer noch läuft“, weil Laura zwar 18 Jahre alt wird, aber noch studieren möchte. Andererseits droht das Kartenhaus zusammenzustürzen, weil seine Schwester Klara eine Laura ausfindig macht und sie zusammen mit deren Mutter auf den Hof einlädt. Ertragen lässt sich diese Qual nur mit Bier und einem Schluck Korn aus der versteckten Flasche, die er mit einem Etikett „Lebertran“ versehen hat – nichts ahnend, dass seine Frau ihm längst auf die Schliche gekommen ist und tatsächlich Lebertran eingefüllt hat.

Alle Schauspieler glänzten in ihren Rollen und verkörperten die teils widersprüchlichen Charaktereigenschaften mit der nötigen Tiefe. Mathis Dornieden sprach als einziger Schauspieler Hochdeutsch. Er spielte den etwas kauzigen, verschrobenen Professor Dr. Lorenz Montag, der aufs Land gekommen ist, um Plattdeutsch zu lernen und Steine zu sammeln.

Für Heiterkeit beim Publikum sorgen Kalauer, Witz und Klamauk. In Eigenregie hat die Theatergruppe den Text mit viel Lokalkolorit angereichert. Steine findet der Professor in Varenesch, Altona („kurz vor Hamburg“) oder unter dem „Goldregen“ an der Hunte. Die Praxis Dr. Bruns wird erwähnt, ebenso die Jacobus-Apotheke und das Hotel Grimm, sogar die frühere Goldenstedter Lehrerin Ingrid Schmidt. Co-Vorsitzender Karsten Dörfer teilte mit, dass der Erlös aus dieser Saison bestimmt sei für die Malteser zur Anschaffung eines „Wünschewagens“.

  • Info: Vor allem für die Mittwochsaufführungen gibt es noch Restkarten.

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