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"Tante Mia tanzt“: Festivalmacher hat Ziel nie aus den Augen verloren

Veranstalter Ralf Klaaßen blickt den ersten Events in Vechta trotz der schwierigen Planung mit Zuversicht entgegen. Für ihn ist der frühe Termin im Mai Fluch und Segen zugleich.

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Vechta im Partyrausch: Nach 2-jähriger Zwangspause soll das Electro-Festival "Tante Mia tanzt" am 26. Mai wieder die Massen magnetisieren. Nur 2 Tage später folgt mit „Ladioo – das Party-Open-Air“ schon das nächste Event auf dem Stoppelmarkt-Gelände.   Foto: Chowanietz

Vechta im Partyrausch: Nach 2-jähriger Zwangspause soll das Electro-Festival "Tante Mia tanzt" am 26. Mai wieder die Massen magnetisieren. Nur 2 Tage später folgt mit „Ladioo – das Party-Open-Air“ schon das nächste Event auf dem Stoppelmarkt-Gelände.   Foto: Chowanietz

Nach 2 Jahren Corona-Pause ist der Weg für Festivals wieder frei. Zehntausende Besucher werden bei „Tante Mia tanzt“ am 26. Mai (Himmelfahrt) und „Ladioo – das Party Open Air“ (28. Mai) in Vechta erwartet. Im Interview spricht Ralf Klaaßen über die Rückkehr in den Partymodus. Der Veranstalter berichtet über die Herausforderungen in der Planungsphase und erklärt, warum „Tante Mias“ 5. Geburtstag zu einem besonderen Event werden soll.

Herr Klaaßen, die Zwangspause ist vorbei. Wie erleichtert sind Sie, dass der Tanz endlich wieder losgeht?
Sehr erleichtert! Wir mussten jetzt ganze 3 Jahre auf unsere große Geburtstags-Ausgabe warten. Zeitgleich stehen wir mit einem komplett neuen Format in den Startlöchern. „Ladioo“ wird 2 Tage nach „Tante Mia tanzt“ ebenfalls auf dem Stoppelmarktgelände stattfinden – und das zum ersten Mal.

Wann war für Sie klar, dass die Events definitiv stattfinden können?
Für mich persönlich hat sich bereits im letzten Sommer abgezeichnet, dass in diesem Jahr auch die großen Festivals wieder machbar sind. Damals gab es einige Veranstaltungen und kaum negative Auswirkungen auf die Inzidenzzahlen in den Regionen. Wir haben daher bereits im Herbst die Zweifel über Bord geworfen und sind das große finanzielle Risiko eingegangen, die Planungen im vollen Umfang wieder aufzunehmen.

Die bundesweiten Corona-Beschränkungen für solche Großveranstaltungen sind aber erst zum 20. März 2022 gefallen.
Das stimmt. Aber Events dieser Größenordnung werden nicht von einem Tag auf den anderen geplant. Der Vorlauf ist wichtig, zumal wir schon geahnt haben, dass sich der Markt seitens der Partner und Dienstleister verändert.

Beeindruckende Kulissen, namhafte Acts: Das Line-up mit mehr als 30 Künstlern auf vier Bühnen soll dem fünften Geburtstag von Tante Mia tanzt gerecht werden.  Foto: ChowanietzBeeindruckende Kulissen, namhafte Acts: Das Line-up mit mehr als 30 Künstlern auf vier Bühnen soll dem fünften Geburtstag von "Tante Mia tanzt" gerecht werden.  Foto: Chowanietz

Also haben Sie die Arbeit forciert, während die Pandemie sich weiter verschärfte?
Ja. Wir haben schon seit dem letzten Sommer unser Team neu aufgestellt und sind seit Oktober an den Planungen. Während der 2 Jahre sind wir auch immer am Ball geblieben und haben unsere Ziele für „Tante Mia tanzt“ und „Laadio“ sowie das „Strandfieber“ in Goldenstedt nie aus den Augen verloren. Wir haben die Lage aktiv beobachtet, Ideen geschmiedet, waren im Austausch mit Ämtern und Behörden.

Wie schwer ist es, bei der ungewissen Corona-Entwicklung zu planen?
Sehr schwer, allerdings liegt das mittlerweile weniger an der Ungewissheit, sondern eher daran, dass wir einen Großteil unserer Dienstleister erneuern müssen. Unsere Branche hat massiv unter der Pandemie gelitten. Alle Gewerke sind stark davon betroffen – vor allem finanziell und personell stehen viele vor großen Hürden.

Wie macht sich das bei Ihnen bemerkbar?
Bei den früheren Veranstaltungen mussten wir eigentlich nur noch mit den Dienstleistern und Partnern die neue Planung besprechen. Nun müssen überhaupt erst mal Dienstleister gefunden werden, die aktuell in der Lage sind, solch einen Aufwand zu stemmen. Hinzu kommt die extreme Kostenexplosion durch fehlendes Personal, weitere Entfernungen, mehr Übernachtungen und natürlich gestiegene Kraftstoffpreise.

Einfach das bewährte Konzept aus der Schublade zu holen, war also nicht möglich?
Das wäre schön gewesen (lacht). „Tante Mia tanzt“ und „Ladioo“ waren fertig geplant, als wir im März 2020 die Arbeit einstellen mussten. Aber daran konnten wir nicht anknüpfen. Alles, wirklich alles, musste neu durchdacht, angefragt und koordiniert werden. Wofür wir sonst 365 Tage Zeit hatten, mussten wir nun in wenigen Monaten erledigen. Das alles stemmen wir mit einem neuen Team. Es fühlt sich an, als würden wir „Tante Mia tanzt“ wirklich das erste Mal durchführen.

Klingt wie Aufbruchstimmung.
Könnte man so sagen. Es bringt ganz neue Herausforderungen mit sich. Trotz allem fokussieren wir uns voll und ganz auf das Positive: Die Pandemie hat auch neue Türen geöffnet. Neue Chancen, die nur darauf warten, ergriffen zu werden. Die Lage normalisiert sich langsam, auch wenn es nie wieder so sein wird wie davor.

Gibt es trotz des Wegfalls von Corona-Beschränkungen einige Schutzvorkehrungen, die Sie als Veranstalter treffen?
Wir haben natürlich ein Hygienekonzept entwickelt, allerdings warten wir noch auf die finalen Richtlinien und Vorgaben seitens der zuständigen Ämter und Behörden. Wir sind aber zuversichtlich, dass es keine großen Auflagen geben wird.

Worauf sollten die Besucher achten?
Wir appellieren an das Verantwortungsgefühl und bitten die Gäste darum, vor dem Festival einen Schnelltest zu Hause durchzuführen und sich am Veranstaltungstag an Hygienemaßnahmen wie Händewaschen zu halten. Das ist für jeden eine Kleinigkeit, kann aber insgesamt das Risiko einer Ansteckung verringern.

Mit welcher Resonanz rechnen Sie bei „Tante Mia tanzt“?
Wir waren im Mai schon immer eines der ersten Festivals im Kalender, aber jetzt sind wir eines der ersten Festivals nach 2 langen Jahren. Das ist Fluch und Segen zugleich.

Was meinen Sie damit?
Wie schon gesagt, bringt die Planung viele Hürden mit sich, aber auf Seiten der Gäste erleben wir eine unglaublich positive Resonanz. Die Leute wollen endlich wieder gemeinsam ausgelassen feiern, tanzen, Musik live erleben. Das haben auch 2 Jahre Pandemie nicht verändert, im Gegenteil. Wir registrieren gerade einen richtigen „Run“ auf die Tickets und rechnen mit einer wesentlich höheren Besucherzahl als bei der letzten Ausgabe (Anm. d. Red: 2019 waren es rund 20.000 Besucher).

Worauf darf sich das Publikum besonders freuen?
Wir haben viele altbekannte DJ-Stars wieder für uns gewinnen können. Unter anderem Don Diablo, den Headliner aus 2018. Lost Frequencies war bei der allerersten Ausgabe schon bei uns zu Gast. Aber auch neue Acts wie Felix Jaehn, Monika Kruse und Paul Elstak sind nur ein paar große Namen von über 30 Acts, die auf 4 wunderbaren Bühnen warten.

Die Besucher können sich freuen: Auch DJ Felix Jaehn legt zum erstem Mal auf der Westerheide auf.    Foto: Universal Music Group  Viktor SchanzDie Besucher können sich freuen: Auch DJ Felix Jaehn legt zum erstem Mal auf der Westerheide auf.    Foto: Universal Music Group / Viktor Schanz

Also ein Line-up, das dem 5. Geburtstag gerecht wird?
Definitiv! Unser Fokus lag schon immer auf einem breit gefächerten Elektro-Dance-Mix. Wir sind fest davon überzeugt, dass es uns auch für die große Geburtstagsausgabe der Lieblingstante gelungen ist. Dazu arbeiten wir auch am "Look & Feel" auf dem Gelände. Die Gäste sollen sich bei "Tante Mia" wie zu Hause fühlen.

Und wie schaut's bei „Ladioo“ aus?
Hier präsentieren wir die Crème de la Crème des Partyschlagers. Mickie Krause, Anna-Maria Zimmermann, Loona, Lou Bega und viele mehr versprechen einen bunten Marathon, der Jung bis Alt anspricht. Alles auf einer Bühne, die es in Vechta so noch nicht gab. Auch hier erwarten die Gäste neben dem musikalischen Mix ein kleiner Jahrmarkt mit Riesenrad, Kettenflieger sowie zahlreiche Food- und Erlebnis-Stände.

Glauben Sie, dass die Stimmung gleich wieder so ausgelassen ist wie früher?
Wenn man sich die aktuellen Veranstaltungen in den Clubs anschaut oder an den letzten Sommer denkt, dann kann man davon ausgehen, dass die Stimmung sogar nochmal getoppt wird zu den letzten Ausgaben – und da hat man schon gedacht, mehr geht doch eigentlich nicht.


Zur Person:

  • Ralf Klaaßen ist seit etwa 30 Jahren in der Veranstaltungsbranche tätig. Er ist, gemeinsam mit Thomas Wernikowski, Geschäftsführer der Agentur „plus2event GmbH“.
  • Die Firma hat sich auf die Organisation von Veranstaltungen und Festivals spezialisiert, unter anderem „Tante Mia tanzt“, Strandfieber" und „Ladioo - das Party Open Air“.
  • Nähere Infos zu den Festivals gibt es unter www.tantemiatanzt.de und www.ladioo-party.de.
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