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Soundscapes: Jazzpianistin Wiebke Schröder führt in Vechta Bandcoachingprojekt durch

Sie formt aus Musikschülern eine Band, fördert deren kreatives Musizieren, besucht Konzerte samt Vor- und Nachbereitung, organisiert das Aufnehmen eines eigenen Songs sowie einen Konzertauftritt.

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Die Band (von links): Varya Bodnaruk (Gesang), Yasmine Belfqih (Violine), Niklas Fritsche (Gitarre), Erik Hanken (Klavier), Luca Mählmann (Schlagzeug) und Stine Meyer (E-Bass). Foto: Wiebke Schröder

Die Band (von links): Varya Bodnaruk (Gesang), Yasmine Belfqih (Violine), Niklas Fritsche (Gitarre), Erik Hanken (Klavier), Luca Mählmann (Schlagzeug) und Stine Meyer (E-Bass). Foto: Wiebke Schröder

Wiebke Schröder ist Jazzpianistin und Klavierlehrerin an der Kreismusikschule (KMS) in Vechta. Die Osnabrückerin engagiert sich aktuell in Rahmen ihrer Lehrtätigkeit an dem Projekt „Soundscapes“. Der Titel „Klanglandschaften“ steht für die Vielfältigkeit sowohl der Musik als auch des Angebots im Projekt. Dabei betreut die Musikerin sechs Musikschüler und formt aus ihnen eine Band. Wiebke Schröder geht es dabei um die Einstellung der jungen Menschen – um ihr „Mindset“. Sie möchte den Projektteilnehmern Experimentierfreude und Offenheit für kreatives Musizieren vermitteln.

Der Besuch von kulturellen Veranstaltungen ist ebenfalls vorgesehen. Diese werden mit der Band vor- und nachbereitet. Sie dienen sowohl als Inspirationsquelle als auch als gemeinsame Aktivität, die die Gruppe auch persönlich zusammenschweißen soll. Abgerundet wird das Ganze durch einen eigenen Auftritt und – falls möglich – die Aufnahme eines eigenen Stücks. Während des Projektzeitraums zwischen Juni 2022 und Mai 2023 trifft sich Wiebke Schröder einmal in der Woche für 60 Minuten mit ihren Schützlingen. „Sie kriegen dadurch eine Vorstellung davon, was es heißt, in einer Band kreativ zu sein.“ Das Projekt wird mit 5000 Euro aus dem Programm „Startklar in die Zukunft“ durch das Land Niedersachsen gefördert. Das Unterfangen ist in mehrere Phasen unterteilt.

Am Anfang des Projekts mussten die Teilnehmer sich erst einmal kennenlernen und das gemeinsame Musizieren üben. Mit dabei sind Erik Hanken (Klavier), Luca Mählmann (Schlagzeug), Niklas Fritsche (Gitarre), Stine Meyer (E-Bass), Varya Bodnaruk (Gesang) und Yasmine Belfqih (Violine). Die sechs galt es, „in ihrer Welt abzuholen“. So üben sie derzeit zwei bekannte und von ihnen gewünschte Lieder, die Wiebke Schröder für sie so umarrangierte, dass die Band sie gut lernen kann. Nämlich Adeles „Right as Rain“ und Jamie Cullums „All at Sea“. Diese erste Phase legt sozusagen die Basis für den Rest des Projekts.

Schröder: "Musik viel mehr als reines Instrumentenspiel"

Grundlage für das gemeinsame Musizieren ist stets das „elementare Handwerk des Instrumentenspieles“. Gleichzeitig ist „Musik viel mehr als reines Instrumentenspiel“, meint Wiebke Schröder, und das wolle sie ihren Schützlingen über das Bandcoaching vermitteln. Hier kommt die 2. Phase des Projekts ins Spiel. „Wir haben jetzt angefangen, mit leichten Mitteln zu improvisieren und Musikstile wie zum Beispiel den Bossa Nova kennengelernt. Danach ist es der Plan, die sechs mit etwas für sie musikalisch Fremdem zu konfrontieren“, sagt die Pianistin.

„Ich gebe neue Impulse“, sagt Wiebke Schröder über ihre Aufgabe, denn „die Idee für diese Band war: abholen, improvisieren, auftreten und ein eigenes Stück aufnehmen“. Selbstverständlich musste sie dabei flexibel bleiben und alle Phasen inhaltlich auf ihre Schützlinge anpassen. Der Programmpunkt Konzertbesuch ist für Anfang November vorgesehen. Dabei beschäftigen sie sich mit dem Auftritt des "Ensemble Dreiklang" in Höltinghausen. Dieser steht unter dem Motto: Tango meets Klezmer.

Das Wiebke-Schröder-Trio (von links): Wiebke Schröder (Klavier), Michael Bohn (Kontrabass) und Silas Jakob (Schlagzeug). Foto: SchröderDas Wiebke-Schröder-Trio (von links): Wiebke Schröder (Klavier), Michael Bohn (Kontrabass) und Silas Jakob (Schlagzeug). Foto: Schröder

Und dann wird es ernst. Die Projektteilnehmer streben ihrem ersten eigenen Auftritt entgegen. Am 19. November im Rahmen der Rock-Nacht im Gulfhaus ist es soweit. „Es muss ja nicht gleich ein Abend füllendes Programm sein“, sagt Wiebke Schröder. Die Band wird wohl einen Song zum Besten geben. Erfahrungen zu sammeln, stehe im Vordergrund.

KMS-Leiter Rainer Wördemann findet das Projekt sehr gut. Die Teilnehmer seien dadurch breiter aufgestellt. Entscheidend sei die Motivation der Bandmitglieder – diese müssten einfach Lust haben. Wiebke Schröder versuche, den Schülern dabei zu helfen, indem sie diese fördere und fordere, manchmal bremse sowie stets versuche, dass der Spaß am Musizieren nicht zu kurz komme. „Das richtige Maß dabei zu finden, ist wichtig“, sagt die Klavierlehrerin.

„Ich bin selbst Musikerin und möchte diese Begeisterung weitergeben.“ Musik sei für sie eine Lebenseinstellung und vor allem eine Form der Kommunikation. Generell arbeitet sie 3 Tage die Woche an der KMS und spielt ansonsten in ihren Bands wie dem Wiebke-Schröder-Trio, Flaw And Order oder dem Duo Symarell. „In der Wechselwirkung von Lehre und künstlerischen Projekten versuche ich, stets die Balance zu halten“, sagt Schröder. Sie selbst hat mit dem Trio bereits 2017 mit „Episodes“ ein eigenes Album veröffentlicht.

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