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So fasziniert Pater Anselm Grün seine Zuhörer

Auf Einladung des Vereins „pfiffikus“ stellte Pater Anselm Grün in der Stadthalle sein neues Buch vor. Und der Benediktinermönch hat eine besondere Botschaft für die 500 Anwesenden.

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Der oftmals als „Schreibmaschine Gottes“ bezeichnete Benediktinermönch Pater Anselm Grün stellte in der Stadthalle Cloppenburg vor 500 Besucherinnen und Besuchern sein neues Buch „Wofür brennst du? Leidenschaft leben“ vor. Foto: Heidkamp

Der oftmals als „Schreibmaschine Gottes“ bezeichnete Benediktinermönch Pater Anselm Grün stellte in der Stadthalle Cloppenburg vor 500 Besucherinnen und Besuchern sein neues Buch „Wofür brennst du? Leidenschaft leben“ vor. Foto: Heidkamp

Mehr als 300 Bücher hat Pater Anselm Grün in seinem Leben bereits geschrieben, in denen er sich vorwiegend mit der Spiritualität und der Lebenshilfe beschäftigt. Auf Einladung des Vereins „pfiffikus e.V.“ stellte der mittlerweile 80-jährige Theologe und Betriebswirt, der in der Abtei Münsterschwarzach bei Würzburg lebt, vor 500 Gästen in der Cloppenburger Stadthalle sein neues Buch „Wofür brennst du? Leidenschaft leben“ vor.

Vielen Menschen, so stellte der Geistliche fest, fehle es in der heutigen Zeit an Leidenschaft. Ihnen stünden dabei oft Hindernisse im Weg, ihre Leidenschaften, diese Leidenschaft zu wecken und sie auszuleben. Als ein Beispiel führte er das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Katar an. „Die brennen nicht“, erklärte damals der Fußball-Experte und ehemalige Nationalspieler, Bastian Schweinsteiger, angesichts der scheinbaren Antriebslosigkeit und Gleichgültigkeit vieler Spieler.

„Wenn ich etwas will und wirklich für etwas brenne, dann habe ich Lust und Zeit, das auch zu tun. Brennen heißt, leidenschaftlich leben.“

Pater Anselm Grün

Viele Menschen, das merke Pater Anselm durch seine Arbeit in der geistlichen Begleitung, suchten Ausflüchte in ihren eigenen Charakterschwächen. Doch das halte er für überwindbar. Leidenschaft habe nämlich auch mit Disziplin zu tun. „Wenn ich etwas will und wirklich für etwas brenne, dann habe ich Lust und Zeit, das auch zu tun. Brennen heißt, leidenschaftlich leben“, so Pater Anselm. Er bezeichnete die Leidenschaft als eine Kraft, die etwas in Bewegung setzen würde. Sie sei die Voraussetzung für schöpferisches Handeln. Und deshalb brauchen wir sie nach Aussage von Pater Anselm nicht nur in der Kunst, sondern auch in der Wissenschaft und im Einsatz für andere Menschen und für Gerechtigkeit in der Welt.

Es gelte, die eigene Leidenschaft zu wecken oder sie wiederzuentdecken. Denn für etwas zu brennen, führe dazu, dass man sich selbst wieder spürt und so zu mehr Lebendigkeit findet. Dieses hilft, Verantwortung für das eigene Leben und die Zukunft dieser Welt zu übernehmen. Hilfreich seien dabei oft Bilder aus der Kindheit, die positive Auswirkungen und Einstellungen auf den Menschen haben und sich als Leidenschaft im Beruf umsetzen können.

Wichtig sei auch der Unterschied zwischen negativer und positiver Leidenschaft. Ein Chef, der bei einem Projekt nur seinen Weg gehen will und über seine Mitarbeiter hinwegsieht, arbeite mit blinder Leidenschaft. Motivierender sei es dagegen, alle Beteiligten ernst zu nehmen und ihre Vorstellungen und Anregungen anzunehmen. Ein wichtiges Kriterium sei die Vermittlung von Hoffnung. „Ein IT-ler weckt die Hoffnung auf die Lösung von Computer Problemen ebenso wie ein Polizist, der einen guten Job macht und damit Schutz und Sicherheit vermittelt“, erklärte P. Anselm.

Pater Anselm Grün kam im Anschluss an seine gut besuchte Buchvorstellung mit vielen Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch. Viele nutzen die Möglichkeit, ein Buch inklusive Autogramm zu ergattern. Foto: HeidkampPater Anselm Grün kam im Anschluss an seine gut besuchte Buchvorstellung mit vielen Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch. Viele nutzen die Möglichkeit, ein Buch inklusive Autogramm zu ergattern. Foto: Heidkamp

Zu Beginn hatte „pfiffikus“-Vorstandsmitglied Herbert Feldkamp den fränkischen Ordensmann begrüßt. Der Buchtitel „Wofür brennst du? Leidenschaft leben“, passe hervorragend zum Verein „pfiffikus“. Der Name stehe für eine Welt, in der alle jungen Menschen die gleichen Chancen haben, selbstbestimmt in ihre berufliche Zukunft zu starten. „Dafür brennen wir und helfen jungen Menschen, in Ausbildung zu kommen“, betonte Feldkamp. Er bedankte sich für die Spende der VR-Bank in Süd-Oldenburg, durch deren finanzielle Unterstützung alle Kosten der Veranstaltung abgedeckt werden konnten. „Durch diese Hilfe sind wir in der Lage, die gesamten Eintrittsgelder für die Arbeit des Vereins „pfiffikus“ zu verwenden. Sie helfen uns zu helfen“, dankte Feldkamp auch den 500 Anwesenden.

Der häufig auch als die „Schreibmaschine Gottes“ bezeichnete P. Anselm Grün zählt zu den populärsten und meistgelesenen christlichen Autoren der Gegenwart. Seine Bücher haben zweistellige Millionenauflagen erreicht und wurden in mehr als dreißig Sprachen übersetzt. Im Frühjahr wurde P. Anselm Grün zu einer Privataudienz nach Rom eingeladen. „Sie sind ein Mensch, der keine Angst hat“, würdigte das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Franziskus, das Wirken des Benediktinermönches.

Viele Besucherinnen und Besucher nutzten im Anschluss die Möglichkeit zum Kauf eines signierten Buches, Selfies oder einem kurzen Gespräch mit dem Geistlichen.

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