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Sie leben ihren Glauben in der Musik aus

Die Holdorfer Rock- und Pop-Lobpreisband "Unico" feiert ihr langjähriges Bandbestehen. Warum sie seit 20 Jahren immer noch eine Gruppe sind, verraten sie im Gespräch mit OM online.

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Sind seit 20 Jahren ein Team: Jan Beckmann (von links), Kathrin Wessels, Jan Bahlmann, Heike Lampe-Gössling, Lena Lampe-Gössling, Judith Gramann und Johann große Schlarmann. Foto: Siefke

Sind seit 20 Jahren ein Team: Jan Beckmann (von links), Kathrin Wessels, Jan Bahlmann, Heike Lampe-Gössling, Lena Lampe-Gössling, Judith Gramann und Johann große Schlarmann. Foto: Siefke

Ein Schlagzeug vor dem Altar umgeben von einer E-Gitarre und einem Bass. So sieht es aus, wenn die Holdorfer Lobpreisband "Unico" auftritt - mitten im Gottesdienst. Sich selber bezeichnet die Gruppe als eine Rock- und Popband, die moderne Kirchenmusik in die Gotteshäuser bringen möchte. Ungewöhnlich ist an der Band, dass sie schon seit 20 Jahren besteht. Die Musiker kennen sich seit dem Teenageralter, nun sind einige selbst Eltern. Die Gruppe hat jetzt passend zum 20-jährigen Bestehen ein neues Album herausgebracht.

Freunde wollten auch nach Kirchenchor-Auflösung weiter zusammen Musik machen

Angefangen hat alles im Jahr 2000. Die 7 Freunde, Jan Beckmann, Kathrin Wessels, Jan Bahlmann, Heike Lampe-Gössling, Lena Lampe-Gössling, Judith Gramann und Johann große Schlarmann - damals waren sie zwischen 9 und 17 Jahre alt - wollten nach der Auflösung des Kinderchores weiter gemeinsam Musik machen. So kam es, dass sich um Bandleiterin Kathrin Wessels eine Gruppe formierte mit dem Namen "Unico". "Wir haben eine alte Anlage von meinem Vater bekommen und losgelegt", erzählt Wessels. Im Dezember 2000 hatten die Holdorfer dann ihren ersten Auftritt in der Kirche St. Peter und Paul in Holdorf.  

"Anfangs sind wir noch relativ verhalten gewesen. Vom Klavier begleitet haben wir erste Kirchenlieder vor der Gemeinde gesungen."Kathrin Wessels, Bandleiterin

"Anfangs sind wir noch relativ verhalten gewesen. Vom Klavier begleitet haben wir erste Kirchenlieder vor der Gemeinde gesungen", sagt Wessels. Doch über die Jahre hinweg sei die Band immer professioneller und rockiger geworden. Unterstützt wurden die damaligen Teenager vor allem von ihren Eltern, was die Anschaffung des Equipments angeht. "Wir haben dann jedes Wochenende geprobt und immer mehr Auftritte im Holdorfer Raum gehabt", berichtet Wessels. Über die Jahre seien sie immer bekannter geworden.

Das neue Album der Band Unico: Du bist gut. Coverfoto: Band UnicoDas neue Album der Band "Unico": "Du bist gut". Coverfoto: Band Unico

Auch musikalisch hat sich die Band weiterentwickelt. "Anfangs haben wir einfach modernere Kirchenlieder nachgesungen", sagt Wessels. Irgendwann hätten sie angefangen, auch Lobpreislieder auf Englisch zu spielen, unter anderem nach dem Vorbild der Gruppe "hillsong united". Mittlerweile schreibt die Band auch ihre eigenen Lieder - vorrangig auf Deutsch, da so die Menschen die Botschaft besser verstehen würden.

"Unico" möchte Kirche moderner gestalten

"Unser Ziel war es von Anfang an, die jüngeren Menschen mit unserer Musik für die Kirche zu begeistern, oder anders gesagt, die katholische Kirche moderner zu gestalten", erzählt die Bandleiterin. Die Bandmitglieder würden versuchen, die Menschen mit ihren Songs zum Mitmachen zu animieren. "Wir wollen unseren Glauben in der Musik ausdrücken", sagt Wessels. Dabei würde es zunächst keine Rolle spielen welcher Konfession die Menschen angehören. 

Das Feedback sei überwiegend positiv. "Natürlich sind die Menschen hier auf dem Land etwas verhaltener, was das Mitmachen angeht. Aber viele kommen nur wegen uns in die Gottesdienste", sagt die Holdorferin. Dementsprechend große Konzerte hat die Holdorfer Lobpreisband schon gespielt. Das größte Konzert sei eine Veranstaltung mit etwa 2000 Menschen gewesen. 

Es hat aber auch schon Ablehnung für die doch sehr moderne Band gegeben. "Bei einer Hochzeit sollten wir eigentlich auftreten. Doch der Pfarrer war mit uns schon im Vorfeld so unzufrieden, dass er uns Hausverbot erteilt hat", berichtet Wessels. 

Zusammenhalt ist das Bandgeheimnis

Doch wie schafft es eine Band, von Kindesbeinen bis hin ins Erwachsenenalter zu existieren? Manche Mitglieder haben Kinder und sie wohnen nicht mehr in Holdorf. "Ich glaube, Zusammenhalt war bei uns immer schon ein ganz wichtiges Thema. Der Spaß an der Musik und die Freundschaft hat uns dann über die Jahre als Band bewahrt", sagt Wessels. Des Zusammenhaltes wegen hätte die Band auch den Namen "Unico" (übersetzt: Zusammenhalt) gewählt.

Über die Jahre hinweg hat die Band auch einige Alben aufgenommen mit selbstgeschriebenen, aber auch neu interpretierten Liedern. Die Songtexte schreibt vor allem die Bandchefin. "Das kommt meist ganz spontan. Wir versuchen, das, was wir glauben, in Worte und Musik zu fassen", erklärt Wessels.  

Passend zum Bandjubiläum hat die Holdorfer Gruppe in diesem Sommer wieder eine CD aufgenommen mit dem Titel "Du bist gut". Eigentlich hätten sie einen großen Open-Air-Gottesdienst geplant, bei dem sie das neue Album hätten präsentieren wollen. Doch die Corona-Pandemie machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. "Das ist eine wilde Zeit - diese Pandemie", sagt Wessels. 

Ziele für die kommende Zeit hat die Band auch so einige. Zunächst wünscht sich die Bandleiterin, dass die Gruppe auch weiter existiert. Denn: "Wenn zwei die Gruppe verlassen würden, löst sich die gesamte Band bestimmt auf."  Den Musikern gehe es aber nie darum, mit der Musik Geld zu verdienen, sondern ein Hobby zu leben. Das ist auch der Grund, weshalb Wessels eine positive Zukunft für die Band sieht.  

  • Info: Das Album "Du bist gut" ist auf der Homepage der Band (www.unico-band.de) und telefonisch unter 0176/22286772 bei Kathrin Wessels oder bei Judith Gramann unter 0151/50552501 bestellbar. Die Kosten betragen 15 Euro in Form einer Spende.

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