Schlagersänger Heino trat bei seiner „Made in Germany“-Tour in der Stadthalle Cloppenburg auf und sorgte bei den 600 Fans für ausgelassene Begeisterung. Foto: Heidkamp
Heino gilt als die Ikone der deutschen Volksmusik. Mittlerweile mischt er Wacken genauso auf wie den Ballermann. Mit fast 88 Jahren tourt der Sänger aktuell durch die Lande und präsentiert sein Programm „Made in Germany“. In Cloppenburg waren es über 600 Fans, die bereits vor Beginn der Show ausflippten und mit „Heino, Heino“-Rufen im Vorfeld für richtig Stimmung sorgten.
Zunächst gab es wohl bei einigen im Publikum verblüffte Gesichter, als zwei Sängerinnen die Bühne betraten. Doch niemand hat sich im Termin geirrt, es sind nur Heinos Background-Sängerinnen, die den Abend mit dem alten Smokie-Klassiker „Alice! (Who the fuck is Alice…?)“ beginnen, nur eben auf Deutsch in Heino-Manier umgetextet. Nach nicht einmal eineinhalb Minuten brüllen viele der Fans schon bestens gelaunt mit: „Heino, Heino, who the …“
Nachdem Ingrid und Gaby das Publikum auf Betriebstemperatur gebracht hatten, kam Heino auf die Bühne. Begleitet von „Heino, Heino“-Rufen seiner teilweise mit roten Sakkos, blonder Perücke und schwarzer Brille ausstaffierten Fans.
Ausgelassene Stimmung beim Heino-Konzert, bei dem die Fans sogar zu einer Polonaise ansetzten. Foto: Heidkamp
„Karamba, Karacho, ein Whiskey!“ Was wie ein Trinkspruch anmutet, war einer seiner ersten Songs, mit denen Sänger Heino in den 1960er Jahren Erfolge gefeiert hatte. „Die Stimmung ist ja bombig“, sagte er nach dem Song „Fiesta Mexicana“ von Rex Gildo und fügte hinzu: „Aber jetzt werden alle Dämme brechen“ und ließ mit „Rosamunde“ einen seiner größten Hits folgen.
Das Publikum war jetzt völlig außer Rand und Band. Eine immer größer werdende Polonaise zog durch die Stadthalle, viele tanzten vor und neben der Bühne. Und der Sänger hatte seine Fans im Griff, genoss auf der Bühne die Stimmung und freute sich über ein kühles Bier, das ihm ein Fan von unten her anreichte.
Neben Klassikern wie „Komm in meinen Wigwam“ umfasste das Programm auch ein Fahrtenlieder-Medley, unter anderem mit „Hoch auf dem gelben Wagen“ und „Muss i denn … zum Städtele hinaus“. Mit „Sierra Madre“ endete der offizielle Programmteil.
Doch natürlich ließ sich der Volkssänger nicht lange bitten, um die Stimmung mit „Blau blüht der Enzian“, „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ und „Holla die Waldfee“ auf den absoluten Siedepunkt zu bringen. Und spätestens jetzt gab es kein Publikum mehr – nur noch eine einzige tobende Masse.
„Sie sind ein großartiges Publikum“, freute sich der 87-jährige Heino. Nach rund 2 Stunden setzt Heino mit der „Deutschen Nationalhymne“ einen würdigen Schlusspunkt unter ein Konzert, das sich unauslöschlich ins kollektive Gedächtnis der Zuschauerinnen und Zuschauer einbrennen wird.