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Orgel und Saxophon: Die Königin und ihr Prinzgemahl

In einem beeindruckenden Konzert bewiesen Carlos Reigadas und Rudolf F. Nauhauser, wie perfekt Orgel und Saxophon auch in der klassischen Musik harmonieren.

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Gut aufeinander eingespielt: Rudolf F. Nauhauser (links) und Carlos Reigadas begeisterten die Zuhörer mit der Kombinaton von Saxophon und Orgel. Foto: Stix

Gut aufeinander eingespielt: Rudolf F. Nauhauser (links) und Carlos Reigadas begeisterten die Zuhörer mit der Kombinaton von Saxophon und Orgel. Foto: Stix

Wenn die Orgel die Königin der Instrumente ist, dann ist das Saxophon ihr Prinzgemahl. Kaum ein anderes Instrument vermag es, den Klang der Orgel derart harmonisch aufzugreifen, ihn zu ergänzen, darin aufzugehen und dann strahlend daraus hervorzutreten. Und wohl kein anderes Instrument kann sich in Dynamik, Wärme und Tonalität mit der Orgel messen.

Wie gut die beiden Instrumente harmonieren, zeigten Friesoythes Kirchenmusiker Carlos Reigadas (Orgel) und der Saxophonist Rudolf F. Nauhauser am 13. November (Sonntag) bei ihrem gut besuchten Nachmittagskonzert in der St.-Marien-Kirche Friesoythe. "Herzerwärmend" kommentierte eine Zuhörerin das meisterhaft zusammengestellte Programm und die von den Instrumenten ausgehenden warmen Klänge. "Toll, dass wir hier so etwas Schönes erleben dürfen", urteilte eine andere Konzertbesucherin.

Von der Querflöte zum Saxophon

Reigadas und Nauhauser kennen sich seit 17 Jahren, seit 7 Jahren musizieren die beiden bei unterschiedlichen Anlässen immer wieder miteinander. Der 61-jährige Saxophonist war schon 20 Jahre alt, als – so das Programmheft – "ihn das Saxophon fand". Angefangen hatte er mit der Querflöte, um eine junge Band im Stile eines Ian Anderson mit einem in der Pop- und Rockmusik eher unüblichen Instrument zu bereichern. "Zu kompliziert", befand er irgendwann und wechselte zum (allerdings nicht minder komplizierten) Saxophon. 

"Ich habe Klassik immer gemocht", erläutert Nauhauser den letztlich auch wieder unüblichen Einsatz seines Instruments, das sonst eher in Big Bands und vor allem im Jazz verortet ist. Und obwohl es naheliegend gewesen wäre, verzichteten Reigadas und Nauhauser darauf, den ausgewählten Stücken jazzige Arrangements zu verpassen. "Das Saxophon bringt durch seinen Klang den Jazz von selbst", erklärt Reigadas.

Ein musikalischer Bogen vom 17. bis zum 20. Jahrhundert

Und da es keine klassischen Stücke für Saxophon gibt, übernahm Nauhauser in dem Konzert den Part anderer Instrumente. Meisterhaft etwa den der Violine in den Solostücken "Gavotte en Rondeau" und "Gigue" aus der Partita III von Johann Sebastian Bach, den des Chores in der "Cantique de Jean Racine" von Gabriel Fauré oder – ohne Frage der Höhepunkt des Konzertes – den der Klarinette in Maurice Ravels Bolero.

"Wir haben Stücke ausgesucht, die man auch kennt", begründet Reigadas die Zusammenstellung des Programms, das mit Stücken von Jean-Baptiste Lully und Johann Pachelbel seine Anfänge im 17 Jahrhundert nahm und mit Ravel und Eugène Bozza im 20. Jahrhundert endete. Insbesondere Bozzas "Gavotte des Damoiselles" zeigte eindrucksvoll, zu welcher Leichtigkeit Orgel und Saxophon gemeinsam fähig sind.

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