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Naturklänge gehen unter die Haut

Das Stapelfelder Parforce Ensemble gab jetzt ein Konzert in der St.-Andreas-Kirche in Cloppenburg. Sie präsentierten dabei unter anderem Werke des französischen Hornisten Gaston Chalmel.

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Konzert: Das Stapelfelder Parforce Ensemble spielte unter Landesmusikdirektor a.D. Helmut Krause (links), ergänzt wurde es von Kirchenmusiker Karsten Klinker an der Orgel. Foto: Heidkamp

Konzert: Das Stapelfelder Parforce Ensemble spielte unter Landesmusikdirektor a.D. Helmut Krause (links), ergänzt wurde es von Kirchenmusiker Karsten Klinker an der Orgel. Foto: Heidkamp

Gläubige und Musikinteressierte konnten sich am Sonntagabend in der St.-Andreas-Kirche über einen musikalisch ganz besonderen Gottesdienst freuen. Das Stapelfelder Parforce Ensemble spielte unter der Leitung von Landesmusikdirektor a.D. Helmut Krause, ergänzt wurde das Klangerlebnis durch den Kirchenmusiker Karsten Klinker an der Orgel.

Sie präsentierten Werke des französischen Hornisten Gaston Chalmel (1909-1993) und erwiesen sich als eine perfekt eingespielte musikalische Einheit. Die nach dem Ende des 2. Weltkrieges entstandenen Kompositionen stellen hohe Anforderungen an die Musiker. Stücke wie „Marche Solenelle“ zum Einzug, „Offertoire“ zum Credo oder „Les Chasses Eternelles“ zum Auszug werden aufgrund fehlender Verleger nur in einem kleinen Zirkel von Naturhornfreunden von Hand zu Hand weitergegeben.

Seinen Ursprung hat das Naturhorn bei den Parforcejagden in Frankreich. Immer wieder scheint dabei die ursprüngliche Verwendung der Hörner als Signalinstrumente bei der Jagd durch, erinnern sie mit ihrem Klang gleichsam an „Unterhaltungen“ einer Jagdgesellschaft und als Signalhorn für die Reiter auch über längere Strecken hinweg.

Töne werden nur mit den Lippen gebildet

Es sind Blasinstrumente ohne Ventile, bei denen die Töne nur mit den Lippen gebildet und nicht, wie bei den Ventilhörnern, direkt angesteuert werden. „Wir spielen eine konzertante Messe, bei der auf seltene Weise im Zusammenspiel von Naturhorn und Orgel archaische Klangfarbe und -fülle durch den Kirchenraum dringen. Und wenn Gottesdienstbesucher sagen, ihnen gehe der Klang dieser alten Instrumente unter der Haut, ist dieses ganz im Sinne des Stapelfelder Parforce Ensembles. Denn die Musikerinnen und Musiker sind der Überzeugung, dass Natur eine Stimme braucht. Es ist ihnen wichtig, dass sie sich in Schönheit, Pracht und Verletzlichkeit Gehör verschafft“, drückte es Andreas Kläne, Mitglied im Ensemble, aus.

„Farbe bekennen“ lautete das Motto des Gottesdienstes, das Pfarrer Bernd Strickmann in den Mittelpunkt seiner Predigt stellte. „Die Natur bekennt Farbe, auch wenn sie gefährdet ist. Ihr geht manchmal sprichwörtlich die gute Luft aus“, betonte Strickmann vor dem Hintergrund der in Glasgow beendeten Klimakonferenz. Sie habe sehr deutlich aufgezeigt, dass die Ziele nur gemeinsam erreicht werden können. „Wir haben nur diese eine Welt und keine zweite im Kofferraum“, erklärte Strickmann.

Es bleibe seiner Auffassung nach keine Zeit, um Dinge umzukehren. „Wir müssen auch in unserem kleinen Rahmen, wie beim Tragen des weißen Taufkleides, Farbe bekennen“, forderte er zu einem gemeinsamen Handeln auf. Der durchdringende Klang der Naturhörner, deren warme und weiche Klänge Herz und Sinne berührten, dürfte bei allen Kirchenbesuchern einen starken Nachhall hinterlassen haben.

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