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MozART-Quartett aus Polen lässt Montagekran vibrieren

Bei der zweiten Veranstaltung der Dinklager Sommermusik begeistert das Quartett mit Humor und Musik aller Genres.

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Spielt nicht nur Klassik: Das polnische MozART-Quartett bedient sich der Musik aller Genres und baut kleine Gags in seine Auftritte ein. Foto: Brauns-Bömermann

Spielt nicht nur Klassik: Das polnische MozART-Quartett bedient sich der Musik aller Genres und baut kleine Gags in seine Auftritte ein. Foto: Brauns-Bömermann

Die "Kleine Nachtmusik" als Basis der Begeisterung für Klassik. Das funktioniert schon in Reinform. Ranken sich aber Musikgenres wie Rock’n’Roll, Jazz und Salsa, Samba, Cha-Cha-Cha um die kleine Melodie, dann hallen Begeisterungsstürme durch die Montagehalle Hilgefort in Dinklage.

Die Location hatte der Bürger- und Kulturring Dinklage und die Musikschule Romberg ausgewählt, hierher das aus Polen stammende MozART-Quartett eingeladen und damit voll ins Schwarze getroffen. In die große Halle mit Schwerlastkränen an der Decke und Rohrelementen, die wie ein Bühnenbild hinterleuchtet in neuer Funktion glänzen, hätten mehr als die rund 180 Gäste gepasst.

Die vier Gentlemen im Frack, an Violine und Cello, trotzen dem Ernst in den klassischen Konzertsälen. Vielmehr begeistern sie in Dinklage ihr Publikum sofort mit dem „The other way round“, mit dem sie sich der Klassik humorvoll und mit zirkusreifen Einlagen nähern. Dieses Crossover ist es, womit sie alle Altersklassen erreichen. In Polen hat das Quartett Kultstatus, in Dinklage legt es dazu das Fundament.

Klassische Stücke variieren mit Songs aus Jazz, Rock, Pop und Rap

Den roten Faden bilden bekannte Klassiker europäischer Komponisten der Musikepochen Klassik, Romantik, Impressionismus und zeitgenössisch klassischer Musik. Das aber immer am Anfang und in Sequenzen im Stück, denn MozART variiert mit Jazz, Rock, Pop und Rap und lässt im Hintergrund Jodeln laufen oder mimt selbst einen gesamten Bauernhof. Eingewoben „Der Schwan“ von Camille Saint-Saëns.

Schnell der Stiefel in den italienischen Farben als Utensil geschnappt, führt die Reise nach Italien zu Mafia-Boss und Pasta. Die Long-Pasta gespannt zwischen den Zähnen der Musiker eignet sich für den Bogen des dritten, um Töne zu erzeugen.

Ein gedanklicher Sprung über den Teich und der Besucher ist im Wilden Westen: Zu Szenen in Bonanza und Rauchende Colts, die Colts der Musiker werden zur Panflöte und wildem Ritt den Indianern davon. Die Musiker Filip, Michal, Pawel und Boleslaw stapeln ziemlich tief, was Sprachen angeht. Das gehört zum Programm: Das Wording im Beatles-Song „Michelle (my belle)“ interpretieren sie als Glocke, ans Schnurtelefon spurtet Boleslaw und antwortet mit „Hello, it´s me“ von Interpretin Adele und dem Welthit „Hello“ von Lionel Richie.

MozART-Auftritt erinnert an sportliches Workout

Sportliches Workout auf der Bühne an Saiten ist neu: Charleston, Can-Can, Walzer kann das Quartett, wie den Moonwalk von Michael Jackson, und spätestens da ist das Publikum mit Szenenapplaus aus dem Häuschen. „Kennen Sie Warschau? Oder Żelazowa Wola in der Gemeinde Sochaczew, Woiwodschaft Masowien, in Polen?“, die Frage ins Publikum. Wohl kaum, aber als der Name Frederic Chopin fällt, ist glasklar, dass dies sein Geburtsort sein muss. Chopin startet und das Quartett taucht ab in die Jazz-Tiefen. Dann zum Blues-Korallenriff mit James Browns Ohrwurm „I feel good“. Da sieht sich Cellist Boleslaw und zeigt, wie lieb er sein Cello hat.

Akrobatik, Verrenkungen und Schattenspiel folgen, sehr positiv verrückt und sehr virtuos. Und vor allem: Sehr einmalig.

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