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Motettenchor Friesoythe führt Bachs Weihnachtsoratorium auf

In der Pfarrkirche St. Marien begeistern die Sängerinnen und Sänger. Mehr junge Stimmen bringen eine besondere Frische in das Konzert.

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Gaben alles: Chor und Orchester hatten auch noch eine Zugabe vorbereitet. Foto: Passmann

Gaben alles: Chor und Orchester hatten auch noch eine Zugabe vorbereitet. Foto: Passmann

Wer zu spät kommt, den bestraft möglicherweise Corona. Um dieses Risiko zu mindern, legten Heinrich kleine Siemer und der Motettenchor Friesoythe ihre Aufführung des Weihnachtsoratoriums, Teile I bis III von Johann Sebastian Bach, auf den frühest möglichen Zeitpunkt im weihnachtlichen Festkreis. Und so erklang das „Jauchzet, frohlocket!“ des Eingangschors, gefolgt von der bekannten Weihnachtsgeschichte aus Lukas 2, den Chorälen und den Arien, in diesem Jahr schon am 1. Advent in der Pfarrkirche St. Marien Friesoythe.

Was den musikalischen Genuss freilich nicht im Geringsten schmälerte. Dafür sorgte eine herausragende Besetzung mit vier oratorienerfahrenen Solisten, dem Europäischen Barockorchester Le Chardon und natürlich dem Motettenchor, der vermehrt mit jungen Stimmen frischen Glanz ausstrahlte. Heinrich kleine Siemer schlug flotte Tempi an, in den Eingangschören der Teile I und III beschwingt und mitreißend, beim „Ehre sei Gott“ recht forsch. Die Choräle wurden breit und in angemessener Feierlichkeit ausgesungen. Tenorsolist Markus Brutscher sang die Partie des Evangelisten dynamisch und ausdrucksstark. Nicole Pieper überzeugte in gleich drei großen Alt-Arien, darunter das „Schlafe mein Liebster“ als eines der schönsten Stücke im Werk, mit angenehmer Wärme ihrer Stimme.

Barockorchester Le Chardon sorgt für zeitgemäßen "Sound"

Auch Bassist Dirk Schmidt trat mit voluminöser, gleichwohl flexibler Stimmgebung hervor. Seine Arie „Großer Herr und starker König“ mit der Solotrompete gehörte zu den Höhepunkten des Oratoriums, ebenso wie das Duett „Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen“ mit Fanie Antonelou, deren klarer Sopran in Bachs Komposition sonst leider kaum zur Geltung gebracht werden konnte.

Für den zeitgemäßen „Sound“ sorgte das Europäische Barockorchester Le Chardon auf originalen oder nachgebauten Barockinstrumenten. Sofort ins Ohr fielen die Trompeten und Pauken, aber auch die Gruppe der Holzbläser berührte mit ihrem Klang vor allem in der Sinfonia von Teil II, der Hirtenmusik. Solistisch traten Arwen Bouw, Violine, Hajo Wienroth, Traversflöte, und Hannes Rux als Solotrompeter hervor.

Zur Freude des begeisterten Publikums hatten Chor und Orchester noch eine Zugabe vorbereitet: den Schlusschor aus dem selten gespielten Teil VI des Weihnachtsoratoriums. So konnten vor allem die Trompeter noch einmal ihr virtuoses Können zeigen und gemeinsam mit der beeindruckenden Klangentfaltung des Chores der gelungenen Aufführung ein i-Tüpfelchen aufsetzen.

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