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Marion Krause stellt sich und ihre Kunst vor

Grafik-Design, Malerei, Tanz: Die Holdorferin ist vielseitig. Seit 2000 ist sie selbstständig.

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Wasser ist ein zentrales Motiv in Krauses Bildern. Ihre Kindheit verbrachte sie am Heidesee. Foto: E. Wenzel

Wasser ist ein zentrales Motiv in Krauses Bildern. Ihre Kindheit verbrachte sie am Heidesee. Foto: E. Wenzel

Das Heidesee-Logo, die Holdorf-Tassen, die Baumchronik: Ihre Arbeiten sind in Holdorf bekannt. Den Namen der Schöpferin kennen indes nur wenige. Gemeint ist die Diplom-Designerin Marion Krause aus Holdorf.

Auf ihre Arbeit ist die Künstlerin stolz. "Ich bin am Heidesee groß geworden." Dazu die Liebe zum Mittelmeer oder – ein wenig Corona-bedingt – zur Nordsee: Dem Thema Wasser sei sie sehr verbunden, sagt Krause. Doch ihrer Heimat bleibe sie treu. Denn so gerne sie auch reise, sie könne sich nicht vorstellen, woanders zu wohnen, sagt die Holdorferin. "Ich find's einfach so schön hier."

Die Baumchronik ist im Holdorfer Rathaus zu sehen

Schon an vielen Projekten hat Marion Krause in Holdorf gearbeitet. Sie erstellte die Holdorf-Tassen und die Baumchronik im Rathaus. Baumchronik? Anhand der Jahresringe eines Baumes, die im Querschnitt zu sehen sind, stellt die Designerin die Geschichte der Gemeinde dar. Das Thema Wasser bleibt präsent: Der Baum sei an Wassermangel gestorben – Geschichte und Kritik zugleich, heißt es. Nun hängt das Werk im Holdorfer Rathaus. 

Das Atelier baute sich Marion Krauses Vater auf. Jetzt nutzt sie es. Kunst liegt in der Familie. Foto: E. WenzelDas Atelier baute sich Marion Krauses Vater auf. Jetzt nutzt sie es. Kunst liegt in der Familie. Foto: E. Wenzel

Seit 2000 ist Krause selbstständig. Ursprünglich hatte sie eine Lehre in der Lackiererei ihres Vaters gemacht. Darauf folgte ein Studium in Münster; die Holdorferin wurde Diplom-Designerin. Irgendwann fiel ihr auf: "Ich hatte total Lust, was Eigenes zu machen." Krause erinnert sich noch an den Tag, als sie ihren Freunden von dem Plan erzählte. "Alle haben ganz erschrocken geguckt." Doch die Holdorferin blieb optimistisch. "Zwischendurch habe ich verstanden, was sie meinten." Sie lacht. "Aber ich kann mir das nicht anders vorstellen."

Mittlerweile weiß Krause: "Selbstständigkeit hat Höhen und Tiefen." Gerade jetzt: Die Corona-Zeit sei schwierig. "Es war so still durch Corona", beschreibt Krause. Normalerweise gebe sie mehrere Kurse in der Woche. Diese habe sie absagen müssen. Nur die Ferienaktionen für Kinder mache sie noch. Das Geld sei aber nicht ihr größtes Problem. "Ich bin über die Runden gekommen." Sie habe kein Geld vom Staat bekommen habe. Ihre Arbeit sei zu breit gefächert. Aber sie könne sehr minimalistisch leben.

Der Kontakt zu Menschen fehlt

Am schlimmsten sei gewesen, dass der Kontakt zu anderen Menschen abgenommen habe. Dieser sei ihr wichtig. Ausstellungen fielen aus und ihre Ateliergemeinschaft habe sie kaum gesehen. Doch sie fand eine Lösung: Busfahren. Für Moobil-Plus sei sie nun nebenbei als Busfahrerin unterwegs. So komme sie in Kontakt mit Menschen. "Das gibt Kontinuität, während alles andere unsicher ist."

Sind denn alle Bilder Auftragsarbeiten? "Ich male für mich und für andere." Es kämen außerdem Aufträge aus dem Bereich Grafikdesign. Dazu kommen Tanzangebote. In ihrer Freizeit habe sie immer gern und viel getanzt. Als ihr dann in ihren Kursen auffiel, dass die Kinder nicht gern still sitzen, habe sie eine Idee gehabt: "Dann hab ich Bewegung mit reingenommen." Man könne Formen und Farben auch durch Bewegung darstellen. Damit hatte sie sich in ihrer Tanzimprovisation-Ausbildung beschäftigt.

Wettbewerbsteilnahme an Corona gescheitert

"Was ich total gerne mag: Wenn sich alles miteinander vermischen würde." Solch ein "ideales Projekt" habe sie vor Corona mit einer  niederländischen Künstlerin gearbeitet und sich für einen Wettbewerb angemeldet. Es sollte eine Art Paradies dargestellt werden. Das Konzept stehe; der Wettbewerb indes sei durch Corona ausgefallen.

Gewisse Überschneidungen seien in ihrer Arbeit sogar nötig, meint die Künstlerin. Während der Malerei oft Freiheit zugesprochen werde, sei Grafik eher ernst. Das müsse sich aber nicht widersprechen. Und: In jedem und jeder stecke ein Künstler: "Jeder hat die Kreativität in sich."

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