„Mackefisch“ – das sind die Schauspielerin, Musikerin und Chansonpoetin Lucie Mackert und der Klavierkabarettist Peter Fischer. Ein Liedermacher-Duo, welches mit facettenreicher und wilder Gute-Laune-Musik erfrischend daherkommt. Dazu mit Texten, die richtig frech und bissig sind, dabei aber einen poetischen Touch haben.
Das Mannheimer Duo, welches auch privat liiert ist, präsentierte im ausverkauften Kulturbahnhof Cloppenburg sein aktuelles Programm „Harmoniedergang“. Darin beschäftigen sich die Künstler mit den Dingen, „die uns so richtig fertig machen und versuchen, alles irgendwie festzuhalten. Vergleichbar mit einem Tagebuch schreiben. Man schreibt das auf, was einem Probleme bereitet. Wenn man das so aufgeschrieben hat, geht es einem am Ende des Tages schon mal irgendwie besser“, erklärte Lucie Mackert.
Von Freundschaft über Beziehungen, Gewichtsproblemen und Joggen bis hin zu Gesellschaft, Klimawandel und Digitalisierung – die Band „Mackefisch“ schaffte es, die Zuschauer auf eine Reise durch die verschiedensten Aspekte des Lebens mitzunehmen und dabei Eindruck zu hinterlassen. Dazu nutzte die Band eine wilde Mischung an Instrumenten, von Piano über Banjo und Gitarre bis hin zu Ukulele, Steppschuh, Gameboy und selbstgebauten Upcycling-Trommeln aus alten Koffern. Selbst Bodypercussion mit Oberschenkel und Wangen bot das Duo.
„Leider gibt es Netflix, Netflix, sieben Folgen und ich hätt' nix“, mahnten die Künstler die immer größer werdende Anzahl von Fernsehprogrammen an. Gekonnte Wortspiele, schwarzer Humor und feine Ironie spiegelten sich in den Texten der Lieder, mit denen die Band „Mackefisch“ seine Finger unter dem Deckmantel des Humors tief in die Wunden gesellschaftlicher Missstände legte und kuriose Beobachtungen des Alltags beschrieb. Dabei wählte Lucie Mackert wunderbare Wortkonstrukte und sonderbare Satzbauten für ihre teils schrägen Texte. Der Bitte, dass alle im Publikum auf Lucies Zeichen hin Meerschweinchengeräusche von sich geben sollten, folgte unmittelbar die Erklärung, warum sie sich abends in der Küche versteckt, um das Besteck zu beobachten – völlige abstruse Gedankengänge, die vom Publikum mit großem Gelächter kommentiert wurden. Während Peter Fischer virtuos am Klavier agierte, zupfte Lucie Mackert die Gitarre und saß auf einem zur Bass Drum umgebauten Koffer.
Band verpackt Instrumente nach dem Matrjoschka-System
„Die Band, die mit der Bahn anreist“, erklärte Lucie. Um alle Instrumente mitnehmen zu können, werden diese nach dem Matrjoschka-System ineinander geschachtelt in Koffern verpackt. Mit dem Nachteil, dabei nicht alles Platz hat. „Ein Schlagzeug oder Cajón können wir nicht mitnehmen, weil sie so sperrig sind. Also haben wir aus alten 50er-Jahre-Holzkoffern, Rasseln, Hundespielzeug und Alltagsgegenständen ein ganz eigenes Koffer-Trommel-Schlagzeug gebaut. Der Vorteil ist, dass wir diese Koffertrommeln eben auch als Koffer benutzen können, indem wir die kleineren Instrumente da hineinpacken“ erklärte Lucie.
Am Ende war es nicht nur beste Unterhaltung, sondern auch eine Reise durch den Alltag mit einer Prise Gesellschaftskritik und jeder Menge Humor. Das Programm verbreitete eine ansteckende Fröhlichkeit, mit der „Mackefisch“ sein Publikum schon in der Tasche hatte, bevor das Programm überhaupt richtig begonnen hatte. Mit „Schalk im Nacken“ und musikalischer Finesse schaffte es „Mackefisch“, alle schnell aus der Reserve zu locken. Das Ergebnis? Viel Gelächter, Spaß und Applaus von einem Publikum, welches von Anfang bis Ende begeistert war.