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Konzerte in Lohne und Bethen: Vier Hände und vier Füße an einer Orgel

Barbara Thalhammer (St. Gertrud Lohne) und Christian Kienel (St. Marien Bethen) konzertieren im Mai. Sie lassen zwei Orgeln in den Dialog treten – und spielen an einem Instrument zusammen.

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Sie harmonieren beruflich und privat: Die Kirchenmusiker Barbara Thalhammer und Christian Kienel stehen an der Lobback-Orgel in der Kirche St. Gertrud in Lohne. Foto: Timphaus

Sie harmonieren beruflich und privat: Die Kirchenmusiker Barbara Thalhammer und Christian Kienel stehen an der Lobback-Orgel in der Kirche St. Gertrud in Lohne. Foto: Timphaus

Im Marienmonat Mai geben Barbara Thalhammer und Christian Kienel zwei Benefizkonzerte. Die Termine: am Maifeiertag (Sonntag) um 17 Uhr in der St.-Marien-Basilika in Bethen und eine Woche später, am 8. Mai (Sonntag) um 16.30 Uhr, in der Kirche St. Gertrud in Lohne. Das Besondere: Zu Ehren der Gottesmutter lassen die Kirchenmusiker die Orgeln in den Gotteshäusern jeweils in den Dialog mit einer transportablen Truhenorgel treten. Außerdem spielen Thalhammer und Kienel am großen Kircheninstrument gemeinsam – vierhändig und vierfüßig.

Auf dem ambitionierten Programm stehen unter anderem Werke von Mozart ("Adagio und Allegro in f-Moll") und Händel (unter anderem "Präludium und Fuge in C-Dur"). Am bekanntesten ist nach Angaben des Duos der Halleluja-Chor aus Händels Oratorium "Der Messias", den die beiden Kirchenmusiker in einer 4-händigen Bearbeitung vorbereitet haben.

Der Eintritt zu den Konzerten ist frei. Die Kollekte in Bethen kommt dem Orgelbauverein zugute. Kienel führt aus, dass die Klais-Orgel in dem Wallfahrtsort durch ein neues Instrument des Orgelbauers Eule aus Bautzen ersetzt werden soll. 800.000 Euro muss der eigens zu diesem Zweck gegründete Verein aufbringen, 450.000 Euro hat er bisher zusammen. „Der Auftrag ist erteilt. Die neue Orgel soll im Advent 2024 eingeweiht werden“, sagt Kienel.

Pressebild an der Klais-Orgel in Bethen: Die Kirchenmusiker Barbara Thalhammer und Christian Kienel haben ein ambitioniertes Programm erarbeitet. Foto: RichterPressebild an der Klais-Orgel in Bethen: Die Kirchenmusiker Barbara Thalhammer und Christian Kienel haben ein ambitioniertes Programm erarbeitet. Foto: Richter

In Lohne soll der Erlös der Kollekte in die Lobback-Orgel fließen; genauer: in den Kauf einer neuen Setzeranlage. Das ist im Grunde nichts anderes als ein Speichersystem für die Orgel. Der Organist bekommt dadurch die Möglichkeit, verschiedene Klangfarben abzuspeichern und diese während des Spiels mit einem Knopfdruck abzurufen.

Insgesamt neun Stücke stehen bei dem Konzert auf dem Programm. Fünfmal sind beide Orgeln im Einsatz. Die Truhenorgel steht nach Angaben der Kirchenmusiker vor dem Altar, sodass die Zuschauer zumindest einen der Akteure beim Spiel beobachten können. Thalhammer beschreibt die Herausforderungen: "Wir haben keinen Augenkontakt und spielen speziell in Lohne über eine große Entfernung hinweg." Bei vier Stücken geht das Duo indes auf Tuchfühlung: Gemeinsam sitzen die Kirchenmusiker dann auf der Orgelbank und spielen 4-händig und 4-füßig. Das erfordert Übung: "Wir mussten erst zusammenfinden, damit es wirklich harmonisch klingt."

Das Duo gibt auch ein Benefizkonzert in Glandorf

Apropos Harmonie: Thalhammer und Kienel verstehen sich nicht nur beruflich, sondern auch privat. Das Paar ist verlobt und heiratet in diesem Jahr. Kienel, der seit 2009 in Bethen tätig ist, hatte Thalhammer vor 3 Jahren bei einem Benefizkonzert in Pastors Garten kennengelernt. Im vergangenen Jahr zog die Münchenerin dann – vor allem auch der Liebe wegen – in den Norden und arbeitet seitdem als Kirchenmusikerin bei der Pfarrei St. Gertrud in Lohne.

Dass an der Orgel im Duett gespielt wird, kommt laut Kienel eher selten vor. "Organisten spielen fast immer alleine." Aus diesem Grund gebe es nur wenige Stücke, die sich für 4 Hände und 4 Füße eignen.

Übrigens: Barbara Thalhammer und Christian Kienel treten mit ihrem Programm auch in Glandorf auf. In der Kirche St. Johannis spielen sie am 6. Mai (Freitag) um 19 Uhr zugunsten des Projekts "OrgelKids".

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