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Klavier, Violine, Viola und Cello: Wohnzimmerkonzert begeistert Gäste

Ein Quartett des Orchesters des Oldenburgischen Staatstheaters spielt im Garreler Wohnhus Janssen. Und das so eindrucksvoll, dass es 2024 eine Neuauflage des Wohnzimmerkonzerts geben soll.

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Kammermusik ganz intim: (von links) Yang Xu mit der Violine, Giuseppe Barile am Klavier, Christoph Rabbels mit der Viola und André Saad am Cello sorgten für ein besonderes Musikerlebnis. Foto: Högemann

Kammermusik ganz intim: (von links) Yang Xu mit der Violine, Giuseppe Barile am Klavier, Christoph Rabbels mit der Viola und André Saad am Cello sorgten für ein besonderes Musikerlebnis. Foto: Högemann

Ein Quartett des Orchesters des Oldenburgischen Staatstheaters tauchte am Sonntagabend mit 70 Gästen in ein gemeinsames Musikerlebnis der besonderen Art ein: Sofas, Sessel und Stühle luden zum Verweilen ein, das war Ensemble in greifbarer Nähe und es gab zauberhafte Klänge. Das Wohnzimmerkonzert des Kunst- und Kulturkreises Garrel brachte Kammermusik in das Wohnhus Janssen und überzeugte abermals mit seiner tollen Atmosphäre.

Kammermusik bezeichnete früher Musik, die für die fürstliche Kammer bestimmt war, für einen kleinen Rahmen also und nicht für den Kirchenraum. Die Definition trifft es heute nicht mehr, wird sie doch auch in größeren Konzertsälen gespielt. Doch im Wohnhus Janssen suchte die Kammermusik wieder die Intimität und ging zurück zu ihrer Natur.

Und kaum entfalten sich die zarten Klänge der Streicher und des Flügels im Wohnhus, halten die Zuhörer auch schon den Atem an. Näher und intimer kann Kammermusik nicht sein, wenn die Musiker in greifbarer Nähe zum Publikum sitzen. Immer wieder blitzt bei den Gästen ein Lächeln auf, das verrät: Hier passiert etwas Besonderes.

Quartett spielt zum ersten Mal in dieser Besetzung

Erstmals spielte das Ensemble aus Mitgliedern des Oldenburgischen Staatstheaters beziehungsweise des Oldenburgischen Staatsorchesters in dieser Zusammensetzung: Giuseppe Barile am Klavier, Yang Xu mit der Violine, Christoph Rabbels mit der Viola und André Saad am Cello. Auf dem Programm standen neben Mozarts g-Moll-Klavierquartett KV 478 auch das Streichtrio op. 48 von Mieczyslaw Weinberg sowie das Klavierquartett Es-Dur op. 47 von Robert Schumann.

Schon das g-Moll-Klavierquartett wurde zum Hörgenuss. Nach dem intensiven Unisonoauftakt entwickelte sich der erste Satz farbig und pulsierend im traumhaft schönen Miteinander. Stark verdichtet in intensiver Wärme hörte man das Andante und ganz zauberhaft war der dritte Satz, ein geistreiches und herrliches Rondo für das ebenso fantastische Klavierquartett.

Künstler müssen noch zwei Zugaben geben

Weinbergs Streichtrio op. 48 komponierte Weinberg 1950 in Moskau. Es wurde zu seinen Lebzeiten nie aufgeführt. Das Trio birgt unterschiedliche Seiten, die das Ensemble eindrucksvoll zum Ausdruck bringt: eine hintergründig-fröhliche, dann wieder eine geheimnisvoll-gedrückte.

Auch in Schumanns Klavierquartett verstanden es die Kammermusiker, ein dichtes Netz an Ideen zu spinnen, emotional aufgeladene Impulse zu setzen und eine überreiche Klangfarbenpalette zu präsentieren. Jedes Motiv nutzten die Kammermusiker, um sich daran so intim wie feurig, so warm wie leidenschaftlich zu entzünden.

"Das Konzert ist bei allen Beteiligten sehr gut angekommen", resümierte Detlev Buschenlange, Vorsitzender des Kunst- und Kulturkreises Garrel. "Die Künstler bekamen derart viel Applaus, dass sie nicht umhinkamen, noch zwei Zugaben zu geben." Schon jetzt sei deshalb das Wohnzimmerkonzert 2024 in Planung.

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