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Jugendorchester im Oldenburger Münsterland spielt groß auf

Rund 50 junge Musiker spielen zusammen mit ihren Lehrern im Rahmen der romantischen Konzertreihe für die Zuhörer im Metropol-Theater Vechta und im Forum Hasetal in Löningen.

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Volle Konzentration im Forum Hasetal: Intensiv haben sich die Musiker auf die beiden Konzerte in Vechta und Löningen vorbereitet. Foto: Thomas Vorwerk

Volle Konzentration im Forum Hasetal: Intensiv haben sich die Musiker auf die beiden Konzerte in Vechta und Löningen vorbereitet. Foto: Thomas Vorwerk

Romantisch wie ein Sommernachtstraum, unter diesem Motto spielte das Jugendsymphonieorchester Oldenburger Münsterland am Wochenende groß auf bei seiner sommerlichen Konzertreihe. Die Musikerinnen und Musiker machten dabei Station im Metropol-Theater in Vechta sowie im Forum Hasetal in Löningen und führten das Publikum durch die verschiedenen Epochen der Romantik. Egal, ob klassisch oder modern, Musical oder Oper, für jeden Musikliebhaber war etwas dabei.

"Das Besondere an unserem Orchester ist, dass Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern auf der Bühne stehen. Sie lernen so kennen, wie es ist, Teil eines großen Symphonieorchesters zu sein", sagte Rainer Wördemann, Leiter der Kreismusikschule Vechta. Nach 2 Jahren coronabedingter Zwangspause sei es zudem das erste Konzert nach langer Zeit der Abstinenz.

Vor dem geistigen Auge Bilder geschaffen

Und obwohl der Zeitpunkt recht ungünstig lag, durch das Abitur und die damit verbundenen Feiern, "können wir mit einem vollen Klangkörper spielen", hatte Fritze Winnacker, stellvertretender Vorsitzender des Jugendsymphonieorchesters Oldenburger Münsterland, zur Begrüßung im Forum Hasetal zugesichert. Daran war schon nach dem ersten Stück, Cortége aus der Oper Mlada von Nikolaj Rimshi Korsakow, kein Zweifel. Der "Einzug der Fürsten", wie Moderator Oliver Völker es eingangs beschrieben hatte, war vor dem geistigen Auge in aller Pracht zu sehen und auch die Zeit es Reifens, die das Konzert bei den Musikern ob des um Monate verschobenen Konzerttermins hatte, meinte man zu fühlen.

Nicht minder beeindruckend die Leistung des Orchesters und allen voran die der Solistin Kerstin Pesch für das Violinenkonzert Nr. 9 in a-Moll von Charles-Auguste Bériot. Zwar sei der Komponist, der zu Lebzeiten viel Beachtung gefunden hatte, laut Völker zwischenzeitlich etwas in Vergessenheit geraten, doch das minderte die Spielfreude nicht. Unter der Leitung von Ulrich Schmidt, Direktor der Musikschule des Landkreises Cloppenburg, gab es nach den drei Sätzen lautstarken Applaus. Niemanden dürfte es wundern, dass die Solistin erst vor wenigen Wochen an der Violine ihre Abiturprüfung mit dem Maximum von 15 Punkten bestanden hat.

Kopfkino gab es noch einmal vor der Pause. "Die Hebriden" von Felix Mendelssohn Bartholdy wurde gespielt. Der Komponist ist gerade einmal 38 Jahre alt geworden und verarbeitete in diesem Stück die Eindrücke einer Schottlandreise, die er als junger Mann von 20 Jahren unternommen hatte. Rau und stürmisch, aber auch durchsetzt mit sonnigen Momenten, skizzierte er die Landschaft, die Stürme und die gewaltigen brechenden Wellen an den Küsten der Inselkette, die dem Werk ihren Namen gegeben haben und dem schottischen Festland vorgelagert sind.

Spielte die erste Geige : Solistin Kerstin Pesch brillierte im Violinkonzert Nr. 9 in a-Moll von Charles-Auguste Bériot und erntete auch in Vechta viel Applaus. Foto: WienkenSpielte die "erste Geige" : Solistin Kerstin Pesch brillierte im Violinkonzert Nr. 9 in a-Moll von Charles-Auguste Bériot und erntete auch in Vechta viel Applaus. Foto: Wienken

Nach der Pause ging es weiter mit großen Gefühlen: Die Musikerinnen und Musiker waren mit der Suite aus Claude-Michel Schönbergs "Les Misérables" in der musikalischen Gegenwart angekommen. Und nicht nur Musical-Werke gehörten zum Repertoire des Jugendorchesters: Denn besonders melodisch wurde es zur Filmmusik von "Titanic". "1997 als ich in der Kreismusikschule in Vechta unterrichtete, wollten die Schüler immer und immer wieder, 'My Heart Will Go On' spielen, bis ich es nicht mehr hören konnte. Ihr habt mich heute vom Gegenteil überzeugt", meinte Oliver Völker, der die Zuhörer mit viel Humor durch das Programm führte.

Orchester war auf Zugabe-Wunsch vorbereitet

Schließlich schlossen die Musiker das Konzert mit einem echten Disney-Klassiker. Alan Menkens "Beauty and the Beast" sorgte für einen stimmungsvollen Ausklang. Lohn der Arbeit war ein lang anhaltender Applaus der Zuhörerinnen und Zuhörer, die noch nicht genug hatten und eine Zugabe forderten. Auch darauf war das Jugendorchester vorbereitet und ließ sich nicht lange bitten. Zur Krönung der romantischen Konzertreihe spielten die Nachwuchsmusiker gemeinsam mit ihren Lehrern ein Medley der "West Side Story".

Lange sollen die Freunde des Jugendsymphonieorchesters Oldenburger Münsterland nicht auf die nächsten Konzerte warten müssen. "Normalerweise haben wir im Jahr 2 Arbeitsphasen, denen sich im Frühjahr und Herbst 2 Konzerte anschließen", sagte Winnacker im Gespräch mit der Redaktion. Sollte Corona die Sache nicht wieder kompliziert machen, dürfte in wenigen Monaten mit einem ähnlichen musikalischen Genuss in den beiden Landkreisen zu rechnen sein.

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