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Joseph Moog spielt ein grandioses Konzert

Das Meisterkonzert in Lohne war in verschiedener Hinsicht bemerkenswert: Der Pianist interpretierte perfekt. Das konnten aber coronabedingt nur wenige Zuhörer in der Aula des Gymnasiums genießen.

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Überzeugte an seinem Instrument: Der junge Pianist Joseph Moog gab auch Erläuterungen zu den jeweiligen Stücken und bescherte den Zuhörern so teils einen neuen Zugang zu der Musik. Foto: Runnebom

Überzeugte an seinem Instrument: Der junge Pianist Joseph Moog gab auch Erläuterungen zu den jeweiligen Stücken und bescherte den Zuhörern so teils einen neuen Zugang zu der Musik. Foto: Runnebom

Was für ein berührender Konzertabend mit dem mehrfach national und international ausgezeichneten Pianisten Joseph Moog. Nach seinem ersten Auftritt vor zehn Jahren im Rahmen der Meisterkonzerte Lohne, setzte er am vergangenen Freitag anspruchsvolle romantische Klavierliteratur mit Werken von Schumann, Brahms, Fauré und Liszt in Perfektion, größter Klangfarbenvielfalt und Musikalität um.

Den Auftakt machten die sechs Etüden nach Capricen von Paganini op. 3 von Robert Schumann. Dieses Frühwerk zeigt die Begeisterung des jungen Schumann über die Virtuosität des Ausnahmeviolinisten Niccolò Paganini. Dieser komponierte die anspruchsvollen Capricen bereits als 22-Jähriger und wollte damit etwas Vergleichbares für „sein“ Instrument schreiben.

Pianist eröffnet Zuhörern anderes Verständnis der Musik

Bewundernswert mit welcher Brillanz Joseph Moog die technisch anspruchsvollen Passagen spielerisch leicht vortrug. Ebenso beeindrucken die musikalische Ausdruckskraft und das durchweg farbenreiche Spiel.

Die innere Ruhe und die Persönlichkeit im Klavierspiel Joseph Moogs spiegelte sich auch in den Erläuterungen des sympathischen Pianisten sehr eindrucksvoll wider. Die Hintergrundinformationen und Zusammenhänge eröffneten dem Zuhörer oft eine neue Erkenntnis und damit ein anderes Verständnis der Musik.

Im Gegensatz dazu wirkte die – wegen der Vorgaben zur Einschränkung der Corona Pandemie – fast spärlich besetzte Aula des Gymnasium Lohne nahezu beängstigend. Einzig dem Raumklang war die geringe Besucherzahl von Nutzen. Aber nur so war es nach 18 Monaten endlich wieder möglich ein Meisterkonzert durchzuführen.

Zwei Konzerte an einem Abend: Beeindruckende Meisterleistung

Keine einfache Entscheidung von Cornelia Rothkegel-Hartke und ihren Vereinsmitgliedern in der gegebenen Situation das 3G-Modell zu wählen, was eine empfindliche Einschränkung der Anzahl der Konzertbesucher bedeutete. Und dennoch war es zu diesem Zeitpunkt eine sehr gute Lösung und die richtige Entscheidung. Zumal Joseph Moog dieses grandiose Konzert gleich zweimal an diesem Abend spielte. Vor dem Hintergrund des anspruchsvollen Programms eine beeindruckende Meisterleistung des Pianisten.

Sowohl die Rhapsodie op. 79 Nr. 2 von Johannes Brahms als auch die Barcarolle Nr. 1 und Nr. 3 von Gabriel Faure bewies die musikalische Reife des erst 33 Jahre jungen, in Ludwigshafen am Rhein geborenen Joseph Moogs.

Ein wahrer Höhepunkt dieses Meisterkonzertes war der Abschluss mit „Zwei Legenden“ von Franz Liszt. So konnte man die Kontaktaufnahme und die Kommunikation von Franz von Assisi zu den Vögeln in der „Vogelpredigt“ aufgrund des fantasiereichen und hochvirtuosen Klavierspiels miterleben.

Ebenso beeindruckend die zweite Legende mit dem Titel „St. Paulus auf den Wogen schreitend“. Zuletzt spielte er die Ungarische Rhapsodie Nr. 12 cis-Moll, in der Franz Liszt volkstümliche ungarische Volksinstrumente kompositorisch eingebaut hatte. Die Imitation gelang aufgrund der hervorragenden Interpretation perfekt.

Ein grandioses Konzert endete ohne Pause nach gut 75 Minuten mit zwei Zugaben, der Pastorale aus der Scarlatti Sonate in d-Moll und eines der 26 Charakterstücke aus den Wanderjahren von Franz Liszt. Das Publikum bedankte sich für diesen einmaligen Abend bei einem bewundernswerten Joseph Moog mit Standing Ovation.

Info: Das nächste Meisterkonzert ist mit der Hannoverschen Hofkapelle am 19. November geplant. 

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