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Jahresausstellung im Kaponier: Künstler zeigen ihre Kunstwerke

Ulrich Fox, Reimund Stolle, Rose Richter-Armgart und Melanie Voltz stellen von November bis Dezember Bilder und Skulpturen aus.

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Rose Richter-Armgart (von links), Ulrich Fox und Melanie Voltz stellen zusammen mit Reimund Stolle ab dem 18. November ihre Werke im Kaponier aus. Foto: Heinzel

Rose Richter-Armgart (von links), Ulrich Fox und Melanie Voltz stellen zusammen mit Reimund Stolle ab dem 18. November ihre Werke im Kaponier aus. Foto: Heinzel

Der Kaponier Kunstverein beendet das laufende Jahr mit der Ausstellung „Vor Ort“. Vier lokale Künstler stellen zwischen dem 18. November (Freitag) und dem 11. Dezember (Sonntag) 2022 ihre Bilder, Drucke und Skulpturen im Kaponier an der Großen Straße 47 aus.

Ulrich Fox zeigt Skulpturen. Der 77-jährige Lohner verwendet mit Rot und Blau vor allem zwei seiner drei Lieblingsfarben. Er hat in der Regel eine klare Vorstellung, wo die Reise hingehen und was die Botschaft sein soll. Eventuell beginnt er mit einer Skizze und einer kleinen Figur, bevor er sich an die geplante große Figur macht. Die klare Vorstellung sei wichtig für seinen Schaffensprozess. Erst wenn er zufrieden sei, präsentiere er sein Werk der Öffentlichkeit, und der Betrachter kann sich seine eigenen Gedanken machen, denn die Botschaft der Skulpturen verrät er nicht.

Reimund Stolle beschäftigt sich mit aktuellen Themen – einer Zeit digitaler Errungenschaften, wie er schreibt. Er setzt das Ganze als figurale Gedankenspiele um. Seine Figuren werden dabei zu Statisten einer Bildinszenierung und drücken Nähe und Distanz, Kommunikation oder Sprachlosigkeit aus. In den Bildräumen treten sie als plastisch geformte Gesamtfiguren hervor. Er überlässt dem Betrachter dabei genug Spielraum für Assoziationen, wobei sich seine Arbeiten „einem schnellen optischen Konsum verweigern“.

Rose Richter-Armgart stapelt in ihren Bildern Horizonte und kreiert – wie sie es nennt – Scheibenwelten. Foto: HeinzelRose Richter-Armgart stapelt in ihren Bildern Horizonte und kreiert – wie sie es nennt – Scheibenwelten. Foto: Heinzel

Die Rechterfelderin Rose Richter-Armgart widmet sich in ihren Arbeiten Landschaften, die sie durch unterschiedliche Materialien gestaltet. Es gehe ihr beispielsweise um die Natur und die durch den Klimawandel hervorgerufenen Verwerfungen. Das ist zumindest der Inhalt ihres Bildes "Eiswelten". Gleichzeitig sind ihre Bilder so offen gestaltet, dass der Betrachter Raum für Interpretationen hat. Aktuell verwendet sie gerne Aluminium und Bronze. Bei Ersterem setzt sie zur Gestaltung auf die überraschenden Effekte einer chemischen Reaktion mit einer schwefelhaltigen Lösung. Die gebürtige Braunschweigerin staffelt in ihren Gemälden Horizonte und kreiert dadurch – wie sie es nennt – Scheibenwelten.

Der abstrakten Malerei hat sich Melanie Voltz verschrieben. Die gebürtige Hamburgerin lebt und arbeitet inzwischen in Lohne. Ihre Bilder entwickeln sich anfangs sehr spontan, schnell und intuitiv. Sie läuft um die auf dem Boden liegende Leinwand und gibt darauf die Farbe direkt aus der Tube. Anschließend verteilt sie das Ganze mit einem Spachtel. Ein Prozess, der mehrmals wiederholt wird. Dabei hört sie in der Regel laut Musik, und zwar von Klassik über Pop bis hin zu House. Manchmal sei sie selbst von dem Ergebnis überrascht – also wohin sie ihre Spontanität geführt hat. Dabei tritt sie immer von der Leinwand zurück und betrachtet ihr Werk, um dann gezielt innerhalb ihres Bildes eine Harmonie herbeizuführen. 

Melanie Voltz liebt das Spiel mit den Farben und kreiert ihre Bilder anfangs spontan, schnell und intuitiv. Zum Ende der Arbeit sorgt sie für Harmonie in ihren Werken. Foto: Heinzel
Do we dare to dream: Mit ihren Bildtiteln möchte Melanie Voltz dem Betrachter einen kleinen Gedankenanstoß bieten. Ein Startpunkt für die eigene Entdeckungsreise. Foto: Heinzel
Ulrich Fox neben seiner Skulptur Dichter. Der Bildhauer liebt die Farben rot, blau und weiß. Die ersten beiden sind in der Ausstellung vertreten. Foto: Heinzel
Reimund Stolle zeigt Werke die sich einer schnellen optischen Konsumierung entziehen. Foto: Heinzel
Die Eiswelten (Mitte) von Rose Richter-Armgart weisen auf die verheerende Wirkung des Klimawandels hin. Foto: Heinzel

Ihre Bilder haben kein Unten oder Oben. Sie gibt ihnen Namen wie "Do we dare to dream“, um dem Betrachter einen Gedankenanstoß zu geben, ihm aber gleichzeitig genügend Raum für eine eigene Perspektive zu lassen. Es ist ein Spiel mit dem Titel, der manchmal bereits vor dem eigentlichen Kunstwerk vorhanden ist.

Sie schätzt an der abstrakten Malerei die Vielseitigkeit und den Umgang mit den Farben. Ihr gelingt es dabei, ohne Figürlichkeit Werke zum Nachdenken zu schaffen. Mutig – auf die eigene Intuition vertrauend – müsse man sein, um die passenden Farbakzente zu setzen. Dabei gilt es für sie, den richtigen Moment für den Absprung zu finden und zu sagen: Das Bild ist nun fertig.

Am Freitag (18. November) wird die Ausstellung mit einer Vernissage eröffnet. In diesem Rahmen werden vier Werke der Ausstellenden aus 2022 unter den Mitgliedern des Kunstvereins verlost. Uwe Oswald weist darauf hin, dass die Möglichkeit besteht, noch am Abend der Vernissage Mitglied zu werden.


Die Öffnungszeiten:

  • dienstags, mittwochs und freitags von 16 bis 18 Uhr
  • donnerstags von 18 bis 20 Uhr
  • samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 13 Uhr sowie sonntags und feiertags von 15 bis 18 Uhr.

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