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Hinter den Kulissen des Radios: Lars Cohrs begeistert in der Wassermühle

Unter dem Titel "Der frühe Vogel kann mich mal" erzählte der ehemalige Radiomoderator in der Friesoyther Wassermühle amüsant und anschaulich davon, was im Rundfunk läuft, wenn die Mikrofone aus sind.

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Hinter den Kulissen: Der frühere Radiomoderator Lars Cohrs brachte mit seinen Geschichten aus dem Rundfunkalltag das Publikum zum Lachen. Foto: Stix

Hinter den Kulissen: Der frühere Radiomoderator Lars Cohrs brachte mit seinen Geschichten aus dem Rundfunkalltag das Publikum zum Lachen. Foto: Stix

Wenn der Wecker um 2.15 Uhr nachts klingelt, mag das als Ausnahme, etwa beim Antritt der Urlaubsreise, noch verkraftbar sein. Lars Cohrs hat das als Moderator der Morgensendung "Hellwach" im NDR jahrelang tagein, tagaus erlebt. Sein Fazit nach 30 Jahren als Radiomoderator: "Der frühe Vogel kann mich mal."

Unter diesem Titel präsentierte der jetzt im Emsland lebende Cohrs am Donnerstagabend auf Einladung des Friesoyther Handels- und Gewerbevereins im Kulturzentrum Alte Wassermühle einige Erlebnisse aus seiner Zeit als Rundfunkmoderator. Und die sorgten beim Publikum für große Begeisterung. Schließlich spielen sich auch im Rundfunk die wirklich lustigen Dinge in erster Linie hinter den Kulissen, also bei ausgeschaltetem Mikrofon ab.

Und oft sind es die Hörer selbst, die für die Anekdoten sorgen. Etwa wenn ein Hörer nach seinem Urlaub auf der Studiohotline anruft, um Lars Cohrs mit den Worten "Wir waren 2 Wochen an der Müritz, ich wollte mich dann nur mal zurückmelden", auf den neusten Stand bringt. Oder wenn eine Hörerin, die nach der freudigen Feststellung, dass sie jetzt nach vielen vergeblichen Versuchen erstmals beim Hörertelefon durchgekommen sei, einfach wieder auflegt.

Musikgeschmack der Hörer wechselt stündlich

"Die Hörer sind unberechenbar", konstatierte Cohrs. Selbst der Musikgeschmack wechsle täglich, wenn nicht gar stündlich. "Da ist nach dem Frühstück andere Musik gefragt als vorher." Und natürlich müsse man mit der Zeit gehen. NDR 1 etwa spiele kaum mehr deutsche Musik, weil die Hörer sich geändert hätten. "Die 50- bis 60-Jährigen von heute sind anders als die vor 20 Jahren", erläutert der Radioprofi. "Heute sind Oldies der 60er und 70er Jahre die größte Schnittmenge." Dass man dabei die Texte nicht so richtig verstehe, sei nicht wirklich schade. "Deutsche Texte sind ja nun nicht eben pulitzerpreisverdächtig", befand der 55-Jährige.

Seine ersten Sendungen moderierte Cohrs mit 17 Jahren. "Ich habe viel zu schnell gesprochen, zu viel Wissen beim Hörer vorausgesetzt und über meine eigenen Witze gelacht", beschrieb er all die Fehler, die ein Anfänger macht. "Ich habe mich vor jeder neuen Sendung gefürchtet." Zudem sei er als Moderator einer Morgensendung voll auf sich allein gestellt gewesen. Der Vorteil daran: "Ich konnte machen, was ich wollte."

Mutter verbat dem damals 17-Jährigen, eine Einladung von Udo Lindenberg anzunehmen

Meistens zumindest. Nach einem Interview habe Udo Lindenberg 1984 ihn, den noch nicht volljährigen Schüler, einmal zu einem Konzert samt Besuch hinter der Bühne eingeladen. Er habe, so Cohrs, natürlich sofort zugesagt und seine Mutter dann noch kurz informiert, dass er später nach Hause komme. "Daraus wird nichts", sei die Antwort gewesen, schließlich schreibe er am nächsten Tag eine Mathearbeit. "Mann, war das peinlich", zeigt sich Cohrs fast 40 Jahre später immer noch erschüttert. Das Publikum dankte ihm die amüsante Reise durch den Radioalltag mit langem, begeistertem Applaus.

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