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Heavy Metal-Festival "Hell over Halen" wird auf 2023 verschoben

Die Organisatoren begründen die Absage mit finanziellen Unsicherheiten. Ganz ohne Rock muss Halen aber nicht auskommen: Im Sommer findet die Tagesveranstaltung "The Awakening" statt.

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Freuen sich auf das "Awakening": Der Vorstand des Trägervereins; von links Ingo Lindner (1. Vorsitzender) mit Ehefrau Manuela, Sabine Schwegmann (Kassenwartin) und André Wolframm (Schriftführer). Foto: Lindner

Freuen sich auf das "Awakening": Der Vorstand des Trägervereins; von links Ingo Lindner (1. Vorsitzender) mit Ehefrau Manuela, Sabine Schwegmann (Kassenwartin) und André Wolframm (Schriftführer). Foto: Lindner

Viele Rockfans aus der Region hatten auf das Rockfestival "Hell over Halen" hingefiebert, das vom 5. bis 7. Mai mit 3500 Menschen stattfinden sollte. Doch jetzt müssen die Veranstalter das Event absagen: Die finanzielle Unsicherheit sei zu groß. Als Ersatz wird es die Tagesveranstaltung "Hell over Halen – the Awakening" geben. Die "große" Veranstaltung soll seine Premiere dann im Juni 2023 feiern.

Mitte März fiel bei den Organisatoren die Entscheidung, das Festival abzusagen. "Es gibt zwei Faktoren: Corona und die finanzielle Unsicherheit", sagt der 1. Vorsitzende des Trägervereins, Ingo Lindner. Die Corona-Regeln seien während der Planungsphase wie ein "Lotterie-Spiel" gewesen. Stand jetzt sei das Festival zwar durchführbar. "Die Menschen brauchen aber Planungssicherheit." Mit den Erfahrungen und den vielen kurzfristigen Absagen in der Musikbranche sei dies derzeit nicht gegeben.

Finanzielle Unsicherheit gibt den Ausschlag für Absage

Hinzu komme, dass viele Menschen sich momentan genau überlegen würden, wofür sie ihr Geld ausgeben. "Zum einen steigen die Energiekosten gerade sehr stark an, zum anderen haben viele Festivalbesucher noch Tickets für 2 oder 3 andere Veranstaltungen am Kühlschrank hängen", erklärt Lindner. Da sitze das Geld für ein weiteres Event dann nicht so "locker". Zumal zu einem Festival-Wochenende auch noch Verpflegung und Merchandise-Käufe mit dazugehören würden. "Da ist man schnell 300 Euro los", weiß Lindner.

Dieser Mix aus Unwägbarkeiten habe trotz der "definitiv sehr guten Resonanz" dazu geführt, dass der Ticketverkauf noch nicht so angelaufen sei. "Es fällt einem nicht leicht, das Festival abzusagen, aber die finanzielle Unsicherheit ist einfach zu groß." Ohne die frühzeitigen Ticketeinnahmen hätten die Ehrenamtlichen einen Großteil der Kosten vorstrecken müssen. "Diese schlaflosen Nächte wollten wir vermeiden", sagt Lindner.

"Hell over Halen – The Awakening" am 7. Mai

Als "Trostpflästerchen" wird am 7. Mai die Tagesveranstaltung "Hell over Halen – The Awakening" stattfinden. Von den 40 Bands, die sich für die XXL-Ausgabe angekündigt hatten, werden sich 11 Bands auf den Weg nach Halen machen. Mit dabei sind unter anderem Mount Atlas, die Suicidal Angels aus Griechenland und die Winnewupps aus der Wesermarsch. Letztere sind für plattdeutschen Heavy Rock bekannt und haben für das "Hell over Halen" eine eigene Hymne geschrieben.

Internationale Gäste: Die Suicidal Angels kommen aus Griechenland. Foto: Suicidal AngelsInternationale Gäste: Die Suicidal Angels kommen aus Griechenland. Foto: Suicidal Angels

Das Konzept für "The Awakening" sehe wie beim großen Festival aus, nur in "abgespeckter Form", heißt es. So werde es keine Camping-Möglichkeiten geben, außerdem werde nur noch eine anstatt drei Bühnen benötigt. Das Speiseangebot kommt von der Firma "Kalieber" aus Lastrup; bezüglich der Sanitäranlagen setzen die Organisatoren weiter auf wassergespülte Toiletten anstatt auf die auf Festivals üblichen Dixies.

Vereinsmitglieder wollen Rock-Kultur stärken

Die Organisation des Festivals nehme viel Zeit in Anspruch. „Wir stecken da schon viel Herzblut rein“, sagt Lindner. Jeden Dienstag sei man zu einem Video-Call verabredet. Außerdem wolle man sich im November auf der Fachmesse „Future of Festivals“ neue Anregungen einholen.

Der Trägerverein, der mittlerweile über 60 Mitglieder zählt, wurde Ende 2019 mit dem Ziel gegründet, die Rock- und Heavy Metal-Kultur im Cloppenburger Raum anzusiedeln. Dabei sollen vor allem junge, regionale Bands gefördert werden und Live-Musik in der Region geboten werden. "Wir wurden von der Pandemie aber ziemlich ausgebremst", berichtet Lindner. Eigentlich wollte man zusätzlich zum Festival auch Workshops für junge Musiker anbieten oder Themenwochen in Schulen veranstalten. "Das ging leider alles nicht, deswegen haben wir erstmal mit den Planungen fürs Festival begonnen." Jetzt sollen diese Projekte aber nachgeholt werden, auch ein Band-Besuch im Seniorenheim sei in Planung.

Alle Bands haben für 2023 zugesagt

Für das große Festival im Juni 2023 haben laut Lindner alle Bands zu den gleichen Konditionen zugesagt. "Die Kosten für die Absage halten sich zum Glück im Rahmen, es wurde nur Geld für Flyer und Plakate ausgegeben." Im Sommer 2023 soll das Festival dann endlich stattfinden: 3.500 Besucher wollen Halen am 2. Juni-Wochenende 2023 in den Heavy Metal-Ausnahmezustand versetzen.

  • Info I: Der Ticketverkauf zum "Hell over Halen The Awakening" ist am Samstag gestartet. Tickets können auf ticket2go erworben werden.
  • Info II: Weitere Informationen sind auf der Webseite www.helloverhalen.de zu finden. Wer an einem Sponsoring oder einer Vereinsmitgliedschaft interessiert ist, kann sich unter ingo@helloverhalen.de melden.

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