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"Gott, du kannst ein Arsch sein" räumt Oldenburger Filmpreis ab

Der Film von Til Schweiger schildert die letzten 296 Tage im Leben der 15-jährigen Stefanie. Sie ist unheilbar an Krebs erkrankt – aber möchte sich noch 10 Wünsche erfüllen.

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Die Jury und die Veranstalter des 11. Filmfestivals Oldenburger Münsterland: (von links) Birgit Winkel, Martin Nordlohne, Melanie Hättrich, Carl Bünker, Lydia Stuntebeck, Elsbeth Schlärmann und Thomas Sandkötter. Foto: Steinke

Die Jury und die Veranstalter des 11. Filmfestivals Oldenburger Münsterland: (von links) Birgit Winkel, Martin Nordlohne, Melanie Hättrich, Carl Bünker, Lydia Stuntebeck, Elsbeth Schlärmann und Thomas Sandkötter. Foto: Steinke

Die 3 Filme „The Father“, „Gott, du kannst ein Arsch sein“ und „Catweazle“ konnten sich die Besucher des 11. Filmfestivals Oldenburger Münsterland auf der 6 mal 12 Meter großen Leinwand auf der Lohner Freilichtbühne ansehen und sich ein Bild machen, wer den Oldenburger Filmpreis „Olfi“ 2021 gewinnen würde. Bedingt durch die Coronakrise waren an jedem der 3 Filmabende nur 220 Besucher zugelassen, eine Zahl, die an keinem der Abende voll ausgeschöpft wurde. Dennoch waren die Organisatoren Carl Bünker (Regio TV) und Lydia Stuntebeck (Capitol Kino) sehr zufrieden.

Bevor sich die Filmfreunde am Sonntagabend den Abschlussfilm „Generation Beziehungsunfähig“, der außerhalb des Wettbewerbs gezeigt wurde, anschauten, ging es zur Preisverleihung. Die Kandidaten waren im Vorfeld von Carl Bünker und Lydia Stuntebeck ausgesucht worden. Die stellvertretende Geschäftsführerin des Capitol-Kinos verriet: „Diesmal war die Filmauswahl relativ einfach. Wir hatten ja aufgrund von Corona 8 Monate geschlossen, so dass weniger Filme als in den Vorjahren zur Auswahl standen.“ Bünker ergänzte: „Deshalb gab es diesmal keine Streitgespräche.“

Diese konnten bei der Jury nicht aufkommen, denn sie musste nach 10 ausgewählten Kriterien den Siegerfilm finden. Birgit Winkel, seit vielen Jahren dabei, erläuterte, dass der Inhalt nicht in die Bewertung einfließen sollte. Melanie Hättrich (Schutzengel-Projekt) stellte fest: „Man guckt jeden Film anders, wenn man in der Jury ist. Alles ist sehr schwer zu vergleichen, wenn man Punkte wie Produkt, Design, Musik und so weiter berücksichtigen will.“ Martin Nordlohne, Leiter der Integrationsgruppe, betrat Jury-Neuland und schilderte seine Eindrücke: „Mir gefiel 'Gott, du kannst ein Arsch sein' am besten. Bei 'The Father' war ich am Ende total verwirrt und bei 'Catweazle' gefiel mir, dass so viele Kinder da waren.“

Buchautor Frank Pape verteilte selbstgemachte Pralinen

Zur Tat und Urteilsverkündung schritt Lohnes stellvertretende Bürgermeisterin Elsbeth Schlärmann, die den goldenen Briefumschlag öffnete: „Der Gewinner ist 'Gott, du kannst ein Arsch sein'." Insgesamt hatte das Werk mit Til Schweiger den Hauptpreis in Form einer leeren Filmspule als Pokal gewonnen. Der eindrucksvolle Film schildert die letzten 296 Tage im Leben der 15-jährigen Stefanie. Sie ist unheilbar an Krebs erkrankt, möchte aber das Leben noch genießen und sich dazu noch 10 Wünsche erfüllen. Carl Bünker erläuterte, dass die Entscheidung in der Nachfolge des Gewinners von 2020, „25 km/h“, erneut sehr knapp ausgefallen sei. „Letztlich war es die klare Entscheidung für die Musik des Films, die den Ausschlag gegeben hat.“

Im Rahmen der Festspieltage gab es gerade bei der Vorführung dieses Films ein besonderes Highlight, als am Freitagabend Buchautor Frank Pape auf der Freilichtbühne anwesend und für Gespräche mit dem Publikum bereit war – und selbstgemachte Pralinen verteilte. „Das war beeindruckend“, fasste Stuntebeck diesen Auftritt zusammen. „Er hatte eine Reihe seiner Bücher mitgebracht. Doch am Ende waren es zu wenige. Schade, denn der Erlös kommt seinem Projekt zugute.“ In diesem Projekt begleitet er schwer behinderte Kinder und deren Familien in Westfalen auf ihrem Lebensweg.

Veranstalter hoffen 2022 wieder auf volle Auslastung

Diese Aktion regte auch Thomas Sandkötter an, seit vielen Jahren Moderator der Veranstaltung. Er machte deutlich, für 2022 sei die 12. Auflage angedacht: „Wir werden versuchen, das Vorprogramm mehr aufzupeppen, so dass ganz einfach mehr Action in die Veranstaltung kommt.“ Und lächelnd fügte Lydia Stuntebeck an: „Ja, wir hätten auch diesmal bei 'Catweazle' schon gerne Hauptakteur Otto Waalkes dabei gehabt.“ Insgesamt hoffen die Verantwortlichen, dann wieder die komplette Kapazität der Freilichtbühne ausschöpfen zu können – wie in den Vorjahren. Diese Zusammenarbeit habe sich elf Jahre lang „toll bewährt“, bestätigte Sandkötter. „Für die Unterstützung müssen wir der Freilichtbühne und ihren Verantwortlichen sehr dankbar sein.“ Ohne sie sei das Erlebnis Freiluftkino in Lohne kaum auf einem so hohen Niveau denkbar.

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