Bandgründer Zebu (vorne mit Hut), seine Gnus und Ur-Gnus feierten mit ihren Fans den 40. Geburtstag. Foto: Wimberg
Für ihren Gig zum Geburtstag haben sie sich noch einmal vereint: Zebu und seine „Ur-Gnus“ zeigten sich an ihrem 40. überzeugt „We gonna make it“ und feierten klangvoll „The wonderful world“ vor ausverkauftem Haus. Dabei hatten Wilhelm Wewer und Otto Hafkemeyer von ihrer Spielfreude nichts verloren, als sie nach Jahrzehnten wieder die Bühne betraten und im Friesoyther Kulturzentrum „Alte Wassermühle“ an Gitarre und Bass melodisch an alte Zeiten erinnerten.
Zu den Männern der ersten Stunde zählt auch Franke Pharoah, der ebenso virtuos wie gefühlvoll den berühmten Funken überspringen ließ. Der Soulsänger faszinierte die Fans mit starker Stimme, mitreißenden Grooves, Drive und Dynamik. Konstante der Kultband sind Gründer und Pianist Zebu (Klaus-Dieter Hildebrandt) sowie Schlagzeuger Heiner Schepers, die seit 1985 mit wechselnder Besetzung durch die Region touren.
Mitreißende Grooves und viel Gefühl: Soulsänger Franke Pharoah zählt neben Wilhelm Wewer (Gitarre) zu den Männern der ersten Stunde. Foto: Wimberg
Eine feste Formation bilden sie seit vielen Jahren mit Dr. Thomas Hanisch (Gitarre), Anja Meiert (Gesang), Peter Janssen (Gitarre), Wolfgang Hitschler (Bass) und Ruth Shaw (Geige), die die „Ur-Gnus“ an zwei Jubiläumsabenden in ihre Mitte nahmen und auf eine musikalische Zeitreise gingen.
Die „Altenoyther Lehrerband“ markiert die Anfänge. Dafür konnte Pädagoge und Pianist Hildebrand damals schnell seinen Kollegen Wewer gewinnen. Beide waren bereits in anderen Bands unterwegs, beide festivalerfahren und beide passionierte Musiker, die jedoch nicht nur bei Schulveranstaltungen auftreten wollten und größer dachten. Über den früheren Gastronomen Manfred Münzebrock lernten sie den in London lebenden US-Musiker Franke kennen, der Friesoythe bei vielen Besuchen für sich entdeckte. Was noch fehlte, war ein Schlagzeuger. „Und an den Abend, als ich kurzerhand an die Münzebrocksche Theke einbestellt wurde, erinnere ich mich noch gut“, erzählt Heiner Schepers.
Nach Jahrzehnten wieder auf der Bühne: Otto Hafkemeyer hatte von seiner Spielfreude nichts verloren. Foto: Wimberg
Da saßen sie dann vor ihrem Bier und ersten gemeinsamen Auftritt, der an den Maitagen stattfinden sollte. Aus der wenig Hit-verdächtig klingenden „Lehrerband“ wurde „Zebu and the Gnus“, zu denen sich kurz nach der Gründung auch Otto Hafkemeyer gesellte. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte, bei der die Band ihr Publikum durch die 60er bis 80er Jahre führt.
Mit Poisons „Ride The wind“ läutete sie nun ihren runden Geburtstag ein und stellte mit „Because The Night“ (Patty Smith) energiegeladen klar, wem die Nacht gehört. Stings „Shape Of My Heart“ ging unter die Haut und berührte das Herz ebenso wie „Stairway To Heaven“ von Led Zeppelin. Rockige Rhythmen schlugen die Musiker mit „Like The Way I Do“ (Melissa Etheridge) an, spirituell wurde es mit „Solsbury Hill“ (Peter Gabriel) und mystisch mit Citys „Am Fenster.“
„Verdamp lang her“ der Kölner Kultband BAP beschließt traditionell die Konzerte der Friesoyther Kultband, die drei Stunden lang mit legendären Songs brillierte, Arm in Arm Abschied nahm und Danke sagte: „Es war schön.“