"Feuer frei!" Völkerball heizt Cloppenburger Publikum ein
Mit einem buchstäblich heißen Ritt durch die musikalische Historie der Band "Rammstein" kamen die Zuhörer und Zuschauer in der Stadthalle voll auf ihre Kosten.
Andreas Heidkamp | 05.02.2023
Mit einem buchstäblich heißen Ritt durch die musikalische Historie der Band "Rammstein" kamen die Zuhörer und Zuschauer in der Stadthalle voll auf ihre Kosten.
Andreas Heidkamp | 05.02.2023

Dauerfeuer im Sekundentakt – Fast schien es so, als würden die Flammen Völkerball-Frontmann und Sänger René Anlauff verschlingen. Die Pyrotechniker hatten nicht gekleckert, sondern geklotzt – und dabei ganze Arbeit geleistet. Foto: Heidkamp
"Feuer frei": Die Band "Völkerball" heizte am Freitagabend dem Cloppenburger Publikum ordentlich ein und ließ es im Laufe des Abends mächtig krachen – ganz zur Freude der 1300 Fans, die für eine ausverkaufte und volle Stadthalle sorgten. Um die Rammstein-Liebhaber so schnell wie möglich auf Betriebstemperatur zu bringen, hatte sich die Truppe etwas überlegt: Ein dunkler Vorhang verhüllte die Bühne in der Stadthalle Cloppenburg, zwei überdimensionale digitale Uhren hingen links und rechts daneben und zählten eine Minute im Sekundentakt runter. Kurz vor Ende des Countdowns zählte das erwartungsvolle Publikum lautstark mit. „3,2,1“: Ein riesiger Knall, der Vorhang fiel und gab den Blick auf ein Bühnenbild frei, das dem einer alten Industrieanlage glich und den passenden Rahmen für eine effektvolle Show samt Feuersäulen, Flammen und energiegeladenen Riffs bot. Überall war Rauch und Qualm, während sich die Musiker ihren Weg zur Arbeit bahnten. Rund 4 Meter über dem Plateau thronte Drummer Dirk Oechsle und eröffnete das Spektakel. Mit seinen Schlagstöcken und dem typisch kraftvollen Rammstein-Sound heizte er die Stimmung an und gab den Takt vor. Es folgten die beiden Gitarristen Björn Müller und Tobias Kaiser mit Bassist Tilmann Carbow, während Keyboarder Andreas Scharnowski sich links in der Ecke platziert hatte. Die Fans waren bereit und kurz vor der Ekstase, als „Vorarbeiter“ und Frontmann René Anlauff in seiner schwarzen Kluft und mit knallrot geschminkten Augen die Szenerie betritt. Sie alle wollten nur eines: Musik malochen, die unter die Haut geht. Und vor allem auf die Ohren. Es war ein Song-Mix durch die Rammstein-Historie: „Feuer frei!“, „Zerstören“, „Asche zu Asche“, „Deutschland“, „Ausländer“, „Sonne“, „Engel“ und „Zeit“ waren nur einige der Klassiker, bei denen das Fan-Herz anfing höher zu schlagen – zwischen Genie und Wahnsinn, Faszination und Ekel, Lust und Schmerz. Bei dem Song „Haifisch“ paddelte Keyboarder Andreas Scharnowski im goldenen Outfit über die Menschenmenge in der Stadthalle. Bei der Lichtshow und insbesondere bei der Pyrotechnik hatten die Bühnentechniker ganze Arbeit geleistet. Es wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt. Teilweise wirkten die zuckenden Flammen, als würden die Musiker mittendrin stehen und sie verschlingen. Es war ein explosiver und heißer Abend mit „Völkerball“, die getreu ihrem Motto „99 Prozent Rammstein – 100 Prozent Völkerball“ alles gaben, was man von einer Tribute-Band erwarten kann – inklusive Zugaben, bei denen es noch einmal so richtig abging. Das Publikum war jedenfalls begeistert und feierte die 6 Musiker enthusiastisch. Stadthallen-Geschäftsführer Alfons Lücking stand am Ende ein breites Grinsen im Gesicht. „Großartige Stimmung, perfekter Sound und endlich wieder eine rappelvolle Stadthalle mit einem restlos zufriedenen Publikum. Also alles richtig gemacht“, sagte er und freute sich mit seinem Team. Das Konzert war mit 1300 Besuchern restlos ausverkauft.
Von „Zerstören“ über „Asche zu Asche“ bis „Zeit“


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