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Fahne des Rechterfelder Chors wurde vor 100 Jahren eingeweiht

Historisches Exemplar in den Farben Rot und Blau zeigt gestickte Symbole und die Jahreszahl 1921. Der Gesangsverein ist mangels Mitgliedern nicht mehr aktiv.

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Historisch: Der Vorsitzende Julius Koops präsentiert die Chorfahne von 1921. Die rote Fahnenseite zeigt die Jahreszahlen: 1919 und 1921 sowie die gestickte Inschrift: „Männergesangverein Frohsinn Rechterfeld“ und als Symbol grünes Eichenlaub. Foto: Koopmeiners

Historisch: Der Vorsitzende Julius Koops präsentiert die Chorfahne von 1921. Die rote Fahnenseite zeigt die Jahreszahlen: 1919 und 1921 sowie die gestickte Inschrift: „Männergesangverein Frohsinn Rechterfeld“ und als Symbol grünes Eichenlaub. Foto: Koopmeiners

Sangesfreudige Männer in Rechterfeld gründeten im November 1919 den Gesangverein „Frohsinn“. In der St. Antonius-Kirche fungierten sie als Kirchenchor; sie sangen auch weltliche Lieder bei Festen im Ort und beteiligten sich schon bald an Sängerfesten im Sängerbund „Harmonia“. Erster Chorleiter war Hauptlehrer Moorkamp aus Hogenbögen. Bauer Gerhard Kühling war „Liedervater“ (Vorsitzender).

Lehrer Klövekorn aus Vechta wurde zum 1. April 1920 an die Volksschule Rechterfeld versetzt. Der junge Lehrer mit guten musikalischen Fähigkeiten übernahm in der Kirche den Dienst als Organist und die Chorleitung im Männergesangverein. Überliefert ist, dass der junge Chor schon Weihnachten 1919 mit 32 Männern erstmalig öffentlich in der Kirche auftrat. Die Rechterfelder beteiligten sich auch am Sängerfest 1920 in Varnhorn.

Im Frühjahr 1921 wurde eine Vereinsfahne angeschafft. Sie wurde in der Fahnenfabrik Dreyer in Hildesheim angefertigt und kostete etwa 3000 Reichsmark. Der Betrag kam unter anderem durch Spenden zusammen. Schulvikar Franz Krümpelmann (aus Damme) - von 1901 bis 1921 Seelsorger in Rechterfeld - vollzog die feierliche Fahnenweihe am 22. Mai 1921 in der St.-Antonius-Kirche. Der Männergesangverein erhielt den Namen: „Frohsinn Rechterfeld“.

Auf dem blauen Fahnentuch stehen die Inschriften: In Freud und Leid zum Lied bereit“ und O, grüne fort o, blühe lang Du edler Deutscher Männergesang“. Eingestickt sind eine rot-goldene Lyra und ein weißer Schwan. Foto: KoopmeinersAuf dem blauen Fahnentuch stehen die Inschriften: „In Freud und Leid zum Lied bereit“ und „O, grüne fort o, blühe lang Du edler Deutscher Männergesang“. Eingestickt sind eine rot-goldene Lyra und ein weißer Schwan. Foto: Koopmeiners

Beim 35. Sängerbundesfest „Harmonia“ am 5. Juni 1921 in Visbek (Festplatz Hubertusmühle) präsentierte der MGV „Frohsinn Rechterfeld“ auch die neue Chorfahne. Die mehr als 100-jährige Geschichte des Gesangvereins Rechterfeld und die historische Chorfahne sind ein guter Anlass, über die wechselvolle Geschichte dieses Kulturträgers im Kirchdorf zu berichten.

In den Gründerjahren wechselten infolge von Lehrerversetzungen an der Schule Rechterfeld häufig die Chorleiter. Damals übernahm Bauer und Sangesbruder Klemens Bramlage den Dirigentenstab für fast 40 Jahre. In Rechterfeld wurde 1937 ein Sängerbundesfest veranstaltet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, aus dem 6 Mitglieder nicht zurückkehrten, begann Dirigent Bramlage im Herbst 1945 wieder mit wöchentlichen Übungsstunden. Nach seinem Tod (1966) wurde sein Sohn Bernard Bramlage neuer Chorleiter. Nach 21 Jahren legte Dirigent Bramlage nach Weihnachten 1987 das Amt nieder.

Hans Schmidt, zugleich Wirt des Vereinslokals, übernahm bis zu seiner schweren Erkrankung 1992 die Aufgabe. Ihm folgte erneut Bernard Bramlage bis 2006. Der Männerchor öffnete sich auch für Frauen. Dirigentin Margret Kossen aus Wildeshausen leitete die „Chorgemeinschaft“ bis Februar 2018. Ihr folgte Dirigent Sven Jacobs aus Goldenstedt.  

Nach über 100 Jahren seit der Gründung sind nur noch wenige aktive Sängerinnen und Sänger im Verein. Chorgesang sei so leider nicht mehr sinnvoll, erklärte der Vorsitzende Julius Koops. Er hat mit der historischen Chorfahne von 1921 auch das fast ebenso alte Klavier in seine Obhut genommen.

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