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Ein Streifzug durch die Orgelgeschichte

Bei seinem ersten Orgelkonzert demonstrierte Carlos Reigadas, der neue Kirchenmusiker der Friesoyther St.-Marien-Gemeinde, die Möglichkeiten der Sauer-Orgel.

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Am Arbeitsplatz: der Friesoyther Kirchenmusiker Carlos Reigadas kurz vor Beginn seines ersten Orgelkonzerts am Sonntag (23. Januar). Foto: Stix

Am Arbeitsplatz: der Friesoyther Kirchenmusiker Carlos Reigadas kurz vor Beginn seines ersten Orgelkonzerts am Sonntag (23. Januar). Foto: Stix

Standing Ovations für Carlos Reigadas. Der neue Kirchenmusiker der Friesoyther St.-Marien-Gemeinde gab am Sonntagnachmittag mit seinem ersten Orgelkonzert in der St.-Marien-Kirche seine Visitenkarte als Kirchenmusiker ab. Knapp 90 Minuten lang begeisterte er das Publikum mit zwölf Stücken aus Barock und Romantik. Seit 1. Oktober ist Reigadas im Amt, die erste Zeit hatte er genutzt, um neben der Gemeinde und den Kirchen auch die Sauer-Orgel in der Stadtkirche kennenzulernen. Das Konzert bot ihm die Möglichkeit, die Bandbreite des Instruments zu demonstrieren.

Umrahmt wurde das Konzert von Werken aus der Feder Johann Sebastian Bachs. Zum Einstieg erklangen Präludium und Fuge in e-Moll, (Bach-Werke-Verzeichnis BWV 548), ergänzt um das Choralvorspiel "Herr Jesu Christ, dich zu uns wend" (BWV 709). Den Abschluss bildeten Präludium und Fuge Es-Dur, BWV 552, das letzte freie Orgelstück, das Bach geschrieben hat. 

„Die Orgel kann ein Orchester ersetzen und symphonische Dimensionen erreichen.“Carlos Reigadas, Kirchenmusiker

Die dazwischen liegenden Werke führten das Publikum durch rund 250 Jahre Geschichte der Orgelmusik, beginnend mit dem "Ballo del Granduca" von Jan Pieterszoon Sweelinck (1562 - 1621), endend mit der Toccata G-Dur von Théodore Dubois (1837 - 1924). Besondere Highlights waren dabei neben den Bach-Werken auch der Boléro de Concert von Louis J. Alfred Lefébure-Wély und die Fuga II op. 60 von Robert Schumann aus seinem Zyklus "Sechs Fugen über den Namen BACH".

Vor allem die Werke von Dubois und Lefébure-Wély machten den Klangreichtum der Sauer-Orgel deutlich. "Die Orgel kann ein Orchester ersetzen und symphonische Dimensionen erreichen", erläutert der Kirchenmusiker. "Sie ist sehr reich an Klangfarben, man könnte auch eine Mozart-Symphonie auf ihr spielen." Ein Grund dafür sind die 46 Register, darunter auch vier Zungenregister, die wie Trompeten klingen.

Zwei weitere Konzerte sind bereits in Planung

Unterstützt wurde Reigadas von seiner Orgelschülerin Mia Mammen aus Bösel, die mit ihren 15 Jahren derzeit in der C-Ausbildung für Kirchenmusiker ist. "Sie hat sehr gut geblättert und registriert", lobt Reigadas. "Und das waren ja wirklich schwere Stücke, die schwer zu verfolgen sind." 

Beim Publikum kam das Konzert ausgesprochen gut an. "Reigadas ist eine echte Bereicherung für Friesoythe", hieß es beispielsweise, oder auch "Das war mal wieder ein echtes Erlebnis". Den vielfach geäußerten Wunsch nach weiteren Orgelkonzerten will der Musiker gerne erfüllen. Zwei weitere hat er bereits in Planung, die Termine werden demnächst bekannt gegeben.

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