Ein Abend voller Überraschungen – so war das Neujahrskonzert in Lohne
Das 23. Neujahrskonzert in Lohne bot ein musikalisches Feuerwerk mit internationalen Künstlern. Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet eröffnete den Abend mit einem Ausblick auf ein ereignisreiches Jahr.
Sopranistin Johanna Nylund aus Finnland begeisterte das Publikum. Foto: Brauns-Bömermann
Ein mitreißender Dirigent aus Schweden, eine junge Bürgermeisterin, eine Sopranistin aus Finnland und zwei Komponistinnen bestimmten in Lohne den Jahresstart. Das 23. Neujahrskonzert der Stadt Lohne in der fast ausgebuchten Aula des Gymnasiums stand unter der Überschrift: „Symphonische Raritäten kennenlernen, eingebunden in bekannte und vom Publikum erwartete Klassiker.“ „Ich wünsche uns einen wunderbaren Musikabend, Musik verbindet“, unterstrich Lohnes Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet.
Sie begrüßte die Ehrengäste, darunter Landrat Tobias Gerdesmeyer, und schwor die Anwesenden mit Blick auf die Bauarbeiten des Hallenbades, des Waldbades und verschiedener Schulbauprojekte auf ein Jahr voller Tatendrang in Lohne ein, stellte aber auch kulturelle Aktivitäten in Aussicht: Die Lohner können sich auf einen Talentwettbewerb, Rocking Lohne im Lohneum und die Pop-up-Galerie freuen.
Die Entscheidung, das Symphonieorchester des Landestheaters Detmold für das Neujahrskonzert einzuladen, entpuppte sich als Glücksgriff. Das Publikum fühlte sich bestens unterhalten. Foto: Brauns-Bömermann
Die Entscheidung, das Symphonieorchester des Landestheaters Detmold für das Neujahrskonzert erneut einzuladen, war ein Glücksgriff. Die Geschichten hinter den Künstlern sind vielfältig: Per-Otto Johansson aus Schweden, Sopranistin Johanna Nylund aus Finnland, Marimba-Solist Sheng-Yuan Wang aus Taiwan und Tenor Stephen Chambers aus Großbritannien und Neuseeland. Er sang „Das Wiener Lied“ aus der Operette „Die Herzogin von Chicago“ von Emmerich Kálmán.
Der Marimbaphonist Sheng-Yuan Wang präsentierte einen Satz aus dem Konzert für Marimba und Streicher von Emmanuel Sejourné – eine Perle mit dramatischer und ruhiger, jazzig-moderner Attitüde. Danach ging es zurück an die Donau mit bekannten Neujahrsklassikern. Die Csárdásfürstin, verkörpert von Johanna Nylund, brillierte zuerst solo und dann im Duett mit Chambers bei „Machen wir’s den Schwalben nach“. Der berühmteste Tanz von Brahms, der Ungarische Tanz Nummer vier, war ebenfalls vertreten. Dirigent Johansson hatte eine der symphonischen Raritäten gut gewählt: Die Auszüge aus „Tänze aus Galanta“ von Zoltán Kodály ließen das Publikum nach mehr verlangen. Die musikalischen Bilder beschreiben wilde Ritte und Angriffe. Kodály orientierte sich an der Musikgruppe „Verbunkos“, die in seiner Heimat junge Männer mit aggressiven Werbetänzen für das Militär begeistern wollte. Das Werk wurde 1933 für die Philharmonische Gesellschaft Budapest geschrieben.
Sheng-Yuan Wang aus Taiwan zeigte sein Können an der Marimba. Foto: Brauns-Bömermann
Das Konzert war geprägt von der überbordenden Spielfreude der Musiker, ihrem brillanten Zusammenspiel und der körperlichen Motivation des Dirigenten. Der rote Faden des Programms war leicht und plätschernd, im Stile der Brüder Strauß, während unbekanntere Tänze aus dem Balkan und die Rolle von Frauen als Komponistinnen in einer Zeit, als sie oft jung und wohlhabend verheiratet waren, hervorgehoben wurden. Das Lohner Publikum ging wohl nach Hause wie nach einem Sauna-Waschgang: mal eiskalt erwischt, mal wohlig warm berührt.
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