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Die Kleinen für den Riesen mit den tiefen Tönen begeistern

Die Musikschule Lohne startet das Projekt "Kinder an den Kontrabass". Unterstützung erhält die Einrichtung dabei von der LzO und der Dr.-Hildegard-Schnetkamp-Stiftung.

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Vier Lohner mit dem Kontrabass: Eine Probeaufstellung an den Instrumenten nehmen (von links) Josse Herzog, Frieda Marie Elbers, Musikschulleiter Michael Gudenkauf und Johann Moorkamp vor. Foto: Timphaus

Vier Lohner mit dem Kontrabass: Eine Probeaufstellung an den Instrumenten nehmen (von links) Josse Herzog, Frieda Marie Elbers, Musikschulleiter Michael Gudenkauf und Johann Moorkamp vor. Foto: Timphaus

Der Kontrabass ist das tiefste und größte aller Streichinstrumente. In der Musikschule gilt er häufig als Exot. Auch an den Universitäten und Musikhochschulen sind Bewerbungen für ein Kontrabass-Studium weitaus seltener als zum Beispiel für Gitarre oder Klavier.

Der Riese unter den Streichinstrumenten hält sich im Orchester trotz seiner beachtlichen Maße oftmals vornehm im Hintergrund. Seine vollen, tiefen Töne bilden das harmonische Fundament.

Doch gerade aufgrund seiner Größe ist der Kontrabass zum Erlernen nicht unbedingt die erste Wahl. In Patrick Süskinds Monologkomödie "Der Kontrabass" heißt es: „Kontrabass spielen ist eine reine Kraftsache, mit Musik hat das erst einmal nichts zu tun. Drum kann auch ein Kind nie im Leben Kontrabass spielen." 

Für Kinder gibt es altersgerechte Mini-Bässe

Doch diese Zeiten sind laut Michael Gudenkauf lange vorbei. "Die kleinsten Kontrabässe, die 1/16-Bässe, sind für Erst- oder Zweitklässler geeignet." Über den 1/8-, 1/4- und 1/2-Bass erreichten die Jugendlichen dann den 3/4-Bass, bei dem es oft bleibt. 

Der Leiter der Musikschule Lohne muss es wissen. Schließlich ist der 36-Jährige selbst studierter Jazz-Kontrabassist. Aus diesem Grund ist ihm das neue Projekt "Kinder an den Kontrabass" ein echtes Herzensanliegen.

Am liebsten noch vor Weihnachten will Gudenkauf mit dem Unterricht in einer Großgruppe von vier Kindern beginnen. Aktuell feile er an den Unterrichtsmaterialien. Er schwärmt für den Riesen mit den tiefen Tönen: "Der Kontrabass ist ein vielseitiges Instrument, das in unterschiedlichen Stilen und Ensembles zu Hause ist. Ob als Dirigent eines Symphonieorchesters, Leiter einer Bigband oder Akkordeonist eines Tangoensembles – ohne den Kontrabass geht es schlecht."

Gruppenunterricht fördert Motivation

Der Instrumentalunterricht in einer Gruppe hat für Kinder im Vorschul- oder frühen Schulalter laut Gudenkauf den Vorteil, dass die jungen Musikschüler gemeinsam die ersten Schritte unternehmen und sich gegenseitig motivieren. "Besonders in diesem Alter ist es wichtig, auch spielerische Aspekte in den Unterricht einzubauen, was in der Gruppe besonders gut möglich ist."

Es gibt ein weiteres Problem: Das Mitwachsen macht das Instrument zu einem Kostenfaktor. Gudenkauf berichtet, dass ein Mini-Bass meist aus robustem Sperrholz gefertigt wird – und 1300 Euro kostet. Darum sei es für Musikschulen wichtig, Schülerinstrumente vorzuhalten und verleihen zu können.

Musikschule Lohne erhält vier 1/16-Bässe

In Lohne ist der Weg zum Aufbau einer Kontrabassgruppe jetzt frei. Durch die erfolgreiche Teilnahme der Musikschule am Vereinsvoting der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) – die Einrichtung belegte mit 931 Stimmen den zweiten Platz hinter dem Sportverein Rot-Weiß Damme (999) – hat die Bank zwei 1/16-Bässe samt Taschen und Bögen gesponsert. Die Dr.-Hildegard-Schnetkamp-Stiftung aus Oldenburg, die eine wichtige Unterstützerin des Jugendsymphonieorchesters Oldenburger Münsterland ist, übernimmt die Patenschaft für zwei weitere Instrumente und das Equipment.

Für Annette Vetter, LzO-Direktorin Privatkunden im Landkreis Vechta, hat das LzO-Vereinsvoting gezeigt, "dass die Verbindung der Menschen zur Musikschule Lohne groß ist". Birgit Popien von der Dr.-Hildegard-Schnetkamp-Stiftung betont, dass der Stiftungsgründerin die Nachwuchsförderung ein Anliegen sei. "Sie will Kinder für Musik begeistern."

Gudenkauf hofft auf Nachwuchs für Jugendsymphonieorchester Oldenburger Münsterland

Durch die neuen Instrumente sieht Gudenkauf das Projekt gut aufgestellt. Einer weiteren Unterstützung würde sich der Musikschulleiter aber natürlich nicht verwehren. "Ideal wären vier Kontrabässe zusätzlich. So hätten die Kinder jeweils ein Instrument für daheim und die Musikschule."

Als Vorsitzender des Jugendsymphonieorchesters Oldenburger Münsterland erhofft sich Gudenkauf übrigens auch, Nachwuchs für die musikalische Talentschmiede zu gewinnen. "Perspektivisch können wir den einen oder anderen jungen Kontrabassisten gut gebrauchen."

  • Info: Kinder und Eltern können sich ab sofort bei der Musikschule Lohne (Telefon 04442/921600) für eine kostenlose Schnupperstunde melden.

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