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Debüt als Thrillerautor: Gebürtige Lohner eifert Sebastian Fitzek nach

Im Interview mit OM-Online spricht der Gymnasiallehrer Marc Stroot über seine Faszination für das Genre, seine literarischen Vorbilder – und darüber, was seine Schüler von seinem Hobby halten.

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Begeistert sich für Thriller – und ist nun selbst Schriftsteller: Am 5. November erscheint sein Debüt "Ich will nur spielen". Und wenige Tage später liest Mark Stroot in der Büchergalerie Lohne. Foto: Conny Keen

Begeistert sich für Thriller – und ist nun selbst Schriftsteller: Am 5. November erscheint sein Debüt "Ich will nur spielen". Und wenige Tage später liest Mark Stroot in der Büchergalerie Lohne. Foto: Conny Keen

Seine Wurzeln liegen in Lohne, mittlerweile lebt er im Emsland: Am 5. November erscheint der erste Thriller von Marc Stroot im Verlag Edel Elements. Nur wenige Tage nach der Buchpremiere kehrt der Gymnasiallehrer, Geburtsname Marc Tetting, in seine Heimatstadt zurück und liest in der Büchergalerie Lohne aus seinem Debüt "Ich will nur spielen". Im Interview mit OM-Online spricht der 39-Jährige über seine Faszination für das Genre, seine literarischen Vorbilder – und darüber, was seine Schüler von seinem Hobby halten.

Herr Stroot, am 5. November erscheint Ihr erster Thriller "Ich will nur spielen". Der Klappentext verheißt Spannung – und viel Blut. Täuscht dieser Wahrnehmung?
Dieser Eindruck täuscht nicht, wobei ich nicht sagen würde, dass extrem viel Blut wie in einem Film der Reihe "Saw" fließen wird. Ob dies tatsächlich so ist, überlasse ich der Wahrnehmung des Lesers. Auf jeden Fall war es mir wichtig, vieles ein wenig anders zu machen als andere Autorenkollegen.

2019 haben Sie ein Kochbuch mit dem Titel "Veggie – Kochen leicht gemacht" veröffentlicht. Jetzt ist es ein Thriller. Wie passt das zusammen?
In beiden Fällen wird etwas zerkleinert oder zerhackt (lacht). Spaß beiseite. Ich selbst bin ein vielseitiger Mensch und lebe mich in den unterschiedlichsten Bereichen aus. So auch im Kochen. Zum damaligen Zeitpunkt hatte ich an einer namhaften Kochsendung auf Sky teilgenommen und mich danach entschlossen, ein Kochbuch zu schreiben. Gleichzeitig hatte ich aber auch schon an mehreren Projekten für Romane gearbeitet, unter anderem diesem Thriller.

Was fasziniert Sie an dem Genre des Thrillers?
Dieses Genre bietet ungemein viele interessante Dinge. Zum einen setzt man sich bei der Recherche intensiv mit der menschlichen Psyche auseinander und taucht in die Abgründe der Seele ein. Zum anderen kann man sich als Autor austoben und Ereignisse darstellen und inszenieren, zu denen man im wahren Leben selbst nie imstande wäre. Außerdem fasziniert mich die Spannung, die in jedem Satz, so simpel er auch ist, weiter mitschwingt. Nichts steht da ohne Grund. Man möchte beim Lesen herausfinden, wer der Täter ist, was sein Motiv war – und ob man am Ende richtig lag.

Wer ist Ihr literarisches Vorbild?
Puh. Das ist eine schwierige Frage. Ich würde das vom Genre abhängig machen. Persönlich lasse ich mich beim Schreiben von Krimis und Thrillern von mehreren Autoren inspirieren. Dazu zählen Sebastian Fitzek, Stephen King, Agatha Christie und Daniel Cole.

Wenn Sie nicht schreiben, sind Sie Gymnasiallehrer für Spanisch und Geschichte in Meppen. Was sagen Ihre Schüler zu Ihrem Hobby?
Die finden es absolut spannend und cool. Viele warten schon auf den Erscheinungstermin, um sich das Buch zu kaufen. Allerdings dann eher die höheren Jahrgänge – für die Kleinen wäre der Stoff nicht geeignet. Auch kommen einige auf mich zu und reichen ihre selbstgeschriebenen Geschichten bei mir zum Korrekturlesen ein, weil sie selbst an Wettbewerben teilnehmen möchten und den Traum vom eigenen Buch haben. Aufgrund des Interesses überlege ich zurzeit auch, eine AG zum kreativen Schreiben anzubieten.

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Wie sind Sie überhaupt zur Schriftstellerei gekommen?
Das Ganze würde ich als Prozess beschreiben. Von klein auf hatte ich immer viel Fantasie und zog mich in andere Welten zurück, nachdem ich erste Jugendbücher gelesen hatte. Als Kind und Jugendlicher fing ich damit an, kleine Kurzgeschichten zu schreiben, die Freunde und ich in unterschiedlichen Formen nachgespielt haben. Mit den Jahren setzte ich mich daran, längere Stücke zu Papier zu bringen, die ich voller Überzeugung an Verlage schickte und selbstverständlich abgelehnt wurde, weil die Qualität zu wünschen übrig ließ (lacht). Ich habe viel gelesen und immer weitergeschrieben und experimentiert. Vor knapp 4 Jahren dann habe ich mich entschlossen, die Schriftstellerei richtig und professionell anzupacken, absolvierte Workshops, las Handbücher und fand so durch Ausprobieren meinen Stil.

Am 10. November halten Sie eine Lesung in der Büchergalerie Lohne. Was dürfen Gäste erwarten?
Ich freue mich unheimlich darauf. In angenehmer Atmosphäre bei Getränken und Snacks stelle ich den Gästen meinen Erstling vor. Ich erzähle etwas zu den Figuren, wieso ich so gestaltet habe, zum Thema, zur Entstehung, lese unterschiedliche Auszüge vor, damit man ein Gefühl für das Buch entwickeln kann und es lesen will. Für die Anwesenden habe ich noch kleine Überraschungen dabei. Außerdem möchte ich meinem zukünftigen Publikum nahe sein, denn "Ich will nur spielen" ist erst der Anfang. Zu Beginn des kommenden Jahres erscheint ein weiteres Buch, und ich habe die Hoffnung, meinen Kommissar Maik Michalski in weiteren Teilen ermitteln lassen zu können. Widmungen im Buch sind natürlich selbstverständlich.

Sie stammen ursprünglich aus Lohne. Welche Verbindungen pflegen Sie noch zu Ihrer Heimatstadt?
Meine Familie und Freunde. Ohne sie wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Dass das Team der Büchergalerie mit ins Boot gestiegen ist, empfinde ich nach wie vor als Glück und danke ihnen noch einmal. Hier habe ich schon als kleiner Junge meine ersten Bücher gekauft. Mit dieser Stadt verbinde ich so viele schöne Erinnerungen. Lohne ist und bleibt für mich meine Heimat. Und deswegen war es für mich selbstverständlich, dass ich hier unbedingt eine Lesung halten muss.


Zur Person:

  • Marc Stroot (39) wurde in Lohne geboren und lebt mittlerweile in Lingen im Emsland.
  • Nach dem Abitur studierte er Spanisch und Geschichte auf Lehramt in Bremen. Neben dem Beruf als Lehrer lebt er sich vielseitig aus.
  • In seiner Freizeit kocht und liest er, gibt Zumbakurse, treibt viel Sport und genießt gerne guten Wein.
  • Das Schreiben begleitet ihn seit Jugendzeiten, dem er sich täglich widmet.
Es ist und bleibt seine Heimat: Mit Lohne verbinde Marc Stroot viele schöne Erinnerungen. Foto: Conny KeenEs ist und bleibt seine Heimat: Mit Lohne verbinde Marc Stroot viele schöne Erinnerungen. Foto: Conny Keen

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