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Bei diesem Kunstprojekt ist jeder anders

Als inklusives Angebot haben Beschäftigte der Diakonie Himmelsthür zusammen mit den Kindern der Bührener Kita gearbeitet. Die Ergebnisse werden den Eingangsbereich verschönern.

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Variantenreich: Mit Pinseln, Stempeln und Schwämmen haben die Kinder und ihr Besuch gearbeitet. Foto: Vorwerk

Variantenreich: Mit Pinseln, Stempeln und Schwämmen haben die Kinder und ihr Besuch gearbeitet. Foto: Vorwerk

"Anders sein ist normal", sagt Silke Niehaus, Leiterin der Kita in Bühren. Als eine Mutter, die bei der Diakonie Himmelsthür arbeitet, den Vorschlag für ein inklusives Kunstprojekt machte, war sie deshalb sofort begeistert. Einen Vormittag lang haben am Mittwoch Beschäftigte der Einrichtung in Wildeshausen und Goldenstedt zusammen mit den Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren den Garten zum Kunstatelier umfunktioniert. Die Ergebnisse sollen künftig deutlich sichtbar den Eingangsbereich schmücken.

Jeder kann etwas – jeder hat Stärken

Die Bührener Kita hat zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen. Niehaus: "Bis 2021 hatten wir auch eine Integrationsgruppe, weshalb das Thema für uns so wichtig ist." Der Kern des Projekts: Jeder ist anders, jeder kann etwas und jeder hat Stärken. Für die Kinder war das ein freiwilliges Angebot und vorab wurde gefragt, wer mitmachen möchte. Auch die Mädchen und Jungen entdeckten dabei ihre Vielseitigkeit. Während die Einen beherzt in die Farbe griffen und mit ihren Händen malten, versuchten sich andere mit dem Pinsel oder aber sie wurden mit Schwämmen kreativ.  

Für die Beschäftigten der Diakonie Himmelsthür gehört der Umgang mit den unterschiedlichen Gestaltungsmitteln fast zum Alltag und ihre Kunstwerke sind regelmäßig in der Öffentlichkeit zu sehen. "In Wildeshausen wurde eine Baulücke verschönert und die ,Himmelsbretter' sind ein Blickfang in den Gärten", meint Oliver Brinkhus, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Diakonie Himmelsthür. Dort wird auch mit einem Künstler zusammengearbeitet und für dieses Jahr ist auch eine Ausstellung geplant.  

Voller Einsatz: Auch die Hände wurden zur Farbverteilung genutzt. Foto: VorwerkVoller Einsatz: Auch die Hände wurden zur Farbverteilung genutzt. Foto: Vorwerk

Spannend war es, zu sehen, wie intuitiv die Kinder mit den Farben und Werkzeugen umgingen. Aus einer Papprolle wurde mit wenigen Schnitten ein Stempel geformt, der eine strahlende Sonne auf das Holz zaubert. Mit den eigenen Händen, die großzügig eingestrichen wurden, bekamen die Werke eine höchstpersönliche Note, die einer Signatur glich. "Anders sein ist normal", das könnte auch für die Abbildungen gelten, denn Vögel in Pink und eine Sonne in Grün, das stammt nicht eins zu eins aus der Natur. Es kümmert die Mädchen und Jungen und deren Gäste aber auch nicht.

Herzen und Kleckse in Blau und Orange als Komplementärfarben ganz nach Goethes Farbmodell entfalten ihre volle Wirkung. An anderer Stelle wird aus der Mischung mehrerer Farben ein vollflächiges Braun, das später nach einer Trockenzeit noch mit einzelnen Tupfen ergänzt wird. 

Angebote für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf

Die Tagesförderstätten der Diakonie Himmelsthür in Wildeshausen bieten Personen, die keine Werkstatt für Menschen mit Behinderung besuchen können, einen Arbeitsplatz und Bildungsmöglichkeiten. Dafür halten die Tagesförderstätten eine Vielfalt an Beschäftigungs- und Bildungsangeboten vor, insbesondere für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf. "Unsere Angebote regen die Sinne an, fördern den Bewegungsablauf und die Ausdrucksmöglichkeiten und entfalten soziale Fähigkeiten. Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, aber auch an eigener Lebenshaltung, ist uns wichtig", wirbt die Einrichtung.

Und dazu gehören auch die Kreativ-Bereiche, wie Brinkhus erklärt. Neben den Himmelsbrettern, die schon viele öffentliche und private Stellen verschönert haben, gibt es auch einen Kalender, in dem die gemalten Werke verewigt sind. Ein Highlight werden die Stelen im neu gestalteten Eingangsbereich der Bührener Kita in jedem Fall sein.

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