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Barbara Kienel fiebert aufs Debüt hin

"Mensch der Woche": Die 35-Jährige freut sich auf ihr allererstes Adventskonzert als Dirigentin der Chorgemeinschaft St. Gertrud.

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Die Vorfreude ist riesengroß und unverkennbar: Barbara Kienel fiebert ihrem ersten Adventskonzert mit der Chorgemeinschaft St. Gertrud Lohne als deren neue Dirigentin entgegen. Foto: Röttgers

Die Vorfreude ist riesengroß und unverkennbar: Barbara Kienel fiebert ihrem ersten Adventskonzert mit der Chorgemeinschaft St. Gertrud Lohne als deren neue Dirigentin entgegen. Foto: Röttgers

Mit knapp 35 Jahren ist sie eigentlich noch das „Nesthäkchen“ in der Chorgemeinschaft St. Gertrud Lohne, hat aber gleich die Leitung übernommen und trägt somit große Verantwortung. Barbara Kienel führt seit dem Sommer als Dirigentin den gemischten Chor der Pfarrgemeinde St. Gertrud an, der im kommenden November auf sein mittlerweile 90-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Stolze 90 Jahre alt ist auch die älteste Stimme mit Gerda Nagel, jüngste Sängerin ist Lydia Messing-Neu im Alter von 37 Jahren.

Nachfolgerin des verstorbenen Peter Zanetti

Kienel hat die Nachfolge für den plötzlich verstorbenen langjährigen Dirigenten Peter Zanetti angetreten und freut sich, am Vorabend des 4. Adventssonntages ihr allererstes Adventskonzert mit „ihrem neuen Chor“ erleben zu dürfen. Am Samstag (17. Dezember) werden ab 19 Uhr in der St.-Gertrud-Pfarrkirche zu Lohne insgesamt 65 klangvolle Stimmen von Sopran bis Bass beim „Weihnachtsoratorium“ von Heinrich Fidelis Müller sowie zu Teilen der „Adventskantate“ von Georg Philipp Telemann „Machet die Tore weit“ zu hören sein. Sie selber spielt zudem auf der Orgel, singt solistische Teile und spricht adventlich-besinnliche Psalmverse.

Musik gehört seit Kindesbeinen dazu

„In meiner Familie haben wir immer gerne gesungen und musiziert. Musik gehört bei uns seit Kindesbeinen dazu“, blickt die gebürtige Münchenerin auf ihre ersten Gehversuche in die Welt der Musik zurück. „Meine Eltern haben mir Klavierunterricht ab meinem 7. Lebensjahr ermöglicht, später im Alter von 13 Jahren habe ich auf meiner ersten Orgel gespielt“, sagt die studierte Kirchenmusikerin, die in der Pfarrgemeinde St. Gertrud nicht nur in die schwarzen und weißen Tasten der Orgel greift, den Erwachsenenchor leitet, sondern auch musikalische Früherziehung im Kinderchor betreibt und somit ebenfalls die Nachwuchsausbildung voranbringt.

Die Liebe führt sie nach Lohne

„Die Liebe hat mich nach Lohne geführt“, erklärt Barbara Kienel, die mit ihrem Mann Christian ganz frisch verheiratet ist und mit ihm auch Beruf und Hobby teilt: Christian Kienel ist nämlich ebenfalls Kirchenmusiker im Dekanat Cloppenburg. Beide sind im Bischöflich Münsterschen Offizialat als professionelle Kirchenmusiker tätig. Sie kümmern sich um kirchenmusikalische Fragen in ihren Dekanaten Cloppenburg und Damme. „Mich faszinieren die vielfältigen klanglichen Möglichkeiten der Orgel. Jede hat ihren eigenen Charakter und ihre eigene Geschichte“, erklärt die Organistin. Als Kirchenmusikerin könne sie „künstlerisch unterwegs sein“, aber auch viel mit Menschen aller Altersgruppen zusammenarbeiten. „Das ist immer spannend!“, freut sich Kienel, die ihre „Verbundenheit mit den Sängern im Dasein des Augenblicks“ spüre.

Mehr Wohlbefinden durch das Singen

Gemeinsames Singen steigere schließlich das Wohlbefinden, stärke die Abwehrkräfte und Atmung und „verbindet uns über alle Generationen und Lebenslagen hinweg miteinander.“ Sie habe ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht: Kienel begeistert Kinder und Erwachsene gleichermaßen zum Singen, indem sie selber auch Spaß bei der gemeinsamen Sache habe. „Oft ergeben sich spontane Möglichkeiten, humorvoll mit den Sängern zu interagieren. Obwohl ich die Leiterin der Chöre bin, entsteht eine nette und fröhliche Atmosphäre und wir arbeiten als ‚Team‘ an unseren gemeinsamen Zielen bis hin zum perfekten Auftritt“, begeistert sich die Kirchenmusikerin, dass auch ihr diesjähriges musikalisches Kinderkrippenspiel ein tolles Projekt mit und für Kinder sei.

Passionskonzert im nächsten Jahr

„Obwohl ich die meisten der 38 Kinder vorher nicht kannte, können wir mit begeisterten 21 Engeln, 9 Schafen, Hirten, Esel und vielen anderen Figuren in unsere Proben starten. Jeder trägt seinen Teil und seine Begabung bei und so wird es ein tolles gemeinsames Fest“, freut sich Kienel. Sie schätze es übrigens auch sehr, dass die Melodie ihres Lieblingsmusikstückes aus dem Gotteslob „Alles meinem Gott zu Ehren“, was sehr beschwingt sei und sie stets zuversichtlich stimme, hier im Oldenburger Münsterland sogar ein zweites Mal mit dem Text „Heilig, heilig, dreimal heilig“ vorkomme.

"Musik ist für mich immer ein Ausdruck von Lebensfreude – sogar auch dann, wenn es sich um traurige Anlässe handelt."

Barbara Kienel

Im kommenden Jahr gestaltet sie gemeinsam mit ihrem Mann in Bethen ein Passionskonzert. „In Lohne freue ich mich auf das 90-jährige Bestehen der Chorgemeinschaft St. Gertrud, was wir natürlich mit einem festlichen Konzert im November groß feiern werden“, blickt Kienel musikalisch nach vorn. „Musik kann ich als Hörerin und aktiv als Dirigentin, Sängerin und Organistin erleben. Musik ist für mich immer ein Ausdruck von Lebensfreude – sogar auch dann, wenn es sich um traurige Anlässe handelt“, so Kienel, dass „Musik auch Balsam für die Seele“ sei. Die Musik sei zwar ihr Beruf, aber sie hole sie auch immer wieder heraus aus dem Alltag und schaffe „Raum für Empfindung, Genuss, Nachdenklichkeit“.

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