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Ausstellung "Gallery' s Choice" in Steinfeld eröffnet

David und Ute Beavan zeigen in der Kleinen Steinfelder Galerie ständig wechselnde Werke – unter anderem von Horst Janssen. Was gefällt, kann direkt gekauft werden. Dann rückt direkt ein Bild nach.

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Der Steinfelder Künstler David Beavan zeigt auch eigene Werke in der Ausstellung „Gallery's Choice“. Foto: Brauns-Bömermann

Der Steinfelder Künstler David Beavan zeigt auch eigene Werke in der Ausstellung „Gallery's Choice“. Foto: Brauns-Bömermann

"Horst Janssen trank, schlug seine Frau und hat sich geprügelt", sagt Gallerist und Wandmaler David Beavan aus Steinfeld. Dennoch reserviert Beavan in seiner ersten "Gallery’s Choice Wechselausstellung" jetzt einen Raum für die Kunst des berühmten Zeichners und Grafikers aus Hamburg. Mehr als 30 Werke – vom Ausstellungsplakat bis zur Grafik – hängen im Atelier von Beavan. Sie werden ergänzt durch Literatur zum bekannten Künstler, dem sich ein eigenes Museum in Oldenburg widmet.

Und schon klingelt das Telefon, eine Kunstliebhaberin meldet sich für die nächsten Tage an. Sie möchte ein Werk von Janssen kaufen.

Janssen hängt in Davids Atelier und Büro gut, denn der Eindruck, wie ein Künstler arbeitet, verfestigt sich. "Er war ein manischer Arbeiter", beschreibt Ute Beavan den Künstler und zeigt ein Selbstbild des Zynikers, der sich fratzenhaft selbst porträtierte. Im Kunstband nebendran sind die Variationen des Porträts zu entdecken.

Alle Werke können gekauft werden

Jetzt ist die Ausstellung "Gallery' s Choice" in der Kleinen Steinfelder Galerie zu sehen. Zu den Öffnungszeiten und nach Absprache können sie Kunstinteressierte bis voraussichtlich Mitte August besichtigen. "Die Ausstellung ist völlig dynamisch", beschreibt Ute Beavan, denn die Werke seien allesamt käuflich und können direkt mitgenommen werden. Ist ein Werk verkauft, wird ein Nachrücker ausgewählt. Dazu tauchen die Beavans ab in die große Sammlung von David Beavan, der seit seinem 14. Lebensjahr – also seit Dezember 1975 – Grafiken und Malerei sammelt.

"Es war John Piper, der mich inspirierte, Wandmaler zu werden", sagt David Beavan. Ausdrucksstark sind auch seine Aquarelle. Ein bereits verkauftes Bild von ihm zeigt eine junge Tänzerin. Sie hängt nun zwischen Werken von Max Liebermann und Max Beckmann.

"Eigentlich ist das die Art, wie Kunst auf Menschen wirken soll."Ute Beavan

Das Prinzip von "Gallery's Choice": Bekannte Künstler hängen neben weniger oder ganz unbekannten. Die Werke sind nur mit Nummern versehen, haben keinen Titel und nur wer sehr dicht herantritt, kann die Signatur erkennen. Der Grund: Das Bild soll wirken; nicht der Name seines Schöpfers. "Eigentlich ist das die Art, wie Kunst auf Menschen wirken soll", erläutert Ute Beavan. „Gute Kunst braucht keinen Namen, aber gute Kunst trägt meist einen.“

Die Ausstellung zeigt insgesamt etwa 100 Grafiken der modernen Ära. Liebhaber der Gegenwartskunst kommen dabei voll auf ihre Kosten. In guter Nachbarschaft von Horst Janssen finden sich Georg Baselitz, Pablo Picasso, Joseph Beuys, Werner Berges, Günther Uecker, Christo, Gerhard Richter, Toulouse-Lautrec, Erich Heckel, Victor Vasarely und Werke von David Beavan selbst. So steht etwa die zweiteilige Skulptur aus Holz "Oldenburgische Landschaft" von David Beavan bei Janssens Porträt-Wand.

Auch ein Werk des Malers Hans-Albert Walter ist zu sehen. Er war einer der 43 Mitglieder der Künstlergruppe "Zero", die Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker 1958 in Düsseldorf gegründet hatten. Der Maler Hans-Albert Walter hatte sein Atelier in Düsseldorf und seinen Wohnsitz in Diepholz. Das Werk, das in Steinfeld zu sehen ist, stammt aus dem Jahr 1973 und birgt das Markenzeichen von Walter: Die Zahlen von 0 bis 7, in brillanter Prägung in weiß auf weiß. Über "Zahlen-Walter", wie er liebevoll genannt wurde, hängt ein Christo. Die dargestellte Verhüllung mutet an wie Forum Gesseler Goldhort in Syke. An die Wand hinter Walter hat David Beavan ein Werk von Günther Uecker gehängt: "Nagelprägung" ist ein Stell-Dich-ein unter Zero-Gruppe-Kollegen.

Und wer noch das Objekt aus dem Taschen-Verlag "A bigger Book" von David Hockney sucht, wird auch in der Steinfelder Galerie fündig. Und es wäre nicht David Beavan, wenn er nicht auch noch den großen Verpackungskarton auf die Kunstreise geschickt hätte: Der steht nun – bemalt wie das Original – im Atelier, signiert mit "by David". Für Regionalisten ein echter Fund: Joseph Cartwrights Aquarell "Dümmer" – klein, aber fein.


  • Info: Die „Kleine Steinfelder Galerie“, Zum Uhlenmoor 3, hat mittwochs, donnerstags und freitags von 14.30 bis 19 Uhr sowie am Wochenende von 14.30 bis 18 Uhr geöffnet.

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