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Arne Lentföhr aus Lübeck erhält den Borsla-Preis 2022

Das preisgekrönte plattdeutsche Stück des Autors versucht, Krieg in unterschiedlichen sprachlichen Formen zu fassen.

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Borsla-Preis 2022: Der Vorsitzende der Borsla-Vereinigung in Bösel, Dr. Josef Willer (links)und Bösels Bürgermeister Hermann Block (rechts) überreichten Urkunde und Scheck an den Gewinner Arne Lentföhr aus Lübeck. Foto: Pille

Borsla-Preis 2022: Der Vorsitzende der Borsla-Vereinigung in Bösel, Dr. Josef Willer (links)und Bösels Bürgermeister Hermann Block (rechts) überreichten Urkunde und Scheck an den Gewinner Arne Lentföhr aus Lübeck. Foto: Pille

Der niederdeutsche Autor Arne Lentföhr aus Lübeck hat während einer Feierstunde im gut besuchten „Heimathuus“ für seine Textsammlung „Swymel in de nacht. Gedanken över en kryg“ den 26. Literaturpreis der „Borsla Vereinigung für niederdeutsche Sprache und Literatur Bösel“ erhalten. Den Preis und das Preisgeld in Höhe von 2000 Euro, zur Verfügung gestellt von der Gemeinde Bösel, bekam der 40-Jährige für seinen literarischen Versuch, den Krieg zu verschiedenen Zeiten in sprachlichen Formen wie Madrigal, Chronik, kindliche Erinnerung, Sonett und Bildern darzustellen.

Die Arbeit von Arne Lentföhr, der gebürtig aus Bad Bramstedt/Holstein stammt, wurde aus einigen Dutzend Einsendungen von der Jury ausgesucht. Jury-Mitglied Prof. Dr. Eberhard Ockel von der Universität Vechta war in seiner Laudatio, die wegen seiner Abwesenheit von Jury-Mitglied Martin Pille verlesen wurde, hellauf begeistert: "Seine Lyrik zeugt von einem hochsensiblen Wahrnehmen der Umgebung und ihrer poetischen und sprachkreativen Umsetzung".

Text verweigert sich der Lektüre so, wie sich Krieg dem Verstehen widersetzt

Die Diskussion in der Jury-Runde, zu der neben Ockel und Pille auch Erhard Brüchert (Edewecht) und Jutta Oltmanns (Warsingsfehn) gehören, zollte dem eingereichten Beitrag Respekt. Die Texte seien jedoch geprägt gewesen von Irritation über die Sprödigkeit der Sprache. Allerdings habe der Autor genau das beabsichtigt, als er den Text konzipierte, so Ockel: "Der Text soll sich ebenso der Lektüre verweigern, wie sich die kriegerische Auseinandersetzung zwischen der Ukraine und dem – wie man jetzt weiß – aggressiven Kolonialherren Putin dem Verstehen widersetzt".

Der Autor war „beliede“ (zufrieden), bedankte sich und nahm aus den Händen von Borsla-Vörsitter Dr. Josef Willer und Bösels Bürgermeister Hermann Block den 2000-Euro-Scheck entgegen. Willer hatte zuvor auch Bürgermeister oder deren Vertreter von benachbarten Kommunen sowie Vorstände von Vereinen und Verbänden begrüßt.

Festrednerin Silvia Breher, MdB, lobt Borsla-Vereinigung

In ihrer launigen, hochdeutschen Rede lobte die Festrednerin des Abends, die niedersächsische Bundestagsabgeordnete Silvia Breher (CDU) aus Lindern, die Borsla-Vereinigung für ihre Bemühungen um den Erhalt der plattdeutschen Sprache und schilderte ihre Begegnungen mit dem „Platten“.

Das Gesangstrio Margret Apke-Jauernig, Marlies Mammen und Monika Pille verzauberte das Publikum mit plattdeutsch adaptierten, fetzigen Liedern und verabschiedete sich beim begeisterten Publikum mit Reinhard Meys "Gute Nacht Freunde" upp Platt und "ein lesstet Glas in Staohn" in den Händen. Mit Heinrich Deboi als souveränen Begleiter am Piano, verzichteten die drei Damen bei ihren Auftritten zur Freude der Zuhörer völlig auf den Griff in die Kiste mit ständig gehörtem plattdeutschen Liedergut.

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