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Als Dittsche liefert Olli Dittrich eine starke 2. Halbzeit ab

Der Imbissbuden-Philosoph war am Mittwochabend voll in seinem Element und zog das Cloppenburg Publikum mit. Teilweise hatten die Zuhörer Bilder vor Augen, die wohl keiner sehen wollte.

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Dittsche im typischen Outfit: Comedian Olli Dittrich gastierte mit seinem Programm in der "muggeligen" Stadthalle Cloppenburg vor nicht ganz ausverkauftem Haus.   Foto: Heidkamp

Dittsche im typischen Outfit: Comedian Olli Dittrich gastierte mit seinem Programm in der "muggeligen" Stadthalle Cloppenburg vor nicht ganz ausverkauftem Haus.   Foto: Heidkamp

Olli Dittrich in seinem obligatorischen weiß-blau gestreiften Bademantel, dazu ein weißes Oberhemd, eine rote, schlabberige Jogginghose und "Schumiletten", eine Discounter-Tüte und natürlich in der Hand eine Flasche Bier – nach seinem ersten Auftritt als "Dittsche" 1991 im "Quatsch Comedy Club" hat Olli Dittrich mit der Figur des Dittsche längst Kultstatus erlangt.

Mit seinem Programm "Live & Solo" in der "muggeligen Cloppenburger Stadthalle" berichtet der Geschichtenerzähler Dittsche von Ingo, Kröti, seinen Nachbarn, den Kargers, und von Kim Jong-un, Wladimir Putin, Donald Trump oder Olli Kahn, "der ja der einzige Langzeitüberlebende mit Hühnergrippe ist", wie Dittsche betont. Am liebsten redet der Imbissbuden-Philosoph über Menschen, die überhaupt nicht da sind. Wie zum Beispiel über Ingo, seinen Stammwirt. Ausführlich erzählt er von den vielen Salatvariationen in Ingos Kühlschrank. Bei der äußerst rasanten Auflistung der Salate kann das Publikum kaum folgen und fängt an zu lachen. "Gurken- und Tomatensalat hatte ich ja schon aufgezählt. Egal."

Als Schutz vor Grippe hilft laut Dittsche ein heißes Bad mit Brühwürfeln

Dittsche ist in seinem Element und bringt das Publikum mit seinem Hamburger Dialekt in Stimmung. Als Grippe-Schutz während der kalten und nassen Jahreszeit empfiehlt er ein heißes Bad mit Brühwürfeln – wahlweise zum Reinlegen oder Rausschlürfen. "Nur die angetrockneten Nudeln auf der Schulter müssen Sie hinterher selber entfernen", rät er. Ebenso detailreich ist seine Schilderung einer Fahrt nach Poppenbüttel zum Baumarkt, wo früher "Kröti" an der Säge gearbeitet habe. "Da konnte man noch sein eigenes Brett mitbringen und auf Maß sägen lassen."

Dank seiner Assoziationen und wirren Ideen erscheinen vor dem geistigen Auge des Publikums Personen, die man nicht unbedingt als Nachbarn haben möchte. Wie zum Beispiel Herrn Karger, der als Ex-Friseur nicht nur eine Frisur nach dem Motto "der Schuster hat immer die schlechtesten Schuhe" trage, sondern der auch seit längerer Zeit Viagra nehme. Dittsche lässt es sich nicht nehmen, dem Publikum seine Meinung darüber mitzuteilen. "Ich persönlich nehme an, wenn man längere Zeit Viagra nimmt, dann zieht das aus der oberen Körperhälfte die Festigkeit ab. Weißte?" Das Publikum hat Bilder vor den Augen, die wohl niemand sehen möchte.

Letztendlich strapazieren Dittrichs Ausführungen über das Ehepaar Karger dann doch ein wenig die Geduld des Publikums, das im 2. Teil aber wieder reichlich Grund zum Lachen bekommt. Dittsche liefert seine Erklärung über die Haare von Donald Trump, deren Festigkeit er goldfarbener Zuckerwatte zu verdanken habe. Grund für den von Trump an Merkel verweigerten Handschlag im Oval Office sieht er in der Sorge des ehemaligen US-Präsidenten, dass die Kanzlerin wohl zu sehr „statistisch“ aufgeladen gewesen sei und er nicht hinterher wie Rod Stewart aussehen wolle. Olli Dittrich erntet reichlich Lacher und Beifall vom Publikum. Eine starke 2. Halbzeit, die einen gelungenen Abend für das Publikum abrundete.

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